Also meinem Vorredner kann ich nur Recht geben. Es gibt im Groben zwei Möglichkeiten eine Batterie zu laden. Einmal über einen konstanten Strom (Nennstrom fließen lassen). Dieser Strom wird dann einfach eine bestimmte Zeit fließen lassen... [so funktioniert denke ich auch dein Aldi-Ladegerät]. Oder die zweite Möglichkeit (die bessere Ladekennlinie) ist eine Spannungsorientierte. Hier wird die Spannung konstant gehalten und der Strom variiert je nach Ladezustand der Batterie.
Deine Batterie erwärmt sich durch eine Ladung abhängig vom fließenden Strom. Viel Strom = Viel Wärme. Daher kann ich mir vorstellen, das deine Batterie durchaus nicht "heiß" bzw. besonders warm werden muss.
Das angesprochene Geräusch ist typisch für Säurebatterien die in der Starkladung sind (siehe Erklärung weiter unten)
Es im wesentlichen 3 unterschiedliche wichtige Spannungen für Bleiakkumulatoren:
Die Rede ist hier von "Geschlossenen Batterien" (Flüssige Säure) für Gel bzw. Fließ Batterien "Verschlossene Batterien" müsst ihr einfach 0,2 Volt je Zelle drauf rechnen... Dann stimmen die Angaben! Wer es natürlich ganz genau haben will sollte sich das jeweilige Datenblatt zur Brust nehmen!
1.
2,23 Volt pro Zelle "Erhaltungsladung" Diese Spannung musst du pro Zelle einstellen, wenn du eine Batterie in die Erhaltungsladung bringen willst. Sprich die Zellen holen sich dann immer den nötigen Strom den sie benötigen um Ihre Spannung konstant auf dem Level zu halten. [in unseren Umspannanlagen zum Beispiel haben wir Batterien, die ich betreue immer in der Erhaltungsladung. Bei Blei Akkumulatoren sind es eben diese 2,23 Volt pro Zelle]. Bei einer Spannung unterhalb dieses Wertes wird eine Batterie nicht ausreichend geladen und kann unter schlechten Umständen sogar sulfatieren.
2.
Bei 2,3 Volt pro Zelle sprechen wir bei uns von einer Starkladung. Die Zellen werden durch die höhere Spannung schneller geladen. Bei Batterien, die länger gestanden haben und die Platten leicht sulfatiert sind (die Rede ist von LEICHT). Kann man so UNTER BEOBACHTUNG und Kontrolle des Elektrolytenstandes wieder etwas von der verlorenen Amperestundenzahl abtrotzen (Die Platten kontrolliert freikochen). Allerdings bekommt man nie wieder 100% zurück, wenn eine Platte mal angefangen hat zu Sulfatieren... Daher sollte man im Winter seine Batterie auch aus dem Motorrad bauen und immer mal wieder Laden!
Zu beachten ist auch, das Bleiakkumulatoren kleine Divas sind. Die Norm-Temperatur einer Bleibatterie ist 20 Grad. Hier fühlt sie sich richtig wohl und lebt auch unter normalen Umständen am längsten. Solltet ist die Temperatur nur um 10 Grad [im Winter ein leichtes!!!] für längere Zeit unterschreiten halbiert sich nach Erfahrungswerten die Lebensdauer eines Bleiakkumulators um die Hälfte. Genauso ist es mit einer zu hohen Temperatur. Sprich der Arbeitsplatz auf (an) einem Motorrad/Auto ist nicht der beste für eine sollche Diva. Ich kann allerdings nur von unseren Bleiakkumulatoren in Umspannwerken sprechen. Und den Angaben der Hersteller. Varta, Hoppecke... etc.
Ich denke aber, das es im KFZ Bereich genauso ist wie bei unseren Batterien! Es gibt in der Chemie wenig Handlungsspielraum!
3.
Eine Blei Säurebatterie geht meines Wissens bei ca. 2,4 Volt pro Zelle in die Gasung über.(natürlich entsteht vorher auch schon etwas Gas, aber ab hier legt sie so richtig los!) Sprich mittels der angelegten Spannung und dem fließendem Strom zersetzt du das Elektrolyt in Wasserstoff. Sprich du musst destiliertes Wasser nachfüllen das durch den Ladevorgang zersetzt wird. ACHTUNG es entsteht also das bekannte "Knallgas"!!! Daher vermute ich auf Grund deiner beschreibung mit den hörbaren Bläschen, das du zu diesem Zeitpunkt ungefähr eine Spannung von 2,35 - 2,4 Volt pro Zelle hattest (bei 6 Zellen also 14,1 - 14,4 Volt)
Ich habe den Gleichrichter der GS noch nicht nachgemessen, aber ich würde es mir verkneifen Verschlossene Batterien zu verwenden!!! Bei Geschlossenen, kannst du das Elektroly sehen und nachfüllen. Außerdem kannst du die Dichte der Zellen Messen. Ein vollgeladener Bleiakku hat je nach dem eine Dichte von (bitte mit Datenblatt abgleichen) 1,22 - 1,26 kg / Liter. Sollte diese Dichte unter 1,2 absinken kannst du dich schon mal vorbereiten eine neue Batterie in Kürze kaufen zu können! Bei einer Verschlossenen "sog. Wartungsfreienbatterie" kannst du das Elektrolyt weder sehen, nachfüllen noch messen! Druck bei falscher Ladung entsteht auch. Und es kann ggf. auch Elektrolyt austreten. Daher ist eine sollche Batterie etwas für bequeme, die nicht nach der Batterie schauen wollen, aber sich auch nicht wundern müssen, das sie öfter eine nachkaufen müssen als Leute die sich etwas Gedanken um ihre Batterie machen.
Unsere Gleichrichter (in den Anlagen) [nicht die vom Aldi] arbeiten mit einer etwas anderen Ladekennlinie:
IUI: Sprich der Gleichrichter erkennt den schlechten Ladezustand der Batterie und erhöht die Amperezahl (hebt auch die Spannung auf Starkladung an) zum Ende hin fährt er wieder die konstannte Erhaltungsladungsspannung und somit immer weniger Strom... Es dauert allerdings 3 - 5 Tage bis eine Batterie "voll" geladen ist.
Tut mir Leid, wenn ich so weit ausgeholt habe. Aber vielliecht gibt es den einen oder anderen, der sich für die Batterie interessiert hat.
Noch mal knapp für dich:
- Gasung hörbar ist normal und ein Zeichen für eine Ladung! (Ja)
- Ja, es ist nicht schlimm, das sie nicht sehr warm wird (sogar gut!) wichtig ist nur, das sie am Ende die richtige Spannung hat!
- Behandelt eure Diven immer nett

dann könnt ihr auch auf sie zählen, wenn ihr sie braucht!
Liebe Grüße
Daniel