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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sack Nüsse unter 3500 U/min, vermutlich Vergaser nicht sync.


_dev_null
31.07.2008, 21:56:29
Hallo,

nun habe ich meine Karre nach dem Einsatz von viel Geld und noch mehr Zeit wieder soweit in Ordnung, dass ich damit ruhigen Gewissens (Bremse, Reifen, alles schön) fahren kann.

Wer sich den ganzen Lex hier sparen will, unten kurz vor den Auflistungen komme ich zum eigentlichen Problem.

War die Tage 200km weit weg, nen Kumpel besuchen. Ist recht warm in der Mittagssonne so komplett in Leder, aber das ist nicht das eigentliche Problem hier.

Fahren tut meine GS gedrosselt momentan und mit ihrer 5Star Verkleidung (Siehe Avatar.) bis 140km/h so ca., mehr konnte ich verkehrsbedingt nicht testen, wäre aber auch eher kaum noch mehr als 10 km/h schneller geworden. Schnell fahren geht also.

Interessant dagegen, sozusagen herausfordernd ist das langsame Fahren mit 3500-4000 U/min. Da ist das ein Geruckel und halbes Ausgehen, das macht sowas von keinen Spaß, durch Ortschaften mit roten Ampel zu fahren. Sogar abgewürgt hatte ich sie. Also Anfahren mit >3000 U/min ist angesagt zur Zeit. :(

Gemacht habe ich das Ventilspiel vor paar Tagen. Das sollte nun okay sein.

Versucht und versaut habe ich dabei das Vergaser-Synchronisieren. Leerlaufdrehzahl ist eventuell auch nicht mehr ganz korrekt, aber die kriegt man ja ohne externe Messinstrumente einfach wieder in Ordnung.

Zum Debakel Synchronisationsversuch:
Die Schlauchwaage-Methode kann man vergessen. Also eine Variante, wo man einen Aquarienschlauch an beide Unterdruck-Anschlüsse anschließt und dann hofft, dass ein bissel Öl gemächlich zum Vergaser mit dem höheren Unterdruck krabbelt. Klappt auch nicht, wenn man den Schlauchdurchmesser mit einer Klemme lokal deutlich verkleinert. Geschäumt hats, das gute Öl, fast die Hälfte der Schlauchlänge. Da war nix mit Ablesen. Mein wildes und planloses Herumgestelle an der Sync-Schraube brachte genau nix, die Schaumsäule tobte wild umher und näherte sich langsam einem Vergaser. Aufzuhalten mit der Sync-Schraube war das nicht, nur das Motorrad auszumachen ging damit. Klingt echt nicht schön, wenn die Vergaser immer unsynchroner verstellt werden. Eine interessante Erfahrung.

Ab hier wirds interessant und problemspezifisch:

Zwischenergebnis nach der missglückten Sync-Aktion war, dass die Kiste gar nicht mehr wollte. Blieb aus. Geholfen und zu meinem aktuellen Zustand geführt hat es, die beiden Drosselklappen (nach Ausbau von Airbox inkl. anhängenden Vergasern) auf identische Schließwinkel zu stellen, d.h. beide zu wenn Gaszug entspannt.

Im kalten Zustand morgens in der Garage/vor der Rückreise:

spingt sie momentan mit Choke an[/*:m:2144vw14]
läuft sie bissel unlustig bei knapp 1100-1200 U/min[/*:m:2144vw14]
fährt sie nur los ohne auszugehen, wenn man ordentlich bis 3000U/min mindestens hochtourt[/*:m:2144vw14]

Beim letzen Punkt bin ich mir nicht so sicher, denn Anfahren im kalten Zustand habe ich genau dreimal gemacht die Tage seit meinen Bastel-Aktionen.

Im warmen Zustand unterwegs nach >20 km Landstraße:

springt sie nur mit Choke voll gezogen + etwas Gas an (Beim Tankstopp gelernt, was habe ich geschwitzt bis ich das rausfand!)[/*:m:2144vw14]
fährt sie unter 3500-4000 U/min ruckelig, je weniger Drehzahl, desto schlimmer (ist geil in Ortschaften, muss man eben mit 5000+ durchjaulen)[/*:m:2144vw14]
rennt sie aber bei 5000-7000U/min einwandfrei (über 7000 habe ich nicht getestet, weiß gar nicht, obs mit Drossel sinnvoll ist)[/*:m:2144vw14]
tropfen nachm Abstellen mal so ein bis zwei Tröpfchen Benzin aus der Airbox-Drainage (5 min später war der Fleck in der Garage weg, muss daher Benzin gewesen sein)[/*:m:2144vw14]
bissel Öldunst/-Tropfen gibts dafür auf der anderen Seite unter der Ritzelabdeckung, aber das ist ein separat zu analysierender Fall, evtl. sinds bloß Öl- oder Petroleum-Reste von der Kettenreinigung oder aber da ist mal wieder ein Simmering am Ende, vermutlich an der Ausgangswelle und/oder die ist verbogen oder was ähnlich hübsches; Ölstand ist unbeeinflußt und ein Blatt Küchenpapier in der Verkleidung sollte auf 200km locker die Umwelt schützen können ;)[/*:m:2144vw14]

