Thema: Autoöl
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 26.03.2006, 21:39:29   #13
sven
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von sven
 
Registriert seit: 02.02.2006
Ort: Grafing
Beiträge: 654
Standard

Zitat:
Zitat von Besserwisser
Aber gleich kommt sowieso der Nächste und schreibt, daß er seit ...Km mit Autoöl fährt und nur gute Erfahrungen gemacht hat!
Meine Rede. Meistens sind das so Ganzjahresvielfahrer, die mit Autoöl im Mopped seit langem gute (oder zumindest keine schlechten) Erfahrungen gemacht haben. Unserer Alltags-Yamaha (XT500, 120.000km, erster Kolben) kriegt auch nur billigstes 20W50 Auto-Öl und funktioniert damit ganz ordentlich... Das ist das Eine.
Auf der anderen Seite gibt es eine Industrie, die davon lebt, Leuten Öl zu verkaufen. Die hat vor einigen Jahren die "Marktlücke Motorradöl" entdeckt und bietet seitdem unter den üblichen blumigen Versprechungen welches an.
Bei der Empfehlung Auto- vs. Motorradöl stehen also gewissermaßen persönliche Erfahrungen gegen kommerzielle Interessen. Welche von beiden machen eine Empfehlung glaubwürdiger?
Das wär ja alles halb so wild, wenn sich nicht der Eindruck aufdrängen würde, die Mineralölkonzerene würden ihre Kunden bewußt im Unklaren lassen bei der Beschreibung ihrer Produkte, es fehlt ja fürden Käufer fast jede Möglichkeit, die verschiedenen Öle zu vergleichen (ist "überlegene Kaltschmierfähigkeit" besser als nur "hervorragende"? Ist "excellenter Verschleißschutz" wichtiger als "überragende Notlaufeigenschaften"? Ist "racing erprobt" höher zu bewerten als "die ganze Erfahrung eines der weltweit führenden Mineralölkonzerne"? ...)
Wenn morgen bei Polo spezielle Motorrad-Schrauben angeboten werden, "speziell entwickelt für die gestiegenen Anforderungen durch moderne Hochleistungsmotorräder, korrosionsgeschützt, mit hervorragender specific rigidity (wie Titan!), Köpfe im modernen internal hexagon design", natürlich nicht ganz billig, würdest du die nur aufgrund solcher Aussagen kaufen? Oder hättest du vor dem Kauf doch lieber ein paar klare Informationen, wie z.B. daß die Dinger 8.8er Festigkeit haben, die ja praktisch überall ausreicht, der Korrosionsschutz durch Verzinken erreicht wurde, die Köpfe normale Innensechskante haben und die spezifische Rigidität aller Stähle sowieso ungefähr gleich der von Titan ist, sprich es sich eigentlich um ganz normale DIN912er in 8.8 handelt, die du woanders womöglich billiger kriegst.
Genau solche Informationen gibt es aber über die Öle nicht (zumindest nicht auf der Verpackung). Der Jenso erwähnt z.B. Demulgiervermögen und Temperaturverträglichkeit, ja und? Wo bitte werden auf einer Ölverpackung konkrete Aussagen darüber gemacht, die dir die Möglichkeit geben, es mit anderen Produkten zu vergleichen? Nirgends! Warum? Es würde den Verbraucher nur verwirren... Toll!
Wenn wir also dem Hubert eine ehrliche Antwort auf seine Frage geben wollen kann die doch nur lauten:

Wir wissen es nicht!
Die Industrie empfiehlt spezielle Motorrad-Öle, die Erfahrung lehrt, daß zumindest bei schlichteren Konstruktionen wie dem GS Motor auch billiges Auto-Öl gut funktioniert.

Gruß
Sven
__________________
lefty losey - righty tighty!
sven ist offline   Mit Zitat antworten