6.Tag; Distanz 180km
Strecke: Dossenheim-Saverne-Bouxwiller-Ingwiller-Lemberg-Bitche-Rohrbach-Sarreguemins-Neufgrange
Nachts hat es geregnet. Kurz nach 8 aufgestanden und der Regen war fast vorbei aber wir haben immernoch starken Wind. Himmel ist schwer einzuschätzen, da die Wolken einfach vorbeirasen.
Zelt war wieder erwarten immernoch dicht und selbst die Koffer sind innen nahezu trocken (abends nicht richtig zugemacht). Heute im Zelt gefrühstückt da es wieder angefangen hat mit regnen. Nach Saverne gefahren und getankt, gleich noch die Regenkombi angezogen, da der Himmel ziemlich grau war. Regen kam auch pünktlich und wir sind ca 1,5h im Regen gefahren. Ziemlich ungemütlich und mein Knie schmerzt weil der Protektor irgendwie zu straff ans Knie gepresst wurde. In Lemberg war der Regen vorbei und wir haben in einem Supermarkt eingekauft, kurze Essenspause und weiter nach Bitche. Dort wollten wir eigentlich ein Fort der Maginot Linie besichtigen, das war jedoch nur per Reservierung möglich. Jedoch haben wir per Zufall die Citadelle gefunden und auch einmal aussenrum gelaufen. Tolle Aussicht und die Wolken sehen toll aus auf den Bildern. Danach Regenkombi abgelegt und weitergefahren. In Rohrbach beim Fort Casso gestanden, letzte Führung war jedoch eine Stunde zuvor, also wieder weiter. Zwischendurch noch Essen für den Abend eingekauft. In Sarreguemines bei der Touriinfo auf der Karte die Zeltplätze ausfindig gemacht. Sind dann auf einem Riesencampingplatz gelandet, hatten dort 2 Fussballfelder Fläche für uns. Wieder Bier eingekauft und zum Essen gab es Schinken-Käse-Ei-Nudeln.
P. S. Heute an einer Tankstelle vor lauter Hektik mit meiner Maschine umgekippt, nur weil ich einem LKW Platz machen wollte und dann irgendwie verheddert und zack zur Seite, natürlich auf die Bordsteinerhöhung der Tanksäule. Helm eingeklemmt und zerkratzt und am Rahmen und Bremshebel kleine Kratzer. Nichts Wildes, aber ich war dann echt mies gelaunt.
7.Tag; Distanz 100km
Strecke: Neufgrange-Hambach-Puttelange-St. Avold-Metz
Heute nacht wenig geschlafen, mein Kumpel hat geschnarcht wie der Weltmeister und dann hat es so gestürmt, dass ich dachte das Zelt reist ein. Morgends kurz nach 8 aufgestanden und blauen Himmel gehabt, vereinzelt weiße Wolken. Zum Bäcker gefahren und danach zusammengepackt. Nach dem Zusammenpacken, quasi pünktlich zum Frühstück fängt der Regen an. Also in Regenkombi gefrühstückt. Rührei, Kaffee, Baguette und Salami! Alles was man braucht! Im Regen losgefahren, der dann auch noch stärker wurde. Auf den Straßen hatten sich dann schon kleine Seen gebildet. Mein Kumpel hat mit seinen alten Reifen erstmal ne schöne Rutschpartie auf zwei blockierten Reifen gemacht, ist jedoch zum Glück nichts passiert. Der Wind war so stark dass es mit 80 schon unangenehm zu fahren war. Der Abperleffekt aufm Visier leistet gute Arbeit. Regenkombi hätte theoretisch dicht gehalten, aber beim Sitzen hat sich eine Falte an der Hüfte gebildet, in der sich dann Wasser gesammelt hat und durch den Reisverschluss reinkam. In Metz Pause gemacht und Landkarten gekauft. Regen hatte etwas nachgelassen und wir haben beschlossen den nächsten Campingplatz zu nehmen, welcher dann direkt im Stadtpark am Fluss lag. Im Trockenen aufgebaut, danach jedoch immerwieder kurze Regenfälle. Bilanz des Tages: 2 Paar nasse Handschuhe, Stiefel durch und nasses T.Shirt, durch den Wassereinbruch. Bei meinem Kumpel waren beide Seitentaschen durchnässt.
Beim Auspacken hatte ein Holländer neben uns gehalten und meinte auf englisch, dass er uns auf der Schnellstraße gesehen hätte und er gehört habe, dass die Nacht trocken werden sollte. Das hob die Stimmung! Abends war es dann wirklich trocken und wir sind noch durch Metz spaziert. Eine wunderschöne Stadt mit ein paar Kirchen, die Nachts genial beleuchtet sind. Zurück auf dem Campingplatz, war ein deutsches Päarchen gerade dabei ihr Zelt neben uns aufzuschlagen. Sie kamen aus Plauen und wollten am nächsten Tag nach Verdun und dann Richtung Atlantikküste. Wir hatten vor einen Tag länger hier zu bleiben und die nassen Sachen zu trocknen.
8.Tag Distanz; 65km
Strecke: Metz-Verdun
Heute morgen viertel vor 9 aufgestanden, mein Kumpel schlief noch tief und fest, daher bin ich zum Bäcker und habe Baguette, Schokocroissants und Salami gekauft. Beschlossen dann doch noch weiterzufahren, weil a) der Trockner auf dem Platz nicht funktionierte und b) das Wetter nicht ganz so schlimm aussah (haha...). Handschuh trocknen und zusammenpacken hat ziemlich lang gedauert, sind dann also erst halb 2 losgekommen. In Gravelotte die Regenkombi angezogen, da das Wetter doch nicht so gut war ^^. Im Tal auf eine graue Wand gestoßen, absolut widerlicher feiner Regen und das zu Hauf. An der Ortsgrenze von Verdun bei einem Supermarkt untergestellt und eine Kleinigkeit gegessen. Dann hatte der Regen aufgehört und wir wollten eigentlich noch das Nationaldenkmal besichtigen, haben es aber nicht gleich gefunden und sind auf den Campingplatz gefahren und wenn treffen wir auf dem Parkplatz...das deutsche Päarchen vom Vorabend.
Ich bin nach dem Aufbau wieder einkaufen gefahren. Haben dann noch 4 kleine Flaschen Bier geschenkt bekommen und eine nette Unterhaltung mit einem älteren Mann gehabt, der uns von seinen 80igerle Touren erzählte. Heute gab es Cordon Bleu als Vorspeise und dann Ravioli (aus der Tüte nicht aus der Dose) mit Tomatensauce.
9.Tag; Distanz 125km
Strecke: Verdun-Denkmal-Bras-Sivry-Dun-Stenay-Beaumont-Sommauthe-Haracourt-Sedan
Ziemlich kalte Nacht, aber immerhin einigermaßen erholsam. Heut früh Wäsche gewaschen und getrocknet. Währenddessen war mein Kumpel im Nebel Baguette suchen. Der Nebel verzog sich und wir hatten blauen Himmel, trotz der Erfahrung das blauer Himmel nicht immer ein gutes Zeichen ist, freuten wir uns. Haben uns dann noch von den Deutschen mit denen wir geplaudert hatten verabschiedet und sind dann zum Denkmal von Verdun gefahren. Dort haben wir dann das Museum angeschaut, danach den riesigen Nationalfriedhof und anschließend waren wir noch im Fort Douaumont. Hier sieht man überall noch Schützengräben und die zerschossene hügelige Landschaft. In Stenay zufällig ein Schild mit Biermuseum gesehen und dann auch noch dieses Museum angeschaut, war klein aber sehr gemütlich aufgebaut. Am Ende des Rundgangs landeten wir in einem Ausschank, in dem eine Gruppe von Franzosen eine Bierprobe machten. Uns lief das Wasser im Mund zusammen, doch wir wollten ja noch ein Stück weiterfahren. Also ging es dann nach Sedan und dort auf einen Campingplatz. Dort festgestellt das ein Schnellspanner ein Loch in den Ölkanister meines Kumpels gedrückt hatte, sprich das ganze Zelt war eingesaut und das Heck der SR auch. Glücklicherweise war fast alles Öl nur am Unterboden und wir konnten es so einigermaßen abwischen. Schöne Sauerei. 2 Tüten Uncle Bens Tomatenreis mit Hühnchen mussten dann als Essen herhalten.
10.Tag; Distanz 240km
Kurz nach 7 aufgestanden, war wieder eine ziemlich kalte Nacht. Starker Morgentau und ziemlich eisig. So wie es aussieht fällt das Frühstück heut flasch. Kurz nach 10 aufgebrochen und Tankstelle gesucht, jedoch nur einen Supermarkt gefunden. Also doch noch ein kurzes Frühstück auf dem Parkplatz eingelegt. Eine Französin fragte uns auf deutsch wie wir denn hierher kommen würden, es wäre ja doch ein Stückchen weg von Deutschland. Sind dann in Richtung Belgien aufgebrochen. Auf der Schnellstraße durch Belgien getuckert und vor Dinant, zwischen Fluss und Gebirge gefahren. Sehr idyllisch! Nach Bastogne gefahren, jedoch keine Campingplatz gefunden, sondern erst in Luxembourg. Auf dem Campingplatz wollten sie uns erst nicht verstehen, der Chef wollte niederländisch mit mir Reden, dann hab ichs auf englisch probiert und auf einmal sprach er doch fließend deutsch. Noch schön geduscht und Nudeln mit Tomatensauce gekocht.
P.S. Heute früh war der Hauptständer auf einer Seite leicht eingesunken und ich Dussel schmeiß sie beim Runterkippen auf die andere Seite. Naja wieder nur sachte abgelegt und aufm Gras is eh nix passiert. Der Sprit hier ist übrigends fantastisch günstig 1,084€ pro Liter Super.
11.Tag; Distanz 120km
Um 8 Uhr aufgestanden, wollten eigentlich früher aufstehen haben aber irgendwie den Wecker überhört. Gefrühstückt und zusammegepackt. 11 Uhr aufgebrochen und zurück nach Bastogne gefahren, dort ins Historical Center, ein Museum über die Ardennenschlacht. Mit Audioguide durch eine Ausstellung von Uniformen, Waffen, Fahrzeugen und Zeitdokumenten gelaufen und danach noch das Ehrendenkmal angeschaut und von oben den Ausblick genossen. Danach weiter nach Ettelbrück und dort das Patton Museum besichtigt, das ist zwar ziemlich klein bot aber viele Plakate und Aushänge der damaligen Zeit und dann wurden noch Ausgrabungsfunde ausgestellt. Vor der Grenze nochmals getankt und nach Bitburg gefahren. In Oberweis einen 5 Sterne Campinplatz gefunden, hier war dann wieder Freibadeintritt inklusive. Also ab ins Freibad, das jedoch fürchterlich kalt war. Wir beschlossen dann am nächsten Tag schon nach Hause zu fahren. Die Lust noch was einkaufen zu gehen und zu kochen war auch nicht sonderlich groß, daher sind wir ins Restaurant, dass an den Platz angrenzte. Dort erlebten wir eine wahre Geschmacksexplosion! Rumpsteak und Schnitzel mit Pfefferrahmsauce und SALAT endlich mal wieder SALAT. Anschließend noch zwei Bier getrunken und auf die Matte gefallen.
12.Tag, Distanz 550km
Oberweis-Irrel-Saarbrücken-A6-Sulzbach-Backnang
Kurz vor 8 aufgestanden und die am Vorabend bestellten Brötchen geholt und gefrühstückt. Zusammengepackt und losgefahren. Kleine Straßen bis Irrel, Trier und dann auf der Landstraße nach Saarbrücken von dort auf die A6 und Richtung Weinsberger Kreuz. In einem kleinen Örtchen vor Saarbrücken Pommes und Wurst gegessen. Nach 130km Autobahn mal die Beine vertreten und einen Kaffee getrunken. Noch nen amerikanischen Soldat im AMG Mercedes gesehen.
Die Autobahnfahrt war anstrengend aber die Maschinen liefen gut, hatten zwischen Raststätte 1+2 (ca 130km) einen Schnitt von 108km/h, mit dem wir recht zufrieden waren. Nach der Autobahn eigentlich eine schöne, mir unbekannte Straße erwischt, jedoch viel zu kaputt um noch sportlich zu fahren. Dann in unserer Stadt angekommen und in den Umleitungswahn geraten, die bauen hier echt alles neu...
Es waren jetzt zwar keine 14 Tage wie eigentlich geplant, aber diese 12 waren echt toll und es war dann auch wieder schön die Familie zu sehen ich die ich seit einem Monat nicht mehr um die Ohren hatte.
Für unsereren ersten Motorradurlaub verlief alles viel reibungsloser als erwartet und war fahrtechnisch auch gut zu meistern. Einzig, dass man auf den Campingplätzen mit wenigen ins Gespräch kam war etwas schade.
Dinge die mir während und nach dem Urlaub aufgefallen sind:
- zu wenig Reservebenzin dabeigehabt
- zu wenig Öl zum Braten
- etwas zu wenig Salz mitgenommen
- zuviel Kaffee und Zucker, trotz fast täglichem Frühstückskaffee
- nächstes Mal wird ein gescheites Zelt gekauft und vorallem gescheite Heringe
- das Zelt wird nächstes Mal auch in eine Wasserdichte Rolle gepackt
- Sitzkissen oder kleine Hocker wären ab und zu nicht schlecht gewesen
- Wozu habe ich mir Bücher mitgenommen?
- Es ist doof wenn man seine Klamotten in Stofftaschen uneingetütet hat
- Kameraakku laden kann schnell Nerven kosten
- Füller sind ne mächtige Sauerei nach der Schüttelorgie
- lieber 2 Pullover statt einem einpacken bibber
- meine Stiefel und Handschuhe sind fürn Popo...haha waterproof und so...
- im kleinen Topf wurden die Cordon Bleu besser als in der Pfanne, so war die Pfanne theoretisch nur einmal nützlich
Was sich als super erwiesen hat:
- selbstaufblasende Isomatte von louis
- wasserdichte Gepäckrolle (50L) für Louis
- wasserdichte Picknickdecke von polo
- selbstgeschnürtes Werkzeugpaket
- Michelin Karten mit 1:150.000 Maßstab
- meine Hepco und Becker Koffer
- GPS Logger inkl. 12V Ladegerät
- Handyladegerät für 12V Bordsteckdose
- Kompass
- Zippertüten für alles und jeden
- mein neuer Held Tankrucksack, ein Packwunder für sich
- die Regenkombi von louis, ohne die wären wir klitschnass gewesen
- der uralt Benzinkocher
- meine "Eintagesrollen" mit je Tshirt, Boxershort und Socken; so musste ich nicht lang suchen und nicht jeden Tag neuvertüten
Ich hoffe euch gefallen meine Urlaubsnotizen und die Bilder.
Für Vorschläge, gefundene Fehler, Fragen oder was auch immer bin ich offen

Linke zum Gruß
Sebastian
Link zum Fotoalbum:
http://picasaweb.google.de/sebastian...eat=directlink