SIE LÄUFT!!!!
Ich hätte es wirklich nicht gedacht. Zündung an, Kupplung und Choke gezogen, Starterknopf gedruckt und angesprungen ist sie als wenn nicht gewesen wäre. GENIAL!!!
Zunächst aber mal der Reihen nach. Die letzte Woche war ich wirklich jeden Tag in der Garage und habe geputzt, geschraubt, lackiert, justiert und kontrolliert

. Was wurde alles gemacht?
- Durch den Einbau des Federbeins der Yamaha R6 kam es zu einer Kollision mit dem Luftfilterkastens.
Daher habe ich diesen etwas modifiziert bzw. umgebaut. Den Kasten habe ich aufgesägt und im hinteren Bereich einen Zentimeter herausgeschnitten und das ganze mit schwarzem Heißkleber wieder zusammengesetzt.
Soweit so gut. Jetzt passte aber der Luftfiltereinsatz nicht mehr in den Kasten, da dieser im Originalzustand fast bis ganz nach unten reicht. Jetzt stieß er bei mir am Boden an und konnte nicht mehr verschraubt werden.
Also den ganzen Kasten an der Oberseite aufsägen und die Einbauöffnung des Einsatzes von hinten nach vorn verlegen. Alles wieder zusammenkleben. PASST.
- Nach reichlich Schrubben mit Terpentin löste sich auch irgendwann der Tankpad sowie die Klebereste.
Das war eine Sauerei sage ich euch. Danach den Tank mit Lackpolitur bearbeiten und mit Hartwachs versiegeln. Jetzt sieht er wieder aus und glänzt wie neu.
- Die ohnehin rostanfällige Auspuffanlage, ich meine natürlich die schwarz lackierten Teile, wurde so gut es ging abgeschliffen
und mit hitzeresistentem Ofenlack frisch gemacht. Mal schauen wie lange das hält.
Als Option überlege ich mir noch die Anschaffung einer Auspuffanlage bzw. Krümmer aus Edelstahl von Delkevic oder Baracuda.
Hat da jemand von euch Erfahrungen bezüglich der Materialqualität bzw. Passform?
- Die Bremsen habe ich mit neuer Flüssigkeit aufgefüllt und entlüftet. PASST.
- Die Batterie wurde geladen, eingebaut und der Rest des Kabelbaums verstöpselt. Zündung an und alles leuchtet und blinkt einwandfrei. Ich bin zufrieden mit mir

- Durch den Superbikelenker war die Krümmung der Metallhülse des Kupplungszugs am Griff etwas zu stark. Diese habe ich etwas „nachgebogen“. Jetzt ist sie etwas „gerader“ und passt so besser.
- Bei dieser Aktion ist mir aufgefallen das am Schalter des Kupplungsgriffs der eigentliche „Schalter“ fehlte. Irgendwann im Laufe der ganzen Arbeiten muss dieser verloren gegangen sein.
Also noch schnell einen neuen Schalter bei Suzuki bestellt und montiert. Dabei ist mir aufgefallen das das Original-Neuteil nicht teurer ist als manch andere gebrauchten bei ebay-Kleinanzeigen oder ebay.
- Bei ebay habe ich mir dann einen neuen, nicht originalen, Sitzbezug gekauft. Also den alten, eingerissenen Bezug runter und den neuen drüberziehen.
Passt perfekt und sieht, wie ich finde, sehr viel flotter aus als das Original. Mal schauen ob er sich bewährt. Zur Not habe ich noch zwei Bänke zum Tauschen.
- Zu guter Letzt noch den „Testbenzintank“ montiert und die Vergaser geflutet. Alles dicht!
Tja und dann der große Moment. Ich hätte wirklich nicht gedacht das sie auf den ersten Drücker anspringt.
Nach kurzer Zeit habe ich den Choke zurück geschoben und das Standgas angepasst. Da schnurrte Sie wie am ersten Tag.
Aber es gab nicht nur Sonne, sondern auch etwas Schatten

. Obwohl sie im Standgas ganz geschmeidig schnurrte, starb sie jedes Mal ab sobald ich etwas Gas gab.
Also wieder alles auseinander gebaut, kontrolliert und wieder zusammen gebaut. Doch das Problem blieb.
Wunderbare Standgasdrehzahl, aber sobald am Gasgriff leicht gedreht wurde starb sie ab. So als ob sie zu mager eingestellt wäre.
Also nochmals alles kontrollieren und nachjustieren, aber ohne Erfolg. Zuerst hatte ich meinen Umbau des Luftfilterkastens im Verdacht,
das da etwas undicht sein könnte und sie dadurch zu viel Luft ziehen könnte. Aber der Luftfilterkasten war dicht. Irgendwann fiel mir auf das der Luftfiltereinsatz den der Vorbesitzer neu montiert hatte falsch ist.
In der Kiste mit Restteilen die er mir mitgegeben hatte, lag noch der alte Luftfiltereinsatz.
Und siehe da, dieser hatte einen kleineren Öffnungsdurchmesser. Also den alten Einsatz eingebaut und das Problem war behoben.
Danach montierte ich den Tank, die Seitenverkleidungen und was sonst noch an Teilen so in der Garage rumlag. Danach habe ich nochmals alle relevanten Schraubverbindungen
(Federbein, Hinterrad, Vorderrad, Gabel, Lenker, Bremsen, etc.) kontrolliert. Alles passte, also Helm auf und los.
Und bald schon tauchte das nächste Problem auf

. Im unteren und mittleren Drehzahlbereich lief sie wie am Schnürchen. Sobald ich aber den Gasgriff weiter aufzog und mal etwas flotter fahren wollte starb die ab.
Alle Einstellarbeiten blieben ohne Erfolg. Jetzt habe ich einen Verdacht dem ich noch auf den Grund gehen muss, vielleicht am nächsten Wochenende.
Durch meinen Umbau des Luftfilterkastens, sitzt die Luftansaugöffnung jetzt direkt unter dem Tank. Den überstehenden Rand des Einsatzes musste ich schon absägen, damit der Tank draufpasst.
Vermutlich bekommt sie durch diesen Eingriff unter Volllast zu wenig Luft und stirbt dadurch ab. Weil, sobald ich den Tank abnehme und den „Testbenzintank“ montiere kann ich sie bis in den roten Bereich drehen.
Ich werde also demnächst berichten ob es daran lag und wie das Problem zu beheben war

. Bis dahin erfreue ich mich einfach am Anblick eine fast neuen 22 Jahre alten Motorrads.
Jetzt noch ein paar Bilder der letzten Arbeiten bzw. des vorläufigen Endergebnisses.
Allzeit gut Fahrt
Baujahr 1989