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Alt 12.12.2008, 18:55:38   #2
Saugwurmmensch
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Standard Re: gute Anleitung zum Lenkungslager wechsel gesucht? (GSX-R)

Die meisten LKL sind sich sehr ähnlich, fast alle sind auf die selbe Art zu tauschen.

Ist relativ einfach und man braucht eigentlich kein Spezialwerkzeug (der RIESEN Abzieher wäre praktisch, aber der ist wahnwitzig teuer und es geht auch ohne).
Sättel abschrauben, Rad raus, Klemmungen an den Brücken lösen, Holme raus, obere Gabelbrücke runter (kann an den Armaturen baumeln), die beiden "Kronmuttern" lösen und schon hast du die untere Brücke in der Hand.
Das obere Lager kannst du einfach abnehmen.
Jetzt nimmst du einen dünnen Meißel und treibst vorsichtig nach und nach die untere und die obere Lagerschale aus dem Steuerkopf.
Dann knipst du den Käfig der die Kegelrollen hält an der unteren Brücke auf, tust die Rollen weg und kannst jetzt mit zB nem Dremel (vorteil: kleiner Scheibendurchmesser) oder ner Flex (vorsichtig, nicht in die Achse schneiden) diagonal den Innenring des unteren Lagers auf.
Da brauchst du nicht bis zur Achse sägen, wenn du tief genug eingeschnitten hast kannst du den Innenring mit Hammer & Meißel mit nem beherzten Schlag sprengen und den Innenring ganz einfach abziehen.
Jetzt fettest du die Lagersitze im Steuerkopf (Lagerfett brauchst du ordentlich, weil die Lager auch komplett gefettet werden müssen. Da hilf viel mal viel ), setzt eine Lagerschale möglichst gerade an, hältst ein Holz dagegen und hämmerst das nach und nach (reihum hämmern) an seinen Platz im Lagerseitz. Meist ist der Sitz tiefer als die Schale hoch ist, also nimmst du für die letzten Millimeter die alte Lagerschale und setzt die umgedreht auf die neue (dann kannst du das Holz weglassen) und treibst dann die Lagerschale komplett rein. Ob du fertig bist, hörst du dann am Klang.
Das machst du oben und unten.
Dann flext du den Schlitz im alten Innenring des unteren Lagers komplett durch, sodass du eine Lücke im Innenring hast.
Jetzt ähnliches Spiel wie bei den Lagerschalen: Steuerachse fetten, Lager auffädeln, den alten Innenring kopfüber aufs neue Lager und da dann reihum mit Hammer und Meißel das Lager die Achse runter treiben. Auch hier hört man das Ende der Aktion am Geräusch. Aufpassen, dass du nicht den Käfig des neuen Lager beschädigst.
Jetzt die Lager gründlich und reichhaltig mit Lagerfett fetten (die müssen sich nur zäh drehen lassen und dürfen keinesfalls mehr klappern, also wirklich großzügig draufschmieren und einmassieren (Rollen drehen)).
Untere Gabelbrücke einfädeln, und die beiden Kronmuttern drauf.
Da bietet sich (wie bei der Demontage auch) ein passender Hakenschlüssel an, zur Not geht es aber auch mit dem dünnen Meißel.
Das LKL ziehst du über die Kronmuttern "fest".
Am besten macht es sich da, die Holme in die Brücke zu stecken und die Klemmungen anzuziehen. Dann kannst du unten an den Holmen wackeln (vor und zurück) und ziehst so lange die Kronmuttern nach, bis du kein Spiel mehr spürst.
Jetzt überprüfst du, ob die Gabel leicht mit einem Schubs von rechts nach links fällt und ziehst nach und nach weiter fest, bis du minimalen Widerstand verspürst, es also nicht mehr ganz leicht geht.
Wenn der Punkt erreicht ist wieder eine viertel Umdrehung zurück.
Die Brückenklemmungen solltest du unbedingt mit dem vorgeschriebenen Drehmoment festziehen (die brauchen weniger als man denkt).

Nochmal testen ob das LKL kein Spiel hat und alles zusammenbauen.
Wenn du das LKL zu fest gezogen hast, merkst du das beim Fahren am Pendeln (bei zB 50km/h auf guter Straße...das Pendeln induzierst du als Fahrer wenn das LKL ein zu hohes Losbrechmoment hat).

Maximale Erfolge!
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Wer hat noch keinen Organspendeausweis ?

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