Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bremse Gewinde der Entlüftungsschraube abdichten
ups25
19.11.2018, 11:32:40
Beim Entlüften der Bremse, nach dem Wechsel der Bremsleitung und -flüssigkeit, hatte ich immer wieder Luft im Schlauch. Verbaut hatte ich auch eine neue Entlüftungsschraube. Selbst bei geringster Öffnung, bei der ein Pumpen möglich war, zogen die Schrauben Luft. Die Lösung war Gewindedichtfaden (Weicon DF 175 oder Loctite 55), hiermit wurde ein Stück des Gewindes, am oberen Ende, dünn (einlagig) umwickelt. Die Dichtfäden sind für Sanitär-, Pneumatik- und Hydraulikanwendungen entwickelt. Teflonband hätte ich wohl auch nehmen können, müsste aber wohl jedes Mal erneuert werden. Der Dichtfaden sollte aber nach dem Lösen wieder dichten, beim Festziehen.
3y3joe
19.11.2018, 13:18:35
Es hilft ein stück transparenten Schlauch auf den Nippel zu stecken, dann zieht es da bei Entlüften keine Luft mehr mit rein. Ausserdem suppt die alte Brühe nicht über deine Bremse und kann sauber aufgefangen werden.
Mumpfel
19.11.2018, 13:46:55
Ich denke, er meint die Luft, die es über das Gewinde mit reinzieht wenn man den Nippel gelockert hat.
Gruß Michael
3y3joe
19.11.2018, 13:49:47
Ich denke, er meint die Luft, die es über das Gewinde mit reinzieht wenn man den Nippel gelockert hat.
Gruß Michael
ok,..... ist mir ehrlich gesagt nie passiert...
Gruß
Joe
ups25
19.11.2018, 14:14:06
Luft über Gewinde, bei gelockerter Schraube. Das ich nen Schlauch benutzt hab kann man lesen und ja, der Schlauch war auch transparent und sehr straff auf dem Nippel. Wie hätte ich sonst die Blasen sehen können ohne unendlich Bremsflüssigkeit zu benötigen.
Ist mir auch zum ersten Mal passiert, bei meinen drei, eigenen, und den Mopeds von Freunden. Sind alles alte Motorräder ...
3y3joe
19.11.2018, 15:19:58
Luft über Gewinde, bei gelockerter Schraube. Das ich nen Schlauch benutzt hab kann man lesen und ja, der Schlauch war auch transparent und sehr straff auf dem Nippel. Wie hätte ich sonst die Blasen sehen können ohne unendlich Bremsflüssigkeit zu benötigen.
Ist mir auch zum ersten Mal passiert, bei meinen drei, eigenen, und den Mopeds von Freunden. Sind alles alte Motorräder ...
ok, na vielleicht ist auch das Gewinde beschädigt....ich hätte es vielleicht mit Schmierfett probiert, das sollte die Luft auch abhalten.... ist aber sicher n blöder Fehler, wenn einem das zum ersten Mal passiert....
Dirk-Boerge
20.11.2018, 07:49:36
Cool, hier mal nicht nur ein Problem zu finden, sondern dass jemand einfach mal eine Lösung für ein Problem, dass vielleicht auch andere haben, veröffentlicht.
Lösung ist naheliegend, nun weiß man aber, dass sie am Motorrad auch funktioniert. Danke.
AmigaHarry
20.11.2018, 09:31:33
Normalerweise ist es nicht möglich das da Luft eindringt. Wenn man keine Vakuumpumpe zum Entlüften hat, darf man den Nippel immer nur dann eine halbe Umdrehung öffnen, während man oben am Bremshebel pumpt. Danach sofort schließen.
Was keine gute Idee ist: Irgendwas auf das Gewinde zu schmieren. Sollte da Fett in den Kreislauf kommen, beginnt eine katalytische Reaktion mit der Bremsflüssigkeit - ganz schlecht.
