How-to- Bremsflüssigkeitswechsel oder Bremsbelagwechsel oder Bremssattel-Zerlegung/Pflege VORNE
Tjoa – wie die Überschrift schon sagt kann man aus der folgenden Beschreibung verschiedenes ablesen. Eigentlich wollte ich nur die Beläge vorne wechseln – leider ließen sich die Kolben nicht mehr vernünftig zurückdrücken. Somit war ich gezwungen mal den ganzen Sattel zu zerlegen (kann man halt nur die Kolben rausnehmen und alles saubermachen) und da dafür ja der Sattel schon vom Mopped abmuss um vernünftig Arbeiten zu können musste ich halt auch gleich die Bremsflüssigkeit ablassen. Aber gar nicht mal schlecht jetzt hab ich da wenigstens neue drin für diese Saison.
Also, los geht’s:
Am Anfang sah der Sattel so aus (den Bremsstaub hab ich da schon per Zahnbürste entfernt gehabt):
Ausbau ist denk ich mal klar: Die beiden Befestigungsschrauben lösen und Sattel von der Scheibe abziehen. Wie man die Beläge ausklinkt steht in den Schrauberbüchern: Den Bügel zurückdrücken, inneren Belag rausnehmen, äußeren ausklinken).
So – nachdem ich dann die neuen Beläge eingesetzt hatte passte das ganze nicht mehr über die Scheibe. Hab dann halt versucht die Kolben mit ner Spreizzange wieder komplett reinzudrücken. Ging auch, aber als ich das ganze wieder zusammenhatte schliffen die Beläge so sehr an der Scheibe das sich die GS viel schwerer schieben lies. Auch nach einigem auf- und ab vor dem Haus und eingem Bremsen ging das nicht besser. Nachdem ich die Leute ausm Chat ne Weile genervt hatte (Danke vor allem an DM und Patzo) musste ich dann halt doch nen Sattel zerlegen.
Also losgefahrn, 2,5m Schlauch aus dem Baumarkt gekauft der über die Ablassschraube passt (Innendurchmesser 6mm war es glaub ich, hätten aber auch ruhig 5mm sein dürfen. Messt das aber sicherheitshalber noch einmal nach, keine Ahnung ob es da Unterschiede gibt). Dazu die passende DOT 4 Bremsflüssigkeit und Bremsenreiniger. Werkzeug war ja alles da. Für die Variante des „von unten befüllens“ der Bremsflüssigkeit ist noch ein Trichter nötig, der auf den Schlauch passt.
Najut – also kurzes Stück von dem Schlauch auf die Ablassschraube, Ende in ein Glas, Schraube auf, oben den Behälter auf und erstmal die alte Flüssigkeit rauspumpen – sieht dann auch schon nicht mehr so ganz klar aus das Zeugs....
So – das hätten wir