So, die vermutete Ursache steht ja schon drüber. Nun mache ich mir aber so meine Gedanken, ob es sinnvoll ist, bei Louis mal die preiswerten Unterdruck-Uhren zu kaufen und da erneut wild an der Abgleichschraube zu drehen.
Machen diese Unterdruckuhren auch ein wildes Gezappel analog zum Aufschäumen des Öls in der Schlauchwaage, oder wie haben die das Problem mit dem offenbar höchst unstabilen Vergaser-Unterdruck gelöst? Sind die also nutzbar und ihre zur Zeit 30 Euro wert, oder soll ich meinem freundlichen Suzuki-Händler lieber bissel Geld dafür geben? Immerhin kennt der inzwischen schon meine Telefonnummer auswendig und begrüßt mich mit meinem Namen am Telefon, will sagen, langsam wirds mir peinlich aber noch fährt die Karre. Wenn ich jetzt noch mehr verstelle, muss ich sie nachher die 6km zu ihm hinschieben, das möchte ich ungern. ;)

Tipps, Ideen, weitere Fehlerursachen oder Forschungsansätze?

Gruß,

Stephan

spazagutti
01.08.2008, 13:13:09
Hallo _dev_null,

hatte an meiner GS auch das Problem, dass ich die Vergaser total verstellt hatte. Habe beim Auseinanderschrauben die Vergaser zumindestens optisch synchronisiert. Habe dazu im ausgebauten Zustand leicht die Drosselklappen aufgemacht und dann von unten durch die eingefraesten kleinen Loecher (bei mir vier) die Oeffnungen der beiden Drosselklappen genau gleich eingestellt. Nun laeuft sie wieder. Ist zwar wahrscheinlich nicht 100% synchronisiert, aber zumindest 90-95%. Mit ausgeliehenen Messuhren habe ich auch schon mal meine VX synchronisiert. Das war auch so ein Gezappel mit den Zeigern, dass man eigentlich nur grob sagen konnte: das Gezappel liegt im gleichen Bereich. Man kann bei den Unterdruckuhren auch eine Daempfung einstellen, aber dann reagieren die Zeiger fast zu langsam. mann muss also ein bisschen spielen und ausprobieren.....
Aber vielleicht hilft ja zumindest die optische Synchronisation....

Gruss
Andreas

Edit: es koennte aber auch sein, dass eins deiner Schwimmernadelventile haengt und dadurch die Maschine zumindest auf einem Zylinder zu fett laeuft. Wenns aus der Airbox tropft ist Benzin in die Airbox gelaufen. Dies kann eigentlich nur mit haengendem Schwimmerventil passieren. Dreh mal deinen Benzinhahn auf Pri und wenns wieder troepfelt dann haengt ein Ventil. Es gibt aber auch hier im Forum weitere Infos ueber "Messung" des Schwimmerstandes......

_dev_null
01.08.2008, 13:26:26
Hi spazagutti,

optisch sind die beiden Vergaser synchronisiert. Das mit dem Messen des Schwimmerstandes habe ich auch schonmal gemacht - durchsichtigen Schlauch an den Ablauf stecken, aufdrehen, gucken, ob der Benzinstand bei Pri in etwa Höhe Dichtung der beiden Vergaserteile stehen bleibt. So wars bei mir jedenfalls vor der Tour, aber ist ein guter Punkt. Werde ich wiederholen.

Wenns bei den Uhren eine Dämpfung gibt, bestelle ich mir jetzt welche, um das wieder in die Gänge zu bekommen. So oder so, verstellt ist die Synchronisation auf jeden Fall. Bleibt nur die Frage offen, was sonst noch sein könnte.

Weitere Ideen sind mir willkommen, damit ich gezielt in die Vergaser reingucken kann, sollte das notwendig werden.

Naja, im Moment sind wohl alle beim Forentreffen, da muss ich etwas geduldiger sein mit meinen Fragen.

Gruß,

Stephan

berndy
01.08.2008, 14:18:37
Kann sein, dass die Schwimmernadeln hängen oder auch nur eine.

Wenn der Motor steht und der Benzinhahn auf ON steht, geht das Ventil im Benzinhahn zu, Benzin kann nicht laufen.

Läuft der Motor, wird durch den Unterdruck das Ventil im Benzinhahn geöffnet und es kann zu viel Benzin in die Schwimmerkammern laufen, das Gemisch wird zu fett.

Den Benzinpegel in den Schwimmerkammern würde ich zweckmäßiger Weise messen, wenn der Benzinhahn auf PRI steht und der Motor aus ist oder bei laufendem Motor, dann ist die Benzinhahnstellung egal.

Die "optische" Synchronisation hab ich bei meiner vor zwei Jahren auch gemacht, ich denke es reicht aus, ist zwar nicht 100%ig, geht aber.

_dev_null
01.08.2008, 15:12:17
Hmm, naja, ich habe mir nun so einen Synchrontester geordert und werde, wenn der angekommen ist und meine Familie mich lässt, mal aufwändig nähere Untersuchungen anstellen.

So ein Mist, dass ich nun auch noch an den Vergaser ranmuss, irgendwie fetzt das nicht, ein Teil nach dem anderen untersuchen/reparieren zu müssen.

Gruß,

Stephan