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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen zur Lichtmaschine


Eleven7
18.05.2006, 20:35:00
Muss wohl demnächst folgendes mal austauschen, da defekt:
Lichtmaschine

Folgende Fragen dazu: Wie sieht die eigentlich genau aus?

Unterm rechten Seitendeckel vorn ist nur so ein kleines rundes Ding mit zwei Spulen um einen Magneten. Da kommen dann zwei Kabel raus, die in Richtung Batterie / kleiner schwarzer kasten(regler?) gehen.

1.Ist das schon die ganze Lima?

2.Der Regler erzeugt aus dem Gleichstrom der Lima Wechselstrom, richtig?

3. Wie kann man die Funktionsweise von Lima und Regler möglichst einfach testen?

4.Was liegt eigentlich unter dem vorderem linken Deckel des Motors?


Danke für Antworten.

18.05.2006, 21:06:46
Also ich weiß ja nicht was du für ne GS hast aber meine Lima ist links.
Rechts unter dem Deckel mit der Suzuki-Aufschrift sitzt der Zündgeber

Andy83
18.05.2006, 23:26:06
Jop, des ist der Hall / Zündgeber..

Lima hat mehr wie 2 Spulen! :!:

Spitshine
19.05.2006, 07:37:55
2.Der Regler erzeugt aus dem Gleichstrom der Lima Wechselstrom, richtig?

So weit ich weiß, erzeugt die Lima Wechselstrom und der Regler macht Gleichstrom draus, daher auch der Name Gleichrichter....oder? :)

AmigaHarry
19.05.2006, 08:09:44
Die LiMa liegt unter dem linken Motordeckel und läuft im Motoröl. Die LiMa selbst ist eine ca 15cm durchmessende 3-phasig gewickelte Spule die im Seitendeckel montiert ist (3 Kreuzschlitzschrauben, die man oft nur mit einem Schlagschrauber aufbringt, da mit Gewindekleber gesichert)
Wenn du die tauschen willst, musst du entweder das Öl ablassen, oder die GS soweit seitlich legen (ca 45°), daß nichts mehr ausrinnt (aufpassen, daß du in dem Fall nicht zuviel Sprit im Tank hast, sonst rinnt der aus....). Ritzelabdeckung muß auch runter, weil da das Kabel verlegt ist. Neue Dichtung für den Deckel nicht vergessen - thats it!

19.05.2006, 12:49:30
"Wie kann man die Funktionsweise von Lima und Regler möglichst einfach testen?"

Der Generator oder auch Lichtmaschine genannt, produziert fleißig eine Wechselspannung. Deren Stator besteht aus 3 miteinander verbundenen Wicklungen. Wenn sich der Motor dreht, rotiert ein Rotor in diesem Stator und induziert die genannte Wechselspannung (ca. 80 V). Gehen wir der Einfachheit halber mal davon aus, dass der "Saft" in der ersten Wicklung - man spricht auch von "Phasen" - produziert wird, der im Gleichrichter über eine Diode geleitet wird, die daraus Gleichstrom macht. Tatsächlich sind übrigens immer die 2 ersten Phasen am Erzeugen der Spannung beteiligt. Die dritte kommt später dazu (siehe unten).
Über eine geniale Schaltung wird das Ganze auf tatsächliche 14 - 14,5 V gebracht. Wenn genügend Verbraucher angeschlossen sind, fließt das Ganze locker in das elektrische System. Dort saugt es auch unter anderem die Batterie auf, solange sie kann.
Wenn aber zuviel Energie produziert wird oder die Batterie voll ist, merkt dies der Gleichrichter über einen Messwiderstand, meldet "zu viel Saft" und aktiviert einen Thyristor.
Der leitet einen gewissen Teil des überschüssigen Energie (Verlustleistung der Dioden und Thyristoren) an Masse - also an das Gehäuse des Gleichrichter/Reglers. Die wird dort "verbraten". Daher ist das Gehäuse auch mit Kühlrippen versehen und muss einen guten Kontakt zur Masse haben.
Ein Großteil der überschüssige Energie wird aber über zwei andere Dioden zurück in den Stator geleitet und zwar in die zwei Wicklungen, die gerade nicht Energie liefern. Natürlich werden diese auch heiß dabei, aber da sie im Ölbad des Motors liegen, werden sie im Normalfall gut gekühlt.
Das kann natürlich nur funktionieren, wenn der Massekontakt des Gleichrichter/Reglers gut genug ist und genügend Öl zur Kühlung bereit steht. Bei mieser Masse brennt entweder sofort der Gleichrichter/Regler ab oder es wird zuviel überschüssige Energie in den Stator zurückgeleitet, er wird zu heiß und die Isolierung der Wicklungen schmilzt. Die schließen kurz und können nicht mehr genügend Energie liefern - die Batterie entlädt sich. Das passiert natürlich auch bei zu geringem Ölstand oder wenn durch Korrosion der Steckverbinder nicht genügend Energie ausgetauscht werden kann.
Wird das Licht angeschaltet, liefert auch die dritte Wicklung Energie, um die Beleuchtung zu speisen. Rechnen wir mal nach: Der Generator liefert bei 14 Volt etwa 20 Ampere, also 280 Watt. Aufgeteilt auf drei Wicklungen sind das pro Schleife etwa 93 Watt. Die Beleuchtung benötigt 55-60 W für den Scheinwerfer, 5 W für das Standlicht, etwa 12 W für die Instrumentenbeleuchtung und 5-8 W für das Rücklicht. Das sind maximal 85 W und heißt, dass mindestens 8 W verbraten werden müssen. Das ist so viel, wie ein kleiner Lötkolben!
Aber das ist alles sehr vereinfacht dargestellt. Im Normalfall sind also mindestens 2 oder alle Phasen aktiv an der Stromerzeugung beteiligt und es ergibt sich ein nettes Wechselspiel aus Energiegewinnung und Verbraten. Der Stator hat so eine Menge Arbeit zu leisten und wenn nicht alle Bauteile perfekt funktionieren, wird es ihm schnell zu heiß und das ist dann das Ende eures teuren Generators.