Mumpfel
20.11.2018, 11:05:11
Eine Möglichkeit wären die Ventile der Firma Stahlbus. Die sind mit einem Gummiring oberhalb des Gewindes abgedichtet und haben ein Rückschlagventil. Dazu fehlen mir aber die Erfahrungswerte, werde es aber mal ausprobieren.
Gruß Michael
3y3joe
20.11.2018, 11:29:55
Normalerweise ist es nicht möglich das da Luft eindringt. Wenn man keine Vakuumpumpe zum Entlüften hat, darf man den Nippel immer nur dann eine halbe Umdrehung öffnen, während man oben am Bremshebel pumpt. Danach sofort schließen.
Was keine gute Idee ist: Irgendwas auf das Gewinde zu schmieren. Sollte da Fett in den Kreislauf kommen, beginnt eine katalytische Reaktion mit der Bremsflüssigkeit - ganz schlecht.
Neee, aufs Gewinde würde ich kein Schmierfett geben, bzw nur im äusseren Bereich, und das auch schon aus dem Grund , dass ich den Nippel dazu ja ganz herausschrauben müsste.
Kann mir auch denken dass sich Mineralölprodukte und Bremsflüssigkeit nicht unbedingt vertragen, und wollte das auch nicht ausprobieren wollen.
Aber sag, was passiert denn da genau bei der Katalytischen Reaktion.
(Ich weiss was ein Katalysator ist und ein Katalytische Reaktion, Du brauchst also nicht bei Adam und Eva beginnen:) ) Aber wäre interessant zu wissen was da vebindungstechnisch abgeht.
Saugwurmmensch
20.11.2018, 14:20:04
Es gibt - als günstigere Alternative - auch Entlüftungsschrauben, die einen Dichtstoffe am Gewinde haben (easy bleed). Hält sicher nicht ewig, aber da gibt es die Schraube ab so 7€.
AmigaHarry
20.11.2018, 14:26:44
Kann dir nur das wiedergeben, was Suzuki vor Jahren in den Händleraussendungen bekannt gegeben hat. Es ging dabei um einen Fall, bei dem statt BrFLK DOT4 eine Hydraulikflüssigkeit nachgeleert wurde. Ich versuche das aus dem Gedächtnis zu "rekonstruieren":
Viele BrFLK haben als Hauptbestandteil irgend einen Polyglykolether. Dieser ist hygroskopisch, d.h. er lagert Wasser ein (physikalisch - nicht chemisch). Bei den Fetten/Ölen wiederum gibts Zusatzstoffe auf Schwefel oder/und Phosphorbasis (und einiges anderes mehr) um Feuchte im Fett zu binden. Diese reagieren mit dem Wasser und bilden Hydrate und andere Spaltprodukte. Da auch Radikalfänger in den Fetten enthalten sind, kommt es vor, das diese Reaktionsprodukte wiederum aufgespalten werden, und das Ganze fängt von vorne an, bis keine Radikalfänger mehr da sind. Dabei spielen auch die Glykolether selbst eine Rolle.
Auswirkungen dieses damaligen Falles: Bremswirkung verloren, sämtliche Gummidichtungen und Manschetten zerstört.
3y3joe
20.11.2018, 14:30:00
Kann dir nur das wiedergeben, was Suzuki vor Jahren in den Händleraussendungen bekannt gegeben hat. Es ging dabei um einen Fall, bei dem statt BrFLK DOT4 eine Hydraulikflüssigkeit nachgeleert wurde. Ich versuche das aus dem Gedächtnis zu "rekonstruieren":
Viele BrFLK haben als Hauptbestandteil irgend einen Polyglykolether. Dieser ist hygroskopisch, d.h. er lagert Wasser ein (physikalisch - nicht chemisch). Bei den Fetten/Ölen wiederum gibts Zusatzstoffe auf Schwefel oder/und Phosphorbasis (und einiges anderes mehr) um Feuchte im Fett zu binden. Diese reagieren mit dem Wasser und bilden Hydrate und andere Spaltprodukte. Da auch Radikalfänger in den Fetten enthalten sind, kommt es vor, das diese Reaktionsprodukte wiederum aufgespalten werden, und das Ganze fängt von vorne an, bis keine Radikalfänger mehr da sind. Dabei spielen auch die Glykolether selbst eine Rolle.
Auswirkungen dieses damaligen Falles: Bremswirkung verloren, sämtliche Gummidichtungen und Manschetten zerstört.
Ohh, das hört sich nicht gut an...hab vermutet dass die Gummis das nicht mögen..aber das ist echt krass! Danke für die Info!
seife
21.11.2018, 12:36:38
Wobei mir ein alter, vertrauenswürdiger Motorradschrauber mal den Tipp gegeben hat, beim eingeschraubten Nippel außen zähes Fett um das Gewinde (die "Kontaktstelle" von Nippel und Bremssattel) zu schmieren, um das Gewinde abzudichten und das Eindringen von Nebenluft zu vermeiden.
Ich glaube nicht, daß das Fett durch das Gewinde bis zur Bremsflüssigkeit hineingezogen wird, dazu ist es zu zäh.
Hinterher kann man das gut abwischen und Reste mit Bremsenreiniger abwaschen.
3y3joe
21.11.2018, 12:43:40
Wobei mir ein alter, vertrauenswürdiger Motorradschrauber mal den Tipp gegeben hat, beim eingeschraubten Nippel außen zähes Fett um das Gewinde (die "Kontaktstelle" von Nippel und Bremssattel) zu schmieren, um das Gewinde abzudichten und das Eindringen von Nebenluft zu vermeiden.
Ich glaube nicht, daß das Fett durch das Gewinde bis zur Bremsflüssigkeit hineingezogen wird, dazu ist es zu zäh.
Hinterher kann man das gut abwischen und Reste mit Bremsenreiniger abwaschen.
Ja siehste , das war mir auch spontan dazu eingefallen:)
Allerdings hatte ich das Problem selber noch nicht...
ups25
22.11.2018, 13:27:49
Nun gibt es weitere Lösungsansätze, von Berufsschraubern (Auto, ATV, Quad). Werkstätten benutzen wohl Gewindedichtmassen mit geringer Klebekraft. Es gab sogar den Vorschlag elastischer Heißkleber und später abpiddeln. Neue Bremse, Aufbohren …
Das Problem entsteht durch Aufweitung der Gewinde. Fertigungstoleranzen, Verschleiß, das Anzugsmoment. „Wer geht dann da mit nem Drehmomentschlüssel ran?“ Natürlich gab auch den Tipp: „Flüssigkeit nicht so häufig wechseln. Interwall ist eine Empfehlung.“ „Wer tauscht den schon alle 5 Jahre seine Gummileitungen aus, wie man sollte?“ „An meiner Güllepumpe sind noch die original Leitungen und die Flüssigkeit hab ich auch schon 2 oder 3 Mal gewechselt“
Natürlich trat das Problem an einem Samstagabend auf. Kaufen war also nicht. So stehen lassen, ging auch nicht. Blieben also nur Lagerbestände: Die neue Entlüfterschraube, Dichtschnur oder Teflonband. Heißkleber ist mir nicht eingefallen und was draufschmieren, wollte ich nicht, Polyglykol. Gedanken waren nur Sanitär, Kälte + Klima, Hydraulik.
Gerätschaften:
1. Vakuumpumpe: Zum Absaugen und Füllen. Zum Entlüften eignet sich meine Pumpe nicht bei der Situation. Hierdurch wurde ich ja erst auf die Besonderheit, Nebenluft, aufmerksam.
2. Auffangbehälter mit Rückschlagventil: Nach 3 Jahren Flasche, gerissen. Werd mir aber sowas zum Entlüften bauen.
3. Würstchengläser und 40 cm lange durchsichtige Schläuche mit 4 + 5 mm Innerdurchmesser, zum Entlüften.
4. Helfer, bei Mopeds mit vorne zwei Bremsscheiben.
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