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Alt 17.07.2007, 13:51:30   #5
berndy
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Konstruktionsbedingt müssen sich die Nockenwellen an einem Viertaktmotor halb so schnell drehen, wie die Kurbelwelle. Egal ob untenliegend, obenliegend, eine oder mehr Nockenwellen.

Dazu braucht man halt eine Untersetzung. Wie man die realisiert bleibt eigentlich dem Genius des Konstrukteurs überlassen.

Es hat da schon alles gegeben, von Steuerkette über Zahnriemen, Zahnräder, Königswelle bis hin zu Schubstangenantrieben (wie Pleuel) mit Vorgelege für die Nockenwellen. Am schönsten wäre natürlich eine Königswelle.

Im Großserieneinsatz spielt dabei auch das Geld eine wichtige Rolle, man wird sich daher fast immer für die kostengünstigste Bauart entscheiden.

Zur Funktionsweise: Das Antriebsritzel auf der Kurbelwelle ist vom Umfang gerade einmal halb so groß wie das Kettenrad auf der Nockenwelle. Übersetzung 2:1 zwei Umdrehungen Kurbelwelle gibt eine Umdrehung Nockenwelle.

Die Steuerzeiten werden in Winkelgraden ausgehend von 360 ° für einen vollen Umlauf der Kurbelwelle (bzw. 2 Umläufe damit man wieder zum Einlasstakt kommt) ausgedrückt.

Die Längendehnung als Verschleiß bzw. als Folge der Erhitzung fällt dabei nicht ins Gewicht weil die 1. relativ gering ist und man das 2. durch den Durchmesser der Zahnräder auch noch etwas beeinflussen kann. Je größer man die Zahnräder macht, um so kleiner wird der Effekt der Längenausdehnung und der damit verbundene Fehler in Relation zu der vollen Umdrehung der Nockenwelle. Außerdem gibts da auch noch den Steuerkettenspanner, einen Spanner gibts auch bei Zahnriemen.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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