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-   -   Wo zum Henker kommt das Öl her? (https://forum.gs-500.de/showthread.php?t=42077)

handwerker24 27.04.2025 12:24:32

Wo zum Henker kommt das Öl her?
 
Servus, ich komm gleich zur Sache:

Hab meine GS500E 1999 schon paar Jahre, aber jetzt erst seit kurzem tritt Öl an einer komischen Stelle aus - und zwar beim Krümmer vorne, über der Zylinderfußdichtung in so einer kleinen Höhle drinne, über der Kubikangabe... Ich hab kein Plan wie das sein kann weil es ist nicht bei der Dichtung sondern bei einer geschlossenen Stelle... Muss ich wahrscheinlich die Zylinderbank austauschen?
Das Hinzufügen von einem Link oder Fotos in der Funktion "Dateien anhängen" funktioniert nicht, deswegen zu ich mal hier einen Link zu einem OneDrive Ordner Reinkopieren mit 3 Bildern. Auf dem Bild ist es die linke Seite über der Hubraumgravierung.

https://1drv.ms/i/c/5abeb1313aefefd6...7zBB_iejbLUbWw

Falls der Link nicht funktioniert bitte sagen.

berndy 27.04.2025 17:58:21

Guck mal unter den Vergasern ob es da nass ist. Das Öl könnte von der Ventilhaubendichtung, dem Verbindungsschlauch der Kurbelgehäuseentlüftung zum LuFi-Kasten oder dem Steuerkettenspanner kommen und durch den dortigen Kühlluftdurchgang zwischen den Zylindern nach vorne laufen.

Wenn es nur ganz wenig ist, würde ich das einfach von Zeit zu Zeit abwischen. Ältere Maschinen dürfen etwas schwitzen.

Trotzdem schadet es natürlich nicht mal zu gucken, wo es herkommt. Vll. ist es ja mit einem neuen Verdindungsschlauch zu LuFi-Kasten getan.

handwerker24 27.04.2025 18:13:49

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 2)
Zitat:

Zitat von berndy (Beitrag 624574)
Guck mal unter den Vergasern ob es da nass ist. Das Öl könnte von der Ventilhaubendichtung, dem Verbindungsschlauch der Kurbelgehäuseentlüftung zum LuFi-Kasten oder dem Steuerkettenspanner kommen und durch den dortigen Kühlluftdurchgang zwischen den Zylindern nach vorne laufen.

Hat es überhaupt einen Durchgang zwischen den beiden Zylindern? Ding ist, auf der Rückseite ist alles trocken... Meine Vermutung ist bei erneutem Anschauen von einer separaten Zylinderbank, dass Öl im Bild 1 (Zylinderbank von unten) durch das Loch im Kringel, wird wahrscheinlich ein Stehbolzen durchgehen, da sich irgendwie hocharbeitet und dann zwischen dem Bolzen und Führungskoch Bild 2 zu sehen durchkommt... Würde gehen wenn an erster Stelle die Zylinderfußdichtung Schrott ist... Was meinst du?

berndy 27.04.2025 19:01:55

Jetzt muss ich ehrlich gestehen, dass ich mir das noch gar nicht so genau angeguckt habe. Ich ging immer davon aus, dass es da einen Durchgang, bzw. zwei, rechts und links vom Steuerkettentunnel, gibt.

Ja, natürlich, wenn da die Fußdichtung um den Stehbolzen undicht ist, könnte sich Öl hochdrücken.

Aber, wie bereits angemerkt, wenn es nicht viel ist, würde ich damit leben. Der Aufwand ist doch recht groß und es besteht die Gefahr, dass bei der Demontage etwas kaputt geht, Schrauben abreissen ... und es hinterher doch nicht 100%ig dicht wird.

handwerker24 27.04.2025 19:05:13

Naja ich hab bald TÜV und nicht genug Geld um dem Prüfer zwei Scheine zwischen die Brille zu stecken��

berndy 27.04.2025 19:47:04

Dann mach das doch vor der HU richtig sauber. Wenn es nur ölfeucht ist, wird meistens nur darauf hingewiesen, vll. auch mal im Prüfbereicht vermerkt. Solange es nicht tropft, wird es oft toleriert.

