Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Susi nach Langsamfahrt gestorben
Kalectro
19.11.2009, 18:58:48
Hallo Leute
nachdem meine Susi jetzt 2000km ohne jegliche Probleme gelaufen ist, kommt hier mein erstes Problem.
Folgendes ist passiert:
ich bin mit sehr langsamer Geschwindigkeit und niedriger Drehzahl (<3000) in der Stadt hinter einem Radfahrer hergeeiert. Auf einmal fängt meine Susi an zu ruckeln wie als würde ich das Gas nicht stillhalten. Ich halte an, da geht sie ganz aus und auch nicht wieder an... Alle Startversuche scheiterten bis ich den Hahn auf PRI gestellt habe, dann lief sie aber es schien so als wäre die Leerlaufdrehzahl verstellt. Ich bin dann eine kleine Tour mit halben Choke und hin und wieder Gas an der Ampel gefahren und sie hat sich wie immer verhalten, also kein Leistungsverlust oder so. Nur der Leerlauf war eben ein gefürchteter Gang. Ich meine... rund lief die Susi seit ich sie habe noch nie, daher wollte ich auch mal die Ventile einstellen, aber so schlimm war es wirklich noch nicht. Auch das Rädchen für das Standgas war schon am Maximum, also blieb mir wirklich nur den Choke ein wenig reinzuhauen, damit sie mir nicht jedes Mal ausging.
Meine Diagnose ist Dreck im Benzinsystem bzw im Vergaser, daher werde ich den morgigen Tag trotz gut Wetter mal nicht fahren, sondern ein wenig schrauben.
Ein Problem mit dem Benzinhahn (das bekannte Unterdruckmembranproblem) kann ich denke ich mal ausschließen, weil das ja eigentlich nur nach Vollgasfahrten und nicht bei Drehzahlen unter 3000 auftreten sollte.
Achja... seit neuerem habe ich auch ein leises Klackern oder Rascheln, was ich aber auf ein zu großes Ventilspiel schiebe
So und jetzt eure Differentialdiagnose :P
Da ich meinen Beitrag gerne noch multimedial untermalen möchte, hier der Leerlauf bei ca 1400U/min mit halben Choke und maximalen Standgas. Leider hab ich das Handy wohl etwas nah dran gehalten, sodass es schlecht zu hören ist http://ul.to/ysljb5
Bin mal gerade draußen, Susi steht noch auf PRI
krafti
19.11.2009, 19:31:06
Meine Diagnose ist Dreck im Benzinsystem bzw im Vergaser, daher werde ich den morgigen Tag trotz gut Wetter mal nicht fahren, sondern ein wenig schrauben.
Schläuche überprüfen...
Vergaserreinigung ist sicher nicht verkehrt, zumal wenn nicht klar ist
wann die Vergaser zuletzt gereinigt wurden bzw. ob die Kiste längere Zeit mit altem Sprit im Vergaser gestanden hat.
Kalectro
19.11.2009, 19:45:21
Ich vergessen habe zu erwähnen, was ich recht komisch finde ist, dass ich nach der Tour den Benzinhahn zum Test mal wieder auf ON gestellt habe. Das ging aber nur ein paar 100 Meter gut, dann hat ihr wieder der Lebenssaft gefehlt. Darauf konnte ich mir bisher noch keinen Reim machen. Scheint fast so als würden zwei Probleme gleichzeitig aufgetreten sein
krafti
19.11.2009, 19:48:16
Wieviel Liter waren denn zu dem Zeitpunkt noch im Tank ?
Kalectro
19.11.2009, 19:53:17
fast voll, bin erst 20-30km damit gefahren
krafti
19.11.2009, 19:59:22
Hmm,
ist die Tankbelüftung okay ?
Druckluft durch das kleine Loch links unter dem Tankdeckel durchblasen...
Ist der Tank innen sauber / rostfrei ?
Kalectro
19.11.2009, 20:02:38
Die Tankbelüftung werde ich morgen mal checken, den Tank hab ich mir auch noch nicht von innen angeschaut. Aber würde das wirklich beide Symptome erklären? Das ON Röhrchen sitzt zwar ein paar Liter höher, aber selbst wenn ich Gas gebe kann ich den Motor auf ON nicht am Leben erhalten, auf PRI läuft er wie vorher...