Dann die Schraube vom Bremsflüssigkeitsschlauch raus und man hat den Sattel in der Hand (ja ist das Bild vom wieder anbauen aber hab am Anfang vergessen zu fotografieren *g*):
So – dann mussten die Kolben raus. Kompressor genommen und eben in die Öffnung der Schraube gehalten (vorher die Flüssigkeit rausgießen so gut es geht). Mit nem lauten Knall wurde dann einer der Kolben (bei mir der Größere) rausgepustet. Dann hab ich erst versucht, den anderen vorsichtig per Zange rauszukriegen, aber das hat mal gar nicht geklappt. Der saß scheißenfest (wie man sieht: links raus, rechts noch drin):
So – dann musst ich mir halt was überlegen. Von hinten drücken ging halt nur per Luft. Also hab ich den andern Kolben saubergemacht und wieder ein Stück reingedrückt. Dann zum Blockieren damit der nicht wieder rausfliegen kann – in meinem Fall mit einem Schraubenzieher – den Kolben blockiert (aufm Foto ist der zweite schon raus *g* nur zur Verdeutlichung):
Dann halt wie gehabt mit Druckluft ins Loch halten. Der scheiß kleine Kolben hatte sich so festgefressen das ich etwa 5 Versuche gebraucht hab...:
Kay – dann erstmal die Kolben saubergemacht – unglaublich wie fest sich Bremsstaub fressen kann... links sauber, rechts noch dreckig:
So – dann bin ich reingegangen weil’s etwas kalt wurde. Jetzt ging es an die Reinigung des Sattels selbst. Wichtig: Die vorderen Gummidichtungen sind nur Staubdichtungen. Laut der Werkstatt meines Vertrauens sind die nicht sooo wichtig (bei mir war eine leicht verranzt, der meinte ich kann die ruhig weiter benutzen). Wichtig sind die inneren – breiteren – Dichtungen. Diese dürfen laut dem Meister NICHT GEDREHT WERDEN. Müssen also so wieder rein wie sie drin waren. Fragt nicht warum, vllt kann das ja jemand der Ahnung hat (im Gegensatz zu mir *g*) mal anfügen.
Wichtig ist, dass ihr den ganzen Siff aus den Einbuchtungen für die Dichtungen kratzt. Am besten nehmt ihr einen gebogenen Draht. Kräftig kratzen – da löst sich so weißer Staub. Wenn ihr den weg habt seht ihr halt das Metall des Sattels anstatt weißen Zeugs..
Wenn dann alles sauber ist, die Dichtungen wieder reinfriemeln (ganz schöne fummelei). Und bevor ihr jetzt die Kolben wieder reindrückt, schmiert die Dichtungen und am besten auch die Außenseiten der Kolben (hab ich jedenfalls gemacht) mit Bremsflüssigkeit ein. Dann solltet ihr die Kolben wenn ihr sie gerade aufsetzt mit etwas Kraft reindrücken können – von Hand! Fertig sieht das ganze dann so aus:
So – jetzt geht’s los. Bremsbeläge einbauen und den Sattel schon mal wieder fest anschrauben. Dann wird es langsam ernst. Bremsflüssigkeitsschlauch wieder anschließen (ich hab mal geguckt ob das mit den Löchern in der Schraube hinkommt (einfach per Edding am Schraubenkopf markiert wo die sind) und bei mir kam das genau hin).
Den Schlauch lang genug lassen (muss bis weit über den Behälter am Lenker hochreichen) und auf die Ablassschraube stecken – auf die andere Seite den Trichter) – man sieht auch wunderbar das Chaos von den ganzen Bastelarbeiten *g*:
So – Schraube auf, oben den Behälter auf. Und jetzt was wichtiges: Am besten klemmt ihr glaub ich den Schlauch unten erst ab oder so und füllt ihn KOMPLETT mit Bremsflüssigkeit. Oder zumindest darf der Trichter nie leer werden. Denn genau dann kommt natürlich Luft mit in den Schlauch und später auch in die Leitung am Mopped – und das darf ja auf keinen Fall weil dann die Bremse nicht funzt. Mir ist das leider passiert weil ich nicht richtig vorbereitet war und n bisschen rumgehampelt hab

Also füllen bis ihr seht das der Behälter oben etwa 2/3 voll ist (den Trichter immer höher halten als der Behälter ist):
So – wenn alles geklappt hat dürfte jetzt theoretisch gar nicht erst Luft mit reingekommen sein. Aber da smüsst ihr zur Sicherheit natürlich probieren. Also: Ihr pumpt jetzt ein paar mal, und beobachtet, ob unten am Schlauch Luftblasen aufsteigen (immer den Trichter möglichst weit über die Höhe des Behälters halten, sonst läuft euch das ratzfatz über *g*). Ihr pumpt dabei quasi aus dem Behälter Flüssigkeit in den Schlauch zurück. Dabei darauf achten, dass der Behälter nie leer wird (sonst habt ihr wieder Luft drin) und das der Schlauch nicht überläuft

. So nun den Trichter einfach eine Weile möglichst hoch über den Behälter halten dann fließt die Flüssigkeit wieder zurück – dabei gucken, ob nicht entwaigte Luft wieder mit zurück in die Leitung gelangt – normalerweise passiert das nicht, aber man weiß ja nie. Das macht ihr ein paar mal bis überhaupt keine Luftbläschen mehr beim Pumpen durch die Ablassschraube kommen.
So – jetzt die Ablassschraube zudrehen und die Flüssigkeit die sich noch im Schlauch befindet wieder zurück in die Packung der Bremsflüssigkeit laufen lassen (aufpassen das kein Dreck oder so mit reinkommt). Dann oben den Behälter mit Flüssigkeit weit genug auffüllen (halt so das das Sichtfenster voll ist). Deckel wieder drauf und VORSICHTIGE Bremsprobe. Am besten fahrt ihr mehrfahr langsam an und brems vorsichtig – wenn die Bremsleistung in Ordnung ist hat alles geklappt – GUTE FAHRT
Wichtig: Ich übernehme für das beschriebene keinerlei Garantie. Also bei mir hat das super geklappt, aber ob man sich dran wagt das selbst zu machen ist bei der Bremse halt immer so eine Sache. Muss jeder für sich selbst entscheiden.
Hoffe ich konnte euch diese doch denk ich recht unbekannte Methode (so weit ich das mitbekommen hab) mal genauer zu erläutern und das ihr alles versteht. Wenn noch fragen sind – fragt
Greetz
Thorsten
*edit* scheiß Tippfehler

Achja: Kommentare erwünscht