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Alt 08.10.2009, 07:13:36   #35
berndy
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Wenn eine Kupplung verschlissen ist, dann rückt sie nicht mehr richtig ein, es gibt keinen Kraftschluss mehr.

Das kommt daher, dass die Belagstärke der Kupplungslamellen mit der Zeit abgerubbelt wird. Irgendwann ist es dann so weit, dass das dabei entstehende Spiel, der Abstand zwischen den Reiblamellen, so groß ist, dass man es nicht mehr einstellen kann.

Wenn die Kupplung nicht richtig trennt, liegt es weniger am Verschleiß der Kupplung, die sollte bei der GS auf jeden Fall > 50000 km halten, sondern mehr an einer unzulänglichen Einstellung. Meistens stimmt der Leerweg am Kupplungshebel einfach nicht oder irgendwas ist verklemmt.

Wenn man vernünftig mit dem Material umgeht, hält eine Kupplung, egal ob Motorrad oder Pkw weit über 100000 km.

Denkbar wäre auch, dass der Kupplungskorb durch ständige Wheelies oder scharfes Anfahren Kerben hat und die Lamellen nicht mehr sauber gleiten können.

Was du beim Kupplungswechsel brauchst ist davon abhängig, was kaputt ist, das kann man pauschal nicht sagen. Wen der Korb kaputt ist, wirds teuer.

Kupplung einstellen:

Erst sollte man sehen, dass der Kupplungszug einwandfrei funktioniert, nirgends hakt oder eingeklemmt ist und nicht angerissen ist.
Dann stellt man das Kupplungsspiel am Kupplungshebel ein. Der Leerweg, also das Stück, das man den Kupplungshebel zum Lenkergriff hin bwegen kann, ohne dass man einen Widerstand spürt, soll an der Kugel (am äußeren Ende des Hebels) gemessen 10 mm betragen. Zum Einstellen einfach die Rändel-Kontermutter an der Zugaufnahme an der Lenkerarmatur lösen und den Einsteller entsprechend rein oder raus schrauben. Die Rändelmutter dann wieder anziehen, damit sich nichts unbeabsichtigt verstellt. Reicht der Einstellweg oben nicht aus, kann man auch mal am unteren Einsteller, dort wo der Zug in den Gehäusedeckel geht gucken, ob man da noch was nachstellen kann.

Ist der Weg dort auch erschöpft, muss man die Grundeinstellung an der Kupplungsschnecke verändern.

Am linken Motorgehäusedeckel (da wo die Kette läuft) befindet sich ein kleiner Deckel mit zwei Kreuzschlitzschrauben, darunter findet man einen Einsteller. Also Deckel mit den zwei Kreuzschlitzschrauben abschrauben und dann:

mit einem gekröpften Ringschlüssel die Kontermutter lösen, eventuell mit einem Schraubendreher die Schlitzschraube gegenhalten. Die Einstellschraube ein paar Umdrehungen herausdrehen, nicht ganz, nur ein paar Umdrehungen. Dann wieder so lange hineindrehen, bis sie an der Druckstange anliegt, man spürt einen Widerstand. Jetzt dreht man die Einstellschraube eine viertel bis halbe Undrehung wieder heraus, mit dem Schraubendreher halten und kontert die Einstellung mit der Kontermutter (deswegen auch ein gekröpfter Ringschlüssel, sonst gehts nicht, weil kein Platz ist) Das wars, alles wieder zusammen bauen, den Kupplungszug einstellen und fertig.

Achso, der Kupplungszug sollte bei der Einstellung an der Schnecke lose sein, also der Kupplungshebel zumindest ein wenig Spiel haben.

Geändert von berndy (08.10.2009 um 07:34:16 Uhr)
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