Thema: Blitzampel
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Alt 08.06.2012, 14:36:09   #8
berndy
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Es gibt, wie fast überall, verschiedene Möglichkeiten die Fotoapparate auszulösen.

Die gebräuchlichte ist wohl eine Induktionsschleife. Gewichtsabhängige Kontaktschleifen sind mir jetzt nicht bekannt, wären aber technisch bestimmt auch möglich. Bei der Induktionsschleife ist die metallene Masse ein Maß für die Auslösung. Deswegen werden Personen einfach ignoriert. Theoretisch könnte man die Induktionsschleife wahrscheinlich auch auf Fahrräder einstellen aber die haben keine Kennzeichen ... Die Bilder kosten auch Geld also fotografiert man Fahrräder dann auch nicht.

Die Ampelanlagen werden durch Programme gesteuert.

In diesen Programmen (Ampelverschlussschema) ist sekundenbruchteil genau festgelegt, welche Leuchte zu brennen hat. Über diese Programme werden dann natürlich auch die Kameras gesteuert. So weiß der Rechner immer, wann welche Spur freigegeben oder gesperrt ist und wie lange schon rot ist. Das wird auch in das Bild mit Uhrzeit eingeblendet.

Es ist auch möglich, dass die Steuerzeiten je nach Tageszeit oder Wochentag variieren, so kann man dem Berufsverkehr oder dem Sonntagsverkehr Rechnung tragen.

Der Insider kann an dem Ampelverschlussschema auch ablesen wie die einzelnen Ampeln geschaltet sind, wie lange wo grün, gelb und rot ist usw. Bei Unfällen wird das manchmal ausgewertet, z.B. wenn beide vorgeben "Grün" gehabt zu haben. Da auch Defekte angezeigt werden, kann man genau nachvollziehen, ob dem so war oder nicht. Meistens hatte einer aber "Rot". Grünphasen überschneiden sich nie, Gelbphasen normalerweise auch nicht. Rotphasen überschneiden sich immer. Es ist also wahrscheinlicher, dass beide Rot haben, als dass einer Gelb und einer Grün hat oder gar beide Grün haben, wenn kein Fehler an der Anlage vorliegt.

Es wird normalerweise auch nicht nur ein Bild beim Überqueren der Haltelinie gemacht, sondern eine Sequenz aus mehreren Bildern damit man nachweisen kann, dass das Fahrzeug nicht einfach nur über die Haltelinie gefahren, sondern den geschützten Bereich der Kreuzung auch tatsächlich verletzt hat. Das Foto wird ja an der Kontaktschleife ausgelöst, danach könnte man ja noch vor der Kreuzung anhalten. Daher mehrere Bilder kurz hintereinander. Meistens bekommt man aber nur das Bild zu sehen, auf dem man mitten in der Kreuzung ist. Das ist ja der eigentliche Verstoß. Die anderen Bilder braucht man nur zur Auswertung, die werden dann aus Kostengründen nicht ausgedruckt oder abgezogen.

Anhand dieser Bilder lässt sich bei Bedarf (Unfall) auch die Geschwindigkeit ausrechnen mit der das Fahrzeug über die Haltelinie bzw. die Kreuzung gefahren ist, einfache Weg/Zeitberechnung, die Zeiten der Bildfolge sind ja bekannt, die Strecken lassen sich auf dem Bild fotogrammetrisch messen.

Wenn die Ampel auf "Rot" schaltet, wird automatisch dann auch zeitgleich die Kamera aktiviert. Da die Uhr im Hintergrund immer mitläuft, ist auch klar, wie die Anlage errechnet, wie lange schon rot war, als der Verkehrsteilnehmer über die Kontaktschleife gefahren ist.

Wie man erkennen kann, ist so eine Ampelanlage, gerade wenn es sich um eine größere Kreuzung mit Abbiegestreifen, Fußgängerampeln usw. handelt, kein simples Ding. Deswegen sind die auch so teuer.

Aber, da es, wie oben schon erwähnt, verschieden Möglichkeiten gibt, die Angaben ohne Gewähr.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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