Hallo m²!
Also wenn wir es ganz genau machen wollen, dann muß ich deinen Beitrag noch ein bißchen ergänzen.
Zitat:
|
Zitat von majestic_morpheus
... Für jeden Gang, den das Getriebe schalten soll, steht ein Radpaar zur Verfügung, bestehend aus je einem Rad auf der Hauptwelle und einem Paar auf der Vorgelegewelle.
|
Die Begriffe Haupt- und Nebenwelle beziehen sich auf eine etwas andere Getriebebauform als die der GS (die im Übrigen identisch ist mit der aller anderen momentan produzierten Motorräder, also die der GS mein' ich...).
Und zwar ist die (also die andere) häufig an älteren englischen Maschinen anzutreffen, dort sitzt das Kettenritzel nicht nur auf derselben Seite, sondern auch auf derselben Welle wie die Kupplung, und zwar unmittelbar innerhalb (wenn du es ganz genau nimmst, nicht auf derselben, sondern auf einer koaxialen Hohlwelle). Das ist die sogenannte
mainshaft, also die Hauptwelle. In Fahrtrichtung dahinter liegt die
layshaft, die Vorgelegewelle. Die Hauptwelle heißt Hauptwelle, weil sie die wichtigere ist, sie nimmt das Drehmoment von der Kupplung auf und gibt es an's Kettenritzel weiter. Das kann sie mitunter auch völlig ohne layshaft, wenn nämlich die Hohlwelle, die das Ritzel trägt, direkt mit der Hauptwelle verbunden wird (daher rührt wohl auch die Bezeichnung "direkter Gang", das Getriebeübersetzungsverhältnis ist dann genau 1).
Nur in den kleineren Gängen läuft der Kraftschluß von der Kupplung auf die mainshaft, von dieser über die Gangräder auf die layshaft, von dort wieder über Räder auf die zur mainshaft koaxiale Hohlwelle mit dem Kettenritzel.
Bei Getrieben wie die GS eines hat, macht es aber recht wenig Sinn, von einer Haupt- und einer Neben- bzw. Vorgelegewelle zu reden, da bei eingelegtem Gang immer beide Wellen Drehmoment übertragen. Ein- und Ausgangs oder An- und Abtriebswelle sind da meiner Meinung nach treffendere Bezeichnungen.
Zitat:
|
Die Räder der Hauptwelle sind permament mit der Welle verbunden, während die auf der Vorgelegewelle nur bei Bedarf über eine Schaltmuffe mit dieser verbunden werden. Also drehen alle Räder der Hauptwelle mit der gleichen Drehzahl, nur die Räder der Vorgelegewelle nicht.
|
Das gilt für Ziehkeilgetriebe (eine Bauform, bei der ein axial in einer Hohlwelle verschiebbarer Stern, dessen "Zacken" durch Längsnuten aus der Welle rausschauen und in entsprechende Aussparungen in der Bohrung des zu schaltenden Losrades eingreifen, um Formschluß mit der Welle herzustellen... ach schaut's euch doch im Wikipedia an), jedenfalls da hat normalerweise nur eine Welle einen Ziehkeil, auf der sitzen die Losräder und entsprechend auf der anderen die Festräder. Diese Getriebe schauen "tannenbaumartig" aus, weil die Räder fein säuberlich der Größe nach aufgefädelt sein müssen, damit der nächste Gang auch wirklich der nächste ist. Klar, oder?
Bei einem klauengeschalteten Getriebe braucht's das aber nicht, und deswegen sind die Gangräder überhaupt nicht nach Übersetzungsverhältnis "sortiert", sondern durcheinander (auf geringe Wellendurchbiegung optimiert?).
Und nicht nur das, auch die Los- und Festräder liegen fröhlich mal auf der einen, mal auf der anderen Getriebewelle.
Soviel für heute!!
Gruß
Sven