Mal ein halbwegs praktisches Beispiel:
Zwei Dosenmotoren.
Beide 200PS.
Der eine ein Zweiliter-Sportler, der gerade einmal 200NM drückt und deshalb erst bei 8000U/min die 200PS abgibt.
Der anderer ein amerikanischer Cruiser, der 4l Hubraum hat und 250Nm Output hat und bei moderater Drehzahl die Höchstleistung hat.
Welcher beschleunigt schneller?
Der Sportler, weil seine 200NM wegen der deutlich höheren Drehzahlen mehr "wert" sind. Eng abgestuften 6-Gang-Getriebe gegen Viergang-Automatik?
Die Übersetzung ist DAS wesentliche Merkmal der Kaftwandlung. Motordaten vergleichen (gerade so ein halbsynthetischer Wert wie die Leistung) bringt nichts.
Anderes Beispiel: Golf 1.6 Benziner und der kleiner 1.9 TDI.
Der eine irgendwas um die 150NM, der andere mindestens 100NM mehr.
Beide aber um die 100PS und - oh Wunder - ungefähr gleich schnell auf 100.
Nochn Beispiel, warum die reine Leistung nichts zu sagen hat: Elektromotor. Die haben so viel Drehmoment, dass man die eher "unter"- als übersetzen müsste. Und im Stand haben sie bei 'Drehzahl null' logischerweise null PS. Drücken aber vom Stand weg tierisch Drehmoment.
Beschleunigung ist Drehmoment, Drehzahl/Kraftwandlung, Masse und Fahrwiderstände.
Im Prinzip ist das ideale Verhältnis von Drehmoment und Drehzahl entscheidend. Nicht das absolut höchste Drehmoment. Sowas in der Art sagt die Leistung ja aus.
Wenn ein Motor bei 5000 U/min mit 100NM die meiste Kraft hat, wären 10000 U/min trotzdem besser, falls dort immer noch 80NM anliegen.
Ganz viel blabla, kurzes Fazit: Es kommt mehr auf die Charakteristik von Motor und Getriebe an. Pauschale Aussagen, die man mit Formeln aus der TM1 oder dem Physikgrundkurs beantworten kann, gibts AFAIK nicht.
Zumindest nicht, wenn die Kraftwandlung in Form der Übersetzung vernachlässigt wird. Außerdem auch der Bereich, über den die Kraft abgegeben wird. Schmales Drehzahlband wirkt sich praktisch auch negativ aus.
__________________
Ich darf das!
|