Das Knallen beim Abtouren tut dem Motor nichts. Nur Katalysatoren der Anfangszeit mochten das nicht, aber das ist schon lange Geschichte.
Noch ein Wort zu den Leerlaufgemischschrauben:
Hier im Forum und auch anderswo wird immer die Werksangabe im Werkstättenhandbuch als das Maß aller Dinge angegeben. Das ist es aber nicht! Es ist nur eine Grundeinsteillung für ein best. BJ + Vergasertype und hängt vom ganzen Zusammenspiel von Airbox-Zylinder und Auspuffsystem ab. Diese Grundeinstellung stimmt daher nur in den seltensten Fällen befriedigend (genau sowieso nie). Um das richtig einzustellen braucht man entweder die Strömungsmessgeräte von Suzuki oder einen CO-Tester. Nicht umsonst waren diese Schrauben früher versiegelt (bei meiner F waren sie das auch - bis zur Montage der Remus).
Hat man keine Messgeräte kann man nur die "Waage" zwischen Abtouren und Standgas einstellen. Das geht so: Kurz am Gas zupfen und sehen wie sie abtourt auf Standgas. Das muss zügig gehen. Wenn nicht müssen die LL-Gemischschrauben eingestellt werden - in welche Richtung muss probiert werden. In einer Richtung wird das Standgas höher werden - das ist die Richtige. Dann Standgas nachstellen auf 1100 +/- 100 Rpm und wieder am Gas "zupfen". Die Prozedur wiederholt man so lange, bis sich durch Verstellen der LL-Gemischschrauben nichts mehr ändert und sie zügig abtourt. Das macht man in kleinen Schritten (1/4 Schraubenumdrehungen) und immer bei beiden Vergasern gleichzeitig (nur bei Motorrädern mit 2 Auspuffen oder Krümmersondenöffnungen kann man das mittels CO-Tester gerennt einstellen). Man bekommt dabei auch recht rasch ein Gefühl dafür, wo sich der Motor "wohlfühlt" und ob man schon zu weit ist. Aufzuschreiben wieviele Umdrehungen in welche Richtung man gemacht hat, hat sich auch schon als äusserst hilfreich erwiesen.
Wenn man jetzt einen neuen Auspuff montiert kann es sein (muss aber nicht), das das LL-Gemisch auf Grund des veränderten Rückstaues, nicht mehr passt - dann muss man nachstellen.
Aber Aufpassen: Falschluft, undichter Auspuff(Krümmer), falsche Ventileinstellung und ein verdreckter oder falscher LuFi müssen vorher explizit ausgeschlossen werden, denn das verfälscht das Verhalten komplett. Besonders der LuFi ist bei der GS sehr heikel, da sein Strömungswiderstand den Düsenunterdruck und die Membrane auf Grund der Vergaserbauweise (Gleichdruck!) stark beeinflusst. Der Auspuff wiederum beeinflusst im Ventilüberschneidungsbereich ebenso die Strömungsgeschwindigkeit der Gassäule. Deswegen ist es auch nicht einfach einen "besseren" Auspuff als den Originalen zu konstruieren. Ich habe meinen damals bei Remus in Voitsberg selbst am Prüfstand abstimmen dürfen - mehr als 1 PS war aber nicht rauszuholen.
Diese "von Hand" Einstellung kann natürlich auch immer nur eine Annäherung an den Idealbereich sein und man wird auch kaum den optimalen Lambdapunkt (Gemischsättigung) erreichen. Die Abgaswerte bei der GS bis 2004 werden wahrscheinlich einhaltbar sein, aber ab 2004 sollte man das dann schon noch mit einem CO-Tester überprüfen, damits später beim TÜV keine Überraschungen gibt.........
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