Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 14.06.2022, 22:30:01   #19
AmigaHarry
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von AmigaHarry
 
Registriert seit: 13.11.2005
Ort: Perchtoldsdorf
Alter: 64
Beiträge: 5.311
Kilometer: 1.1mio
Standard

Zitat:
Zitat von matsch11 Beitrag anzeigen
.....
Jetzt bin ich ein wenig verwirrt. Weiter oben wurde eine 1/4 Umdrehung hin oder her als maginal bezeichnet. Du sagst aber das eine falsch eingestellte Gemischschraube gleich so massive Auswirkungen haben soll.

Wie lässt sich den die Gemischschraube am besten einstellen? Du sprachst von "hintasten (Wechselspiel von Abtouren zu Standgas)"
Wer redet von 1/4, etc.? Das kann massiv anders nötig sein (2,3,4 ganze Umdrehungen).

Ich stelle das etwas anders ein als in den Links. Die GMR bildet zur Standgasschraube eine "Waage" die am Arbeitspunkt im Gleichgewicht sein sollte.
Auf der einen Seite hat man die Gemischanfettung im Leerlauf - dem gegenüber steht die Leerlaufdrehzahleinstellung (Drosselklappe). D.h. die Gemischanreicherung erfolgt entsprechen dem Venturiunterdruck über die gleichdruckgesteuerten Schieber (indirekt beeinflussbar durch die Standgasschraube/Drosselklappenstellung) und direkt beeinflußbar durch die Gemischregulierschrauben, die einen Bypass zum Hauptsystem bilden.

Man stellt einmal die Grundeinstellung ein und sieht sich die Leerlaufdrehzahl an. Wenn die bei 1100+/-100 liegt, zupft man einmal am Gas. Nimmt sie spontan Gas an und tourt dann schnell und normal auf stabiles Standgas ab (ohne markantes Unterschwingen), ist alles OK. Tut sie das nicht (langsam Abtouren, unterschwingen/absterben) stimmt das Leerlaufgemisch nicht und man muss die Gemischrauben verstellen, und zwar dahingehend das die Drehzahl (ohne die Standgasschraube zu verstellen) ein Maximum wird. Immer bei beiden Vergasern gleich einstellen und Umdrehungen/Richtung aufschreiben. Hat man das Maximum erreicht, Standgasschraube wieder auf 1100rpm nachjustieren. Am Gas zupfen und verhalten beobachten. Wenn nicht OK (Regelfall) nochmal die Prozedur wiederholen. So "hangelt" man sich zum annähernd richtigen Arbeitspunkt (lambda~1).
Was bedeutet "langsames Abtouren": In dem Fall ist man auf der zu mageren Seite (lambda 0,9). Dieses Fehlerbild erhält man daher auch bei Falschluft.
Unterschwinge, absterben: Zu fett - zu weit auf der rechten Seite des Gemischdiagrammes: Lambda 1,1 oder mehr gibt unverbranntes Benzin (feine Nasen riechen das).
Wenn man das macht, MUSS man immer sicherstellen, das die Kiste in einwandfreiem Zustand ist (Ventilspiel, LuFi, Kompression, Auspuff, usw.....) - sonst können sich die Symptome verwischen und dann wirds schwierig.....
Auch die Vergaser müssen vorab synchronisiert sein (muss man nach Einstellung wieder prüfen).
Wobei das bei einem 2-Zylinder immer noch ein Kinderspiel im Vergleich zu einem 4 oder 6 Zylinder ist...
Mit einem CO-Tester gehts schneller und genauer.
AmigaHarry ist offline   Mit Zitat antworten