Ich glaub ich lass morgen mal die Uni aus und kümmer mich darum
Danke für die Tips
Meine Mama würde folgendes dazu sagen:
"Studierst du .... oder studierst du Motorrad Technik?! Was bringt dich weiter im Leben?! Schule oder Motorrad?! Also sei vernünftig und bevorzuge die Schule, dann kannst du machen was du willst!"
:D :D Keine Ahnung warum ich das jetzt sagen musste.... ;)
krafti
19.11.2009, 20:12:08
Hmm,
Ferndiagnose ist da eher schwierig.
Denkbare Fehlerursachen:
-Benzinhahnmembrane hin
-Tankbelüftung
-Verschmutzung Tank
-Verschmutzung Vergaser
-Benzinleitungen
Möglicherweise eine leichte Kombination von mehreren Ursachen.
Die GS500 ist ein "Sensibelchen" was die Spritversorgung angeht.
Kenn ich von keinem anderem Mopped. :motz:
Kalectro
19.11.2009, 20:16:17
@thy: Mein Motorrad hat mich bisher schon 2000km weit gebracht, die Uni noch keinen Meter :D
@krafti: Dann werde ich morgen wirklich mal auseinanderbauen was ich finden kann, muss mir nur noch schnell einen Drehmomentschlüssel kaufen. Wenn ich schon dabei bin kann ich auch gleich die Ventile neu einstellen. Wenn die Susi dafür dann 10000km ohne weitere Probleme fährt, bin ich glücklich :)
Sensibelchen muss man eben verwöhnen :D
krafti
19.11.2009, 20:18:17
Meine Mama würde folgendes dazu sagen:
"Studierst du .... oder studierst du Motorrad Technik?! Was bringt dich weiter im Leben?! Schule oder Motorrad?! Also sei vernünftig und bevorzuge die Schule, dann kannst du machen was du willst!"
Genug Kohle zu verdienen um immer Schrauben zu lassen. :-D
Ist aber nicht ganz einfach. :grinser2:
Etwas über den Berufshorizont hinaus zu lernen, kann aber nicht schaden.:)
Kalectro
19.11.2009, 20:24:27
Ich habe mir schon absichtlich keine neue Maschine gekauft, weil ich Spaß am Schrauben habe, das passt also schon...
Eine Frage noch: ist es normal, dass die Einstellschraube für das Standgas irgendwann ins Leere dreht? Also ich kann in die eine Richtung drehen so weit ich will und es ändert sich nichts mehr
krafti
19.11.2009, 20:26:17
@thy: Mein Motorrad hat mich bisher schon 2000km weit gebracht, die Uni noch keinen Meter :D
@krafti: Dann werde ich morgen wirklich mal auseinanderbauen was ich finden kann, muss mir nur noch schnell einen Drehmomentschlüssel kaufen. Wenn ich schon dabei bin kann ich auch gleich die Ventile neu einstellen. Wenn die Susi dafür dann 10000km ohne weitere Probleme fährt, bin ich glücklich :)
Sensibelchen muss man eben verwöhnen :D
Das geht schon die 2.000 km fahre ich in 2,5 Wochen.
Erträgt die GS500 prima... nur manchmal schreit sie: bitte warte mich..
Muss morgen auch mal schauen , warum meine 99er die Reserve z.Z. nicht mag.
krafti
19.11.2009, 20:29:40
Ich habe mir schon absichtlich keine neue Maschine gekauft, weil ich Spaß am Schrauben habe, das passt also schon...
Eine Frage noch: ist es normal, dass die Einstellschraube für das Standgas irgendwann ins Leere dreht? Also ich kann in die eine Richtung drehen so weit ich will und es ändert sich nichts mehr
Das Problem habe ich zur Zeit auch... Standgas bekomme ich nicht über 1.000 upm. mal schauen ob ich am WE die Ursache finde..
Kalectro
19.11.2009, 20:33:56
als ich sie bekommen habe (also vor 2000 km bzw 1 Monat) habe ich ihr erstmal einen Ölwechsel, Luffi und Bremsenwartung spendiert, aber an den Vergaser hab ich mich bisher noch nicht gewagt, mein Standgas ist auch etwas bei 1000U/min ohne Choke, da stirbt sie bei mir allerdings schon, weil sie so unruhig läuft
cha0s
19.11.2009, 20:46:03
ist es normal, dass die Einstellschraube für das Standgas irgendwann ins Leere dreht?
ja das ist es. du hast in die falsche richtung gedreht, das standgas ist jetzt komplett zu, so kann das nicht laufen. du hast beim drehen nicht bedacht, dass die schraube auf dem kopf steht. dreh die schraube wieder rein und alles wird gut.
Achja... habe ich auch ein leises Klackern oder Rascheln, was ich aber auf ein zu großes Ventilspiel schiebe
kontruktionsbedingt wird das spiel kleiner und nicht größer. wenn es also erst "seit neuerem" rasselt, hat das eine andere ursache. wenn du den gaser draußen hast, prüf den steuerkettenspanner.
Kalectro
19.11.2009, 20:59:19
ich glaub schon, dass ich die Schraube in die richtige Richtung gedreht hab, ich hab nämlich auch die andere Richtung versucht und da war die Drehzahl trotz Choke so gering, dass sie immer ausgegangen ist. Aber wenn du sagst, dass die Schraube nur in die eine Richtung ins Leere drehst, werde ich das morgen mal versuchen
Multiman
19.11.2009, 21:07:40
du musst den motor zum leerlauf einstellen vorher warm fahren
ist dir klar oder?
kalt mit choke ist immer falsch eingestellt
Kalectro
19.11.2009, 21:20:04
der Motor war 80km warm, knapp 100°
Aber dass es nicht nur das Standgas ist, ist doch eigentlich klar, weil es sehr spontan aufgetreten ist. Vorher hatte ich etwas über 1000 warum und ca 1800 warm. Wenn ich jetzt OHNE, dass ich am Rädchen was verstelle, warm ohne Choke bei 1000 bin, liegt das nicht an der Einstellung des Standgases :D
cha0s
19.11.2009, 21:28:42
du musst den motor zum leerlauf einstellen vorher warm fahren
also ich bekomm bei kalten wetter probleme wenn ich die leerlaufdrehzahl bei warmen motor nach vorgabe einstelle.
krafti
19.11.2009, 21:42:02
Die Vorgaben beziehen sich sicher auf einen i.O. Vergaser und normales Ventilspiel.
Wenn ggf. beides nicht stimmt...dreht man sich...im Kreis
cha0s
19.11.2009, 21:45:50
Die Vorgaben beziehen sich sicher auf einen i.O. Vergaser
der ist ok
...und normales Ventilspiel.
dir sei versichert, das wurde bisher öfter kontrolliert als so mancher ölstand :grinser2:
krafti
19.11.2009, 22:03:42
der ist ok
dir sei versichert, das wurde bisher öfter kontrolliert als so mancher ölstand :grinser2:
Ja .. nee schon klar.. ich wollte deine Schrauberkompetenz nicht "in Frage stellen".
:grinser2::grinser2:
Ein wenig Wartung und die GS50 schafft locker 200 TKM. hoffe ich :-D
Kalectro
20.11.2009, 14:58:09
hab die Susi jetzt auf dem OP Tisch und gleich mal mit dem Ventilspiel angefangen. sowohl hinten links als auch vorne rechts ist es <0,04 genauer kann ich nicht messen, da meine Fühlerlehren nur bis 0,04 gehen. Natürlich hat hier in Karlsruhe niemand Ersatzshims, also werde ich die Susi wohl wieder zusammenflicken, Shims holen und wieder auseinandernehmen müssen. Beim Drehen vom Hinterrad ist mir noch aufgefallen, dass es teils sehr leicht ging, teils aber scheinbar erst eine Blockade überwunden werden musste um es weiter zu drehen. Die Zündkerzen hatte ich rausgebaut und den höchsten Gang eingelegt. Für mich als Laie fühlt sich das so an, als wäre das Ventilspiel viel zu klein. Demnach sollte ich dann auch lieber nicht damit fahren bis ich es korrigiert habe.
