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Alt 19.11.2005, 21:14:47   #9
ES1-C
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Hallo,

zuerst einmal vielen Dank für eure Beiträge:
Zum Thema Gesamtschwungmasse: Ja ich will die Ausgleichswelle raushaben, da der Motor insgesamt leichter werden soll und weil er auch schneller hochdrehen soll. Ich hab keine Lust meine mühsam geholte Leistung für das Hochbeschleunigen der Ausgleichswelle zu verlieren. Wenn Sie mal auf Drehzahl ist spielt es ja keine Rolle, aber jede positive Drehzahländerung benötigt Kraft. Aus dem selben Grund fahre ich auch ohne Lichtmaschine und versorge die Zündung nur über die Batterie.
Wie schon erwähnt bestimmt die Gesamtschwungmasse aller rotierenden Teile diese Trägheit(also neben Kurbel- und Ausgleichswelle auch das Getriebe samt Kupplung bis zum Hinterrad. Je schwerer (=träger) das Gesamtsystem ist, umso schwerer ist jede Zustandsänderung sowohl positiv (Beschleunigung) als auch negativ( zum Beispiel durch das Gegendrehmoment beim Wegfahren). Also beschleunigt er zwar leichter hoch, stirbt aber auch leichter ab, wenn die Schwungmasse erleichtert wird. Aber wer mit Standgas wegfahren will, soll sich einen Diesel kaufen.))
ZU den Schwingungen: Völlig richtig ist das es beim 180° Motor sowohl Schwingungen um Die Hochachse (90° senkrecht auf Kurbelwellenachse) als auch Schwingungen um die Kurbelwellenachse gibt. Die zweiteren werden bei einem 180° Motor (genauso wie beim 4Zylinder) durch die, eben sich jeweils genau gegenüber (deswegen 180°) befindlichen Massen ausgeglichen, solange die Teile(Kolben, Kurbelwellenwangen, Pleuel ) auch jeweils gewichtsgleich sind. Größere Kolben sind nicht notwendigerweise schwerer, moderne Schmiedekolben sind oft auch wesentlich leichter. Dieser Ausgleich würde 100% funktionieren wenn sich beide rotierende Einheiten (Zylinder) in einer Ebene befinden würden. Da die jeweilig gegengewichtigen rotierenden Teile von der Kurbelwellenhochachse(die wir jetzt einfach mal genau in die Mitte der der Distanz zwischen den 2 Pleueln platzieren) aber doch etwas entfernt sind bewirkt dies die auch erwähnten Pendel- oder Taumelschwingungen. Eben diese werden von der Ausgleichswelle ausgeglichen.
Wenn also die Kurbelwelle 50% gewuchtet wird heißt das , daß das Kurbelwellengegengewicht das Gewicht von Pleuel und Kolben zu 50% ausgleicht. 180° Motoren ohne Ausgleichswelle(z.B Honda CB450 Black Bomber Bj <70) laufen mit dieser Wuchtung (zum Beispiel im Renntrimm) ohne wesentlich spürbare Vibrationen. Die Problem die der amerikanische Racer hatte sind im wesentlichen dadurch entstanden das er den Hubraum sprich die Bohrung schon wesentlich erhöht hat( die kolben dürften schwerer sein) , durch die wesentlich bessere Füllung des 4 Ventilkopfes und die drastisch erhöhte Verdichtung die Belastung der Kurbelwelle schon stark erhöht hat. Da wäre meiner Meinung nach die Kurbelwelle auch mit Ausgleichswelle gebrochen, denn die Pleuelbolzen sind schon recht grenzwertig dimensioniert.

Die eleganteste Lösung wäre natürlich sowohl die Kurbelwell und die Ausgleichswelle so stark zu erleichtern, daß das Gewicht der Serienausgleichswelle dabei rausspringt und trotzdem der bekannt vibrationsfreie Lauf des GS Motors bleibt. Ich schätze hier kein mir keiner helfen oder ?

Danke
ES1-C
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