Zitat:
Zitat von White
Sehr viel Ahnung von dem was ihr hier schreibt habe ich ja nicht^^
Aber mal zu den zwei Messlisten die du hier geschrieben hast.
Du hast geschrieben alle 4° Kurbelwelle ist ein Stützpunkt. Was bedeutet dass?
Ich dachte jetzt du meinst du hast alle 4 Grad gemessen. Aber das passt nicht da es dann mehr als 360° wären die du gemessen hast.
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Da hast Du war!!!
Real gemessen habe ich alle zwei Grad Nockenwellenbewegung: (Macht 4° Kurbelwellenwinkel.)
Die Messung war folgende:
Irgendwo am Grundkreis der Nocken anfangen. Wo ist egal, hauptsache Grundkreis. Sprich: 0,00; 0,00; 0,00... Ah jetzt bewegt sich was!: 0,02...
Bis sich eben nichts mehr bewegt: 0,00; 0,00; 0,00;... (Bei der A-Nocke war bei 0,04mm Schluß mit Bewegung: Deutlich innerhalb des Ventilspiels, ergo schrott.)
Für Steuerzeiten stehen Dir theoretisch 720° Kurbelwellenwinkel zur Verfügung:
4-Takter: Zwei komplette Kurbelwellenumdrehungen, bis der Zyklus von neuem beginnt.
Die Werksangabe für den GS500-Motor sagt was von ca. 280° Öffung der Ventile für E. und A. ...
Das sind immer Öffnungszeiten mit einem Virtuellen (unrealistischen) Ventilspiel von z.B. 1mm (oder 1,5mm oder 0,5mm... - Deswegen hatte ich oben ja auch danach gefragt...)
Real öffnet eine Nocke immer deutlich länger:
Eben wegen des realen Ventilspiels. (Was auch noch Temperaturabhängig ist:
"kalt" mit dem eingestellten Ventilspiel. - Wenn der Motor warm wird sinkt das Ventilspiel. - Besonders am A-Ventil: Die Ventile nehmen am schnellsten Wärme auf, dehnen sich aus...
"warm" vergrößert sich das Ventilspiel wieder: Alu hat einen ca. dreifachen Ausdehnungskoeffizienten gegenüber Stahl (Kopf(Alu)/Ventile(Stahl).
Zurück zur Messung:
Mit den Messdaten kann man folgende Kurve auf Millimeterpapier bringen:
Waagerecht die Gradzahl (irgendwo anfangen, mal quer schätzen, so das die Kurve möglichst mittig auf dem Blatt landet.)
Senkrecht die Ventilöffnung.
(Tipp zum Zeichnen für die Praxis: 1°= 1mm waagerecht, 1mm Öffnung = 1cm senkrecht.)
Folgendes kann man dann aus der Zeichnung ablesen:
1.: zusammen mit den ca.-Werksangaben, mit welchem virtuellen Ventilspiel eben die Werksangaben sind.
2. Man kann schon mal vergleiche mit anderen Kurven von anderen Motoren machen ( Hier wäre z.B. die Serie GS400, GS450, GS500 sehr interessant. - Gleiche Basis, Nocken kann man mixen...)
3. Eben die realen Steuerzeiten sind sichtbar, mit "Anlauframpe", wie "steil" ist die Kurve (Stichwort ist da die Beschleunigung der Massen vom Ventiltrieb.)
4. Das wichtige!: Man kann mit der Kurve die eigenen Wunschsteuerzeiten einstellen:
Motor auf OT gestellt, Langlöcher in die Nockenwellenzahnräder reinfräsen, Ventilspiel auf null stellen (oder vorher messen...), Nockenwellen auf Überschneidung einbauen, Messuhren auf die Tassen ausrichten. - Und jetzt eben aus der Erhebungskurve über die Messuhr/Ventilöffnung die Wunschsteuerzeiten eintellen.