Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 25.03.2006, 14:27:09   #18
sven
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von sven
 
Registriert seit: 02.02.2006
Ort: Grafing
Beiträge: 654
Standard

Verzeihung!
Jedenfalls, die Werte für "7"er Schrauben in der Tabelle entsprechen den Anzugsmomenten für gleich große 8.8er Schrauben bei µ = 0,1 - 0,15 also eher geringen Reibwerten. D.h., man kann davon ausgehen, daß die Festigkeit der "7"er nicht höher (eher geringer) ist als die von 8.8ern.
(Wer jetzt meint, der Schluß von geringem Anzugsmoment auf geringe Festigkeit sei unzulässig, es könne ja sein, daß Suzuki eben doch hochfeste Schrauben verwendet hat, die aber sicherheitshalber (zur Schonung) nicht so fest anzieht - sowas macht man im Maschinenbau nicht, Schrauben werden "bis kurz vor bleibende Verformung" angezogen. Ausnahmen bei gering belasteten Verbindungen ohne Betriebskraft, z.B. Halteschrauben für Plastikdeckel). Die "4"er Schrauben kann man natürlich erst recht durch 8.8er ersetzen, insgesamt also eigentlich alle von außen sichtbaren Schrauben. Für die Befestigung Bremsscheibe:Radnabe und -zange:Tauchrohr, wenn das auch "7"er sind, dann s.o., falls nicht und man auf der ganz sicheren Seite bleiben will, da kann man dann 10.9 oder gar 12.9er nehmen. Das hat aber nur dann Sinn, wenn man die Festigkeit der Schrauben auch ausnutzt und sie entsprechend anzieht (z.B. M8 10.9 µ=0,15: 37Nm, M8 12.9 µ=0,2: 52Nm, Daten aus Tabellenbuch).
Damit (und ggf. mit der entsprechenden Begründung) sind die Verschraubungen "TÜVproof", wenn der Prüfer dann noch meckert, kann man ihn getrost vergessen und sich nen anderen suchen...

Was die Krümmerverschraubung angeht, das seh' ich genauso, es ist ja eher selten, daß eine Gewindebohrung in Alu stumpf ausreißt, normalerweise ist es die Kombination von Zugkraft (bzw. Flächenpressung) und Drehung, die die Gewindegänge im Alu zerspant, also das Gewinde geht nicht im Betrieb, sondern beim Anziehen, evt. auch beim Lösen der Verschraubung kaputt. Wenn man da Stehbolzen montiert, die sich nicht mitdrehen, kann man das verhindern. Beim Lösen der originalen Verschraubung nutzt übrigens Wärme viel mehr als WD40, das ist eh' kein wirklich wirksamer Rostlöser...

Und ganz zum Schluß noch: 1% elastische Dehnung von Stahl bräuchte Dehnung mal E-Modul, also 1% von 210.000N/mm² = 2100N/mm² Zugspannung, so hochfeste Stähle gibt's zwar (gezogener Draht), aber nicht bei Schrauben.

Gruß
Sven
__________________
lefty losey - righty tighty!
sven ist offline   Mit Zitat antworten