In meinen Augen erklärt das auch die Symptome, die ich hatte. Der Motor hat für den Leerlauf einfach zu viel Widerstand gehabt und ist daher abgesoffen. Das passiert natürlich auch noch einfacher wenn das Benzin durch einen Unterdruckhahn muss.
Was sagt ihr dazu? Ist das vollkommener Blödsinn oder sollte ich das Motorrad wirklich nicht fahren bis das korrigiert ist?
Ich mach mich jetzt erstmal an dem Vergaser zu schaffen, wenn ich schonmal am Schrauben bin
Gruß
Kai
cha0s
20.11.2009, 16:23:17
Ist das vollkommener Blödsinn...
nichts für ungut, eine so abenteuerlich zusammengestrickte fehlerdiagnose hab ich noch nie gehört....
selbst wenn das spiel 0 betragen würde, könntest du das nicht anhand einer runde hinterrad drehen bemerken. der erhöhte widerstand kommt von den nockenwellen, die die ventile gegen die federkraft in den brennraum drücken.
zu kleines ventilspiel ist nie gut. geh auf nummer sicher und lass das möppi stehen bis du genaueres weißt.
Hansafan1985
20.11.2009, 16:45:09
Du solltest dir auch eine Fühlerlehre besorgen, die das vorgeschriebene Spiel auch abdeckt. Wenn du jetzt ein Spiel von 0.038mm hast, könntest du ja noch bedenkenlos fahren. Jetzt musst du erst den Shim wechseln, um definitiv erfahren zu können, ob das Spiel zu klein ist
Kalectro
20.11.2009, 19:49:05
jo, das mit der Fühlerlehre ist doof, Louis hat die aber erst ab 0,04mm.
Ich hab vorhin dann noch eine kleine Fahrradtour zur nächsten Werkstatt gemacht die mit Shims verkaufen wollte. Dann noch alles schnell mit Handytaschenlampe eingebaut. Vorne rechts hab ich jetzt 0,08mm und hinten links 0,06 es war also wohl aller höchste Eisenbahn, dass das mal gemacht wurde. Das Hinterrad ließ sich übrigens immer noch so bescheiden drehen :P
Den Vergaser hab ich dann auf Grund der eintretenden Dunkelheit nicht mehr angerührt und auch den Schläuchen keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt.
Alles wieder zusammengebaut und siehe da: es hat sich nichts geändert außer, dass er ruhiger läuft. Also nochmal am Standgas rumgedreht, und auf einmal macht es klick und es lässt sich wieder super einstellen. Choas hatte also wohl doch recht... ich hatte in die falsche Richtung gedreht und es damit wohl ganz raus gedreht.
Jetzt schnurrt meine Susi auf 1400U/min wie aus der Fabrik, allerdings eben immernoch auf PRI. Schalte ich auf ON, geht der Motor nach kurzer Fahrt wieder aus. Ich hoffe ja mal, dass der Benzinschlauch irgendwie verdreckt ist und nicht die Membran kaputt ist, aber mal schauen.
Vielen Dank schonmal für eure Hilfe, allein weil sie jetzt wieder so ruhig läuft hat sich das Schrauben gelohnt
PS: gut, dass ich den Beitrag geschrieben habe, da ist mir eingefallen, dass ich immernoch auf PRI stehe
Kalectro
21.11.2009, 19:07:15
Sooooo, alles wieder in Ordnung :)
Hab den Benzinhahn auseinandergenommen und von Dreck befreit. Da war echt ne Menge drin, bin ich aber wohl selbst dran Schuld, wenn ich den Tank abbaue, stelle ich den einfach so auf die Erde. Da kann der Benzinfilter auch nichts mehr filtern, wenn der Dreck erst dahinter dazukommt.
Musste zwar nochmal das Standgas einstellen, aber jetzt läuft sie auch wieder auf ON und meine Benzinhahnmembran sieht auch noch gut aus, auch wenn sie ebenfalls verschmutzt war.
Mea culpa :(
Danke für die umfangreiche Hilfe an alle!
Kai
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