Meine schwitzt etwas am Steuerkettenspanner. Bisher gab es da noch kein Problem. Einmal wurde mir geraten mal nach der Ventildeckeldichtung zu gucken, das wars.

handwerker24 27.04.2025 19:52:53

Ich mein ich hab en Dichtungsset unterm Bett liegen, mit dem ich die Dichtung zwischen Kurbelgehäuse und Zylinderfuß, zwischen Zylinder(bank) und Zylinderkopf, und zwischen Zylinderkopf und Ventildeckel erneuern kann. Ich hab mir auch en schönes Set Drehmomentschlüssel und Adapter geholt und die Schritte zum Ausbau der Zylinderbank recherchiert. Tät mir das schon zumuten, wird halt ne Weile dauern und ich war mir nicht sicher ob ich es machen soll weil mir die Position der Austrittsstelle so suspekt vorkam. Aber ich werd's mal probieren. Hab generell en Händchen fürs Handwerk

handwerker24 15.05.2025 05:35:46

Ursache gefunden
 
Also, ich hab mich dran gewagt, die Zylinderkopfhaube, den Zylinderkopf und die Zylinderbank abzubauen. Dann hat man auch schon direkt den Fehler gesehen. Um den Kettenschacht herum, haben sich bei den inneren 4 Stehbolzen viele kleine Steinchen/Dreck angesammelt. Und das hat dann den Block so minimal aber trotzdem ausreichend angehoben, sodass sich das Öl durch den Druck da rausgedrückt hat. Da ich mir für Entlüftungsdeckel, Zylinderkopfhaube und Zylinderbank bereits ein Dichtungsset bestellt hatte, konnte ich alle Dichtungen gut tauschen. Mich hat es verwundert, dass die Dichtungen von Kurbelgehäuse auf Zylinderbank und Zylinderbank auf Zylinderkopf bloß zwei dünne, lackierte Metallplatten sind. Nachdem ich alles wieder zusammengebaut hatte, auch die Steuerzeiten mit der Nockenwelle korrekt eingestellt hatte, wollte ich grade die erste von 8 Stehbolzenmuttern anziehen, und ich hab nicht mal fest angezogen, sondern gerade angefangen, da bricht mir der Stehbolzen ab🥲seufz. Also alles wieder auseinandergebaut, den Stehbolzen rausgedreht, von einem Freund eine Gewindestange besorgt, reingedreht, alles wieder zusammengebaut, festgedreht, angemacht und siehe da; Motor läuft rund und Öl ist weg - ist dicht. Ich war von 0700 morgens bis 2000 abends nonstop am Machen. Hat mir nen kleinen Sonnenbrand aber auch eine gute Erfahrung beschert.

AmigaHarry 15.05.2025 07:44:42

Ich hoffe nur, die Gewindestange ist aus hochfestem Stahl - sonst könnte sich das Spiel wiederholen....

berndy 15.05.2025 08:08:13

Ich glaube nicht, dass der Schmutz die Undichtigkeit verursacht hat. Ich denke eher, dass der gerissene Stehbolzen vorgeschädigt war und den erforderlichen Druck auf die Dichtflächen nicht übertragen konnte.

Dirk-Boerge 15.05.2025 14:47:18

Respekt.


Zitat:

Zitat von handwerker24 (Beitrag 624686)
Also, ich hab mich dran gewagt, die Zylinderkopfhaube, den Zylinderkopf und die Zylinderbank abzubauen. Dann hat man auch schon direkt den Fehler gesehen. Um den Kettenschacht herum, haben sich bei den inneren 4 Stehbolzen viele kleine Steinchen/Dreck angesammelt. Und das hat dann den Block so minimal aber trotzdem ausreichend angehoben, sodass sich das Öl durch den Druck da rausgedrückt hat. Da ich mir für Entlüftungsdeckel, Zylinderkopfhaube und Zylinderbank bereits ein Dichtungsset bestellt hatte, konnte ich alle Dichtungen gut tauschen. Mich hat es verwundert, dass die Dichtungen von Kurbelgehäuse auf Zylinderbank und Zylinderbank auf Zylinderkopf bloß zwei dünne, lackierte Metallplatten sind. Nachdem ich alles wieder zusammengebaut hatte, auch die Steuerzeiten mit der Nockenwelle korrekt eingestellt hatte, wollte ich grade die erste von 8 Stehbolzenmuttern anziehen, und ich hab nicht mal fest angezogen, sondern gerade angefangen, da bricht mir der Stehbolzen ab🥲seufz. Also alles wieder auseinandergebaut, den Stehbolzen rausgedreht, von einem Freund eine Gewindestange besorgt, reingedreht, alles wieder zusammengebaut, festgedreht, angemacht und siehe da; Motor läuft rund und Öl ist weg - ist dicht. Ich war von 0700 morgens bis 2000 abends nonstop am Machen. Hat mir nen kleinen Sonnenbrand aber auch eine gute Erfahrung beschert.


