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Alt 15.06.2017, 10:49:20   #28
RomanL
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Hinweis: Wenn man die Kupplung so weit offen hat, macht es durchaus Sinn, mal die Kerben im Kupplungsmitnehmer gleich abzurichten. Eine Schlüsselfeile oder ein Metallstab, mit 800er Schleifpapier umwickelt, tut dabei sehr gute Dienste!
Damit man die Kerbenbildung längerfrisitg verringert, nimmt man eine alte Reiblamelle und schiebt sie auf der Verzahnung in mehreren Positionen rein und raus. Dann sieht man gut, wo sie trägt und wo nicht. Abgerichtet wird dann zuerst, wo die Lamelle häufig anliegt. Und so geht's dann 1x rum. Dauert 20min etwa, hilft aber für zig tausend km.

Die neuen Lamellen sind gestanzte Grundplatten. Da hilft es ungemein, die Schnittkanten auf der scharfen Seite solide zu brechen. Andernfalls hat man ruck zuck wieder Kerben in der Mitnehmertrommel, und dann ist die Geschmeidigkeit auch schnell wieder dahin...
So haben wir schon Kupplungen wiederbelebt, die nahezu unfahrbar geklemmt haben, und man spart sich den Tausch des (recht teuren) Mitnehmers.

Richtet man die Kerben und Kanten nicht ab, kann es sein, daß die neue Kupplung deutlich weniger lang hält als das Original. Geschoben wird's dann gern auf die Kupplungsreibscheibenfabrikanten, die Ursache ist aber, daß die Scheiben sich kaum lösen können und deshalb erst stark rupfen und dann später ruck zuck auf das alte Verschleißmaß runtergerubbelt sind. Die kommen unter Zug einfach aus den Gräben der alten Scheibenzähne nicht mehr richtig raus. Simple Ursache, blöde Wirkung

Bei der GS ist das sicher ein Randthema, aber bei momentenstarken V2 und Einzylindern ist das ein relevantes Problem, was selten mal richtig gehandhabt wird. Am Ende tauscht man entnervt den Kupplungskorb + -kern statt die popeligen 20min Zusatzarbeit aufzuwenden...

Gruß
Roman
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