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Eagle 13.09.2025 16:39:40

Angst vorm Motorradfahren
 
Hi Leute,

seit Jahrzehnten bin ich immer gerne mit dem Motorrad unterwegs gewesen. Vor drei Monaten gab es dann ein Ereignis, nachdem ich mich auf dem Möpp nicht mehr wohlfühle.

Mei Schwiegersohn wurde auf der fahrt zur Arbeit von einem Sattelzug erwischt, der vor ihm plötzlich nach links abbog. Er hatte keine Chance mehr zu bremsen und knallte mit voller Fahrt gegen das Führerhaus. Helm und Schutzkleidung haben da nichts mehr genützt und er war sofort tot.

Das Ganze ist jetzt 3 Monate her. Ich habe seitdem mehrmals versucht, wieder zu fahren. Ich habe einfach Angst und weiß nicht, was ich dagegen machen soll.

Herr M. 13.09.2025 20:42:54

Hallo Eagle,

zuerst mein herzliches Beileid, es ist immer besonders schlimm, wenn sowas in der Familie passiert.

Da die Saison sowieso bald um ist, würde ich das Motorrad stehenlassen und für den Winter einmotten. Bis zum nächsten Frühjahr hast Du bestimmt genug Abstand gewonnen und dann müßte es wieder gehen. Motorradfahren muß Spaß machen, sonst hat es keinen Sinn.

Ich selbst hatte Anfang August einen Beinahe- Unfall mit der GS, als mir morgens auf dem Weg zur Arbeit ein Autofahrer aus einer Seitenstraße die Vorfahrt nahm und ich seine Heckklappe nur knapp verfehlte...

Wird schon werden! :wink:
Viele Grüße,
Gerd

AmigaHarry 13.09.2025 22:44:50

Auch von meiner Seite Beileid zu dieser furchtbaren Geschichte.

Zu deiner Frage:
Es gibt 2 Grundtypen von Menschen: der eine braucht Abstand um es zu verarbeiten, der andere setzt sich auf die Kiste, fährt und bewältigt damit dieses schlimme Ereignis. Welcher du bist, musst du selber wissen.

Wenn dich dieses Bilder immer verfolgen, dann lass das Fahren lieber einmal einige Zeit sein - sonst passiert am Ende auch dir noch was...

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, das auch die schlimmsten Dinge mit der Zeit verblassen.....

berndy 14.09.2025 10:43:32

Auch von mir herzliches Beileid.

Lass es locker angehen.

Wenn es nicht besser wird, lass das Motorradfahren einfach sein.
Wenn man keinen Spass an der Sache hat, hat es keinen Sinn auf Biegen und Brechen daran festzuhalten.

Deine Familie wird sicher nichts dagegen haben, wenn du nicht mehr fährst.

klassikfon 15.09.2025 09:33:12

Echt schlimm sowas, mein herzliches Beileid.

Mir hat mal jemand erzählt, dass er nach einem schweren Unfall fast zwei Jahre gebraucht hat, um wieder auf die Beine zu kommen. Auch er hatte ab da Angst zu fahren, seine Familie ebenso. Er hat seinen Trost darin gefunden, sich aufs schrauben zu verlagern, sein diesbezügliches Wissen weiterzugeben und anderen damit zu helfen. Ne kleine Probefahrt eine einsame Anliegerstraße hoch und runter gibt ihm die Möglichkeit, hin und wieder bisschen das gute Gefühl zu genießen, ohne Angst vor anderen Verkehrsteilnehmern haben zu müssen.

Weiterhin kenne ich viele, die ähnliches erlebt haben, ich selbst übrigens auch. Für mich war sowas (eigenes Erlebnis im Freundeskreis oder erzählt bekommen) immer ein Anlass, noch sicherer zu fahren. Mein Sohn fährt auch, mein wichtigster Tipp an ihn war "Fahr, als wärst Du unsichtbar". Genau so mache ich das auch. Bin auch gern flott unterwegs, verliere aber niemals das Umfeld aus den Augen. Wenn ich mit meiner Tochter (7) unterwegs bin, dann fahre ich einfach an die Seite, wenn mir zu viel Getümmel ist, um einen sicheren Überblick zu behalten.

Ich drücke die Daumen, dass Du eine für Dich akzeptable Form findest.

Grüße vom Vergaseronkel

Eagle 02.10.2025 00:38:57

Ich habe mich entschieden und werde mein Bike abgeben, so viel Spaß ich auch in den letzten 20 Jahren damit hatte. Es ist allerdings auch nicht allein meine Entscheidung. Meine Frau und die Kinder haben einiges dazu beigetragen.

Gruß Uwe

Blackbird 19.10.2025 20:25:43

Was mir bei ähnlichen Vorfällen geholfen hat:

- ADAC Intensiv Training machen und am besten jedes Jahr. Dabei die eigenen Ängste transparent dem Trainer kommunizieren, sodass gezielt geholfen werden kann.

- Weg von der Straße und reine Offroad Trainings machen und Rennstrecken Kurse. Man kann tatsächlich mehr Spaß fernab von öffentlichen Straßen haben, wo es auch sicherer ist und keine Leute einen die Vorfahrt nehmen können.

Dennoch: Mach immer nur das, was Du für richtig hältst 👍


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