handwerker24 15.05.2025 15:09:09

Zitat:

Zitat von AmigaHarry (Beitrag 624688)
Ich hoffe nur, die Gewindestange ist aus hochfestem Stahl - sonst könnte sich das Spiel wiederholen....

Nope, die ist aus ganz normalem Stahl, aber die Dinger werden mit gerade mal 16Nm festgezogen und als Übergangslösung funktionierts

handwerker24 15.05.2025 15:09:42

Zitat:

Zitat von berndy (Beitrag 624689)
Ich glaube nicht, dass der Schmutz die Undichtigkeit verursacht hat. Ich denke eher, dass der gerissene Stehbolzen vorgeschädigt war und den erforderlichen Druck auf die Dichtflächen nicht übertragen konnte.

Das kann auch sein

AmigaHarry 15.05.2025 16:18:01

Ja, als Übergangslösung.
Nicht vergessen: Die 16Nm gelten für das Eindrehen und fixieren des Bolzens. Die Last ist aber 40Nm (Kopfmuttern!!) + Explosionsdruck, also ein Vielfaches. Normaler Stahl dehnt sich viel mehr und irgendwann wirds zuviel. Umsonst sind Stehbolzen nicht aus hochfestem Stahl mit geringer Elastizität und hoher Streckgrenze. Würde mich nicht wundern, wenn bei dein gerissener Stehbolzen schon ein falscher war (sowas kann man nämlich nicht nur original beschaffen) - die reissen ansonsten nur, wenn sie überzogen wurden.

handwerker24 15.05.2025 16:21:07

Zitat:

Zitat von AmigaHarry (Beitrag 624700)
Ja, als Übergangslösung.
Nicht vergessen: Die 16Nm gelten für das Eindrehen und fixieren des Bolzens. Die Last ist aber 40Nm (Kopfmuttern!!) + Explosionsdruck, also ein Vielfaches. Normaler Stahl dehnt sich viel mehr und irgendwann wirds zuviel. Umsonst sind Stehbolzen nicht aus hochfestem Stahl mit geringer Elastizität und hoher Streckgrenze. Würde mich nicht wundern, wenn bei dein gerissener Stehbolzen schon ein falscher war (sowas kann man nämlich nicht nur original beschaffen) - die reissen ansonsten nur, wenn sie überzogen wurden.

Hm, gut als ich den kaputten rausgedreht hab, hab ich fast en Vogel gekriegt weil der sich nur schwer bis zum Schluss hat rausdrehen lassen... Aber ja ich werd den Motor nachdem ich mir neue Stehbolzen besorgt habe dann eh nochmal aufmachen müssen.

AmigaHarry 15.05.2025 16:26:16

Sei vorsichtig, wenn du den Bolzen rausdrehst. Wenn du das Genwinde unten im Block zerstörst ist sense - bzw. wirds teuer und aufwändig.
Theoretisch müsstest du den wechseln können, ohne den Zylinder runternehmen zu müssen (sonst brauchst wieder alle Dichtungen neu). Die Presskraft der anderen Bolzen sollte ausreichen, das er sich beim Wechsel nicht bewegt und undicht wird.

handwerker24 15.05.2025 16:30:24

Zitat:

Zitat von AmigaHarry (Beitrag 624702)
Sei vorsichtig, wenn du den Bolzen rausdrehst. Wenn du das Genwinde unten im Block zerstörst ist sense - bzw. wirds teuer und aufwändig.
Theoretisch müsstest du den wechseln können, ohne den Zylinder runternehmen zu müssen (sonst brauchst wieder alle Dichtungen neu). Die Presskraft der anderen Bolzen sollte ausreichen, das er sich beim Wechsel nicht bewegt und undicht wird.

Joa nur krieg ich den nur mit Zange rausgedreht und viel Platz hat's auch nicht... Da kann ich dann bloß am Gewinde anfassen wenn ich bloß den Ventildeckel abmachen...


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