http://www.ezwebz.com/gs-classic/images/allg/elektr/regrec03.gif

Ladespannung prüfen

Wird die Batterie nicht mehr genügend geladen, solltet Ihr zunächst den Ladestrom prüfen.
Dazu sollte die Batterie voll geladen sein. Den Motor anlassen und mit eingeschaltetem Scheinwerfer (Aufblendlicht) bei ca. 5.000 U/min laufen lassen. Mit Hilfe eines Multimeters überprüft jetzt, wie viel Gleichspannung zwischen den Batteriepolklemmen ansteht. Mit steigender Drehzahl erhöht sich der Wert und erreicht maximal 14 - 15,5 V Gleichspannung
Ist er geringer oder höher, müsst Ihr weiter prüfen.
http://www.ezwebz.com/gs-classic/images/allg/elektr/batt16.gif

Nulllastleistung prüfen

Dazu nehmt Ihr die drei Zuleitungskabel des Generators ab. Den Motor anlassen und bei ca. 5.000 U/min laufen lassen. Mit Hilfe eines Multimeters überprüft jetzt, wie viel Spannung zwischen den einzelnen Wicklungen ansteht. Der richtige Wert für alle 3 Messungen ist 80 V Wechselspannung. Falls das Ergebnis geringer ist, ist die Lichtmaschine schadhaft.

http://www.ezwebz.com/gs-classic/images/allg/elektr/stator01.gif

Durchgangsprüfung der Wicklungen


Dazu nehmt Ihr auch die drei Zuleitungskabel des Generators ab. Ohne laufenden Motor und mit Hilfe eines Multimeters überprüft jetzt , ob alle Wicklungen Durchgang zueinander haben. Der richtige Wert für alle 3 Messungen ist ca. 0,65 (+/ - 0,05) Ohm (die genauen Werte für die GS500 hab ich gerade nicht da). Falls das Ergebnis geringer oder höher ist, sind die Wicklungen kurzgeschlossen oder unterbrochen.

http://www.ezwebz.com/gs-classic/images/allg/elektr/stator01.gif

Gleichrichter-Regler prüfen

Ist bis hierhin alles OK, hat der Gleichrichter eventuell sein Leben ausgehaucht. Baut ihn also aus und messt mit einem Multimeter den Widerstand (Ohm) zwischen allen Kabeln. Die Ohm-Werte (D = Durchgang, rote Felder = keine Prüfung) für die Kombination der Messpunkte entnehmt Ihr der Tabelle.
Ist nur ein Wert falsch, ist der Gleichrichter bzw. die GR-Einheit defekt und muss sofort ausgetauscht werden, sonst stirbt Euer Stator früher oder später!
Die werte dafür stehen in der Rep. hilfe für deine GS.


Hab es zwar selbst gelernt aber Klauen im Netz ist einfacher wie selber schreiben :D Der Text ist etwas von mir bearbeitet worden.
Auch findet man auf der seite noch weiter gute Tipps für den Regler. Siehe hier: http://www.ezwebz.com/gs-classic/tipps/gen_01.htm


Gruss Akki

Eleven7
19.05.2006, 14:07:55
Danke!

MarkusN
19.05.2006, 14:26:31
Kleine Korrektur aus dem Suzuki Manual. 75V Phase/Phase sind genug.

19.05.2006, 15:30:29
Kleine Korrektur aus dem Suzuki Manual. 75V Phase/Phase sind genug.

Haste auch den Widerstand der spulen oder passen die werte?

MarkusN
19.05.2006, 15:42:15
Muttu warten bis heute Abend. Obwohl: Wirklich wichtig ist der Wert nicht. Wenn alle drei etwa gleich sind ist wahrscheinlich OK.

ALF
19.05.2006, 19:58:48
...wüsste ich auch gerne.

MarkusN
20.05.2006, 08:03:20
Suzuki gibt keine Widerstandswerte an. Zwischen den Phasen Durchgang, Phase / Masse kein Durchgang ist die einzige Angabe

Gagamil
21.05.2006, 00:26:46
Hier kannst Du meine zerbröselte Lichtmaschine sehen.

http://www.gs-500.de/phpBB2/viewtopic.php?t=17237

AmigaHarry
21.05.2006, 17:08:08
@Axel:

Noch ne kleine Korrektur: Das Zuschalten der 3. Phase gibts seit ca 1983 nicht mehr - alle 3 Phasen sind jetzt dauernd zugeschaltet........ Das gibts nur mehr bei den alten GS........

FunGS500
16.04.2018, 16:03:16
Weiß jemand zufällig das Drehmoment der Schrauben für den LimaDeckel?

berndy
16.04.2018, 17:52:38
6 mm Gehäuseschrauben: 9 - 13 Nm

8 mm Gehäuseschrauben: 20 - 24 Nm

Ich würde ein Drehmoment jeweils in der Mitte der angegebenen Bereiche anstreben.