Bis auf den Helm ist (derzeit) noch keine Schutzkleidung vorgeschrieben.
Und selbst beim Helm scheiden sich die Geister. Die einen wollen Supersicherheit und schwören auf bekannte Marken, die anderen tragen nur einen Helm damit sie kein Verwarngeld zahlen müssen. Die ECE 22-05 bietet zumindest eine Gewähr ein Mindestmaß an Sicherheit zu bekommen.
Die Schutzkleidung stellt oft einen Kompromiss zwischen finanziellen Möglichkeiten, Häufigkeit der Nutzung, Schutzempfinden bzw. Angst vor Verletzungen, Passform, modischem Empfinden usw. dar.
Da hat jeder seine individuellen Ansichten.
Jede Schutzkleidung ist besser als gar keine. Was sie im Ernstfall nützt, hängt aber wieder von vielen Unwägbarkeiten ab. Wenn ich mit 150 km/h gegen ein Verkehrsschild fliege, hilft mir nichts. Rutsche ich aber nur über den Asphalt, bin ich froh, wenn ich dickes Leder und Protektoren zwischen Straße und Haut habe. Wenn mir das Motorrad im Stand auf mein Bein fällt, hilft mir auch kein guter Motorradstiefel den Bruch des Beins zu verhindern usw.
Man kann sich nie vor allem schützen. Man kann nur versuchen das Risiko mit vernünftigem Aufwand auf ein erträgliches Maß einzugrenzen.
Und das soll jeder für sich entscheiden.
Ich bin 17 Jahre mit Helm, Lederhandschuhen, Jeans und Stoffjacke ausgekommen. Davor trug ich Leder, bis mir das nicht mehr passte. Schon immer trage ich zum Motorradfahren Springerstiefel. Bei meinen diversen Stürzen, auch mit annähernd 100 km/h (mit Leder), Kontakt mit der Schutzplanke (mit Springerstiefel, da war ich froh, dass die eine unflexible, stabile Sohle hatten) usw. hatte ich keine Brüche und nur kleinere Schürfwunden und Prellungen, und das auch mit Jeans (Stürze mit < 30 km/h).
M.M.n. ist es wichtiger sein Können und die Strecke richtig einzuschätzen, auch mal langsamer zu machen als sich teure Schutzkleidung anzuziehen und zu fahren wie ein Henker. Die Sicherheit fängt im Kopf an, nicht bei Känguruleder mit Titanprotektoren oder Helmen jenseits der 500 €.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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