Zitat:
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Zitat von AmigaHarry
Wie wird beim Rollenprüfstand die Beschleunigung gemessen? Das ist ei
Funktion der Zeit. Wie funktioniert das? Muss da eine gegebene Masse in einer bestimmten Zeit auf eine
bestimmte Drehzahl beschleunigt werden?
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Ja, die Rolle ist furchtbar schwer (beim Amerschläger ca. 400kg), was
natürlich nichts aussagt, weil ja nicht die Masse, sondern das
Trägheitsmoment entscheidend ist, aber das ist auch nicht ganz ohne
(merkt man, wenn man die Rolle mal händisch dreht).
Das Moped beschleunigt die Rolle in einem möglichst großen Gang, bis
zur gewünschten Motordrehzahl.
Das zum Zeitpunkt t an der Rolle wirkende Drehmoment T(t) ist dann
T(t) = J * dw(t)/dt , die Leistung also P(t) = J * dw(t)/dt * w(t). (w soll
Omega, also die Winkelgeschwindigkeit bedeuten, J das Trägheitsmoment)
Da gleichzeitig auch die Motordrehzahl erfasst wird, kann man dann also
die an der Rolle verrichtete Leistung in Abhängigkeit der Drehzahl angeben.
Um die Drehmomentkurve zu ermitteln braucht man keine Übersetzung
oder Radumfang zu kennen, sondern nur punktweise
Leistung dividiert durch Winkelgeschwindigkeit der Kurbelwelle zu
berechnen. Wenn am Ende des Prüfstandslaufes ausgekuppelt wird,
verzögert die Reibung im Antrieb (Getriebe, Kette, Reifen) die Rolle,
daraus wird die Verlustleistung berechnet, bzw. ihr relativer Anteil an der
zuvor gemessenen Hinterradleistung, und um diesen Anteil wird dann
pauschal die gesamte Hinterradleistungskurve gestreckt, das ergibt dann
die Leistung an der Kupplung.
Gruß
Sven