Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 03.06.2007, 14:23:47   #31
sven
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von sven
 
Registriert seit: 02.02.2006
Ort: Grafing
Beiträge: 654
Standard

Hallo acid!
Du hast es leider immer noch nicht begriffen.
Offenbar hast du dich schon so in deinem falschen Ansatz
"festgebissen", daß eine an sich recht einfache Erklärung
nicht mehr zu dir durchdringt. Ich kenn' das sehr gut, ist
mir selber im Studium auch öfter so gegangen... wenn man
weiterkommen möchte, muß man solche Phasen aber auch
überwinden können und den Kopf freikriegen für andere
Argumente.
Versuch doch mal Folgendes: dein eigener Gedankengang
ist dir ja klar und von dem bist du überzeugt, also in den
mußt du keine Zeit mehr investieren, der ist komplett.
Den vergißt du auch nicht wieder, also leg' den doch einfach
mal ein paar Minuten zur Seite und schau, ob du im Folgenden
einen Fehler findest:

Ein Motorrad wird von einer bestimmten Geschwindigkeit auf eine
höhere beschleunigt. Der damit verbundene Zuwachs an kinetischer
Energie muß vom Motor geliefert werden. Dieser Beschleunigungs-
vorgang soll nun in kürzest möglicher Zeit erfolgen.
Wann leistet der Motor eine vorgegebene Arbeit in minimaler Zeit?
Genau dann, wenn er während dieser Zeit seine maximale Leistung
abgibt!
Wenn dieser Beschleunigungsvorgang aber "nur" mit bei maximalem
Drehmoment betriebenem Motor erfolgt, dann kann man Formeln
umstellen soviel man möchte, am Ende kommt doch immer dasselbe
raus: die dabei abgegebene Leistung war geringer als die maximal
mögliche, und deshalb hat es länger gedauert, die für die Beschleunigung
nötige Arbeit zu leisten, als wenn man den Motor mit weniger
Drehmoment-, dafür aber höherer Leistungsabgabe betrieben hätte.

Du möchtest aber lieber die am Hinterradumfang zur Verfügung stehende
Kraft betrachten, weil die es schließlich ist die (-> Newton) für
die Beschleunigung sorgt?
O.k., für diese Kraft F gilt (mit P der abgegebenen Leistung, v der
gefahrenen Geschwindigkeit): F = P/v ,
sie ist direkt proportional zur gerade abgegebenen Leistung und hat
mit dem an der Kurbelwelle anliegenden Drehmoment rein gar nichts zu
tun.

Fazit (ich weiß, ich wiederhole mich, aber das ist jetzt eben genau das
Ergebnis, auf das es im Zusammenhang mit der ursprünglichen
Fragestellung "Wie beschleunige ich optimal?" ankommt):

Bei egal welcher Geschwindigkeit, die maximal mögliche Zugkraft
am Hinterrad steht genau dann zur Verfügung, wenn derjenige Gang
eingelegt ist, in dem der Motor am meisten Leistung abgibt.


Alles klar!?

Gruß
Sven
__________________
lefty losey - righty tighty!
sven ist offline