Ja Mahlzeit!
Zunächst einmal: ARGH! Warum kommen solche Themen erst dann zustande, wenn die Saison schon fast rum ist und nicht mal eben sagen kann: "Komm zum Sicherheitstraining, da kann man viel mehr erzählen und zeigen." So, genug jetzt...
Das nächste Wichtige: Es gibt Situationen, wo ein blockiertes Hinterrad oder generell ein zu hartes An-die-Bremse-gehen sich sehr zum Nachteil entwickeln kann. Deswegen muss im Vorfeld immer situationsgerecht gehandelt werden.
Okay, gehen wir also davon aus, dass wir uns für die Variante "Bremsen bis zum Stillstand der Mopete auf normal beschaffener Fahrbahn in Fahrtrichtung geradeaus" entschieden haben.
Die Fahrzeuggeometrie hat einen kleinen Einfluß auf die Ausbrechneigung. Ein weiterer kleiner Einfluß findet durch Fahrbahnoberfläche und -beschaffenheit sowie die Parameter des Fahrzeugreifens statt. Der größere Einfluß kommt durch Lenkbewegungen zustande. Wenn Du beim Bremsen den Lenker gerade hältst und keine (minimalen) Lenkbewegungen machst, folgt das blockierte Hinterrad dem Vorderrad. Effekt: kaum Ausbrechtendenz. Wenn Du allerdings meinst, das ausbrechende Hinterrad wieder einfangen zu müssen, indem Du gegenlenkst, dann wirst Du die Fuhre aufschaukeln. Da kann es wirklich passieren, dass das Hinterrad sehr stark ausbricht.
Zum Stempeln: es kann schon ausreichen, wenn Kupplung und Hinterradbremse gleichzeitig betätigt werden um ein Stempeln zu produzieren. Das passiert mir auch, hört aber genausoschnell wieder auf, sobald ich die Kupplung durchgezogen habe. Kann es sein, dass Deine Kupplung nicht oder erst sehr spät trennt?
Zitat:
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Zitat von gplchris
Bremstechnik muss auch die Defizite des Bremsenden berücksichtigen.
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Leider falsch, denn der Bremsende sollte seines eigenen Lebens (oder zumindest der Einsatztauglichkeit seines Moppeds) zuliebe an seinen Defiziten arbeiten und sich einen praktikablen Bewegungsablauf aneignen. Es ist so wie mit vielen Dingen im täglichen Leben: die Technik an sich ist fehlerfrei; es ist der Anwender, der damit Kacke baut.
@cba: Es ist mein voller Ernst. Ich fahre so, nein, ich lebe diese Trainings, die ich zusammen mit dem Safety-First Team Jahr für Jahr gebe. Nebenbei angemerkt auch mindestens einmal im Jahr hier fürs GS-Forum...

Brauchst dafür nur die Urgesteine King Madness, i.doc oder Lax fragen. Die sind jedes Jahr regelmäßig dabei.
Aber zurück zum Thema: Wenn Du das Hinterrad blockierst und den Lenker in Richtung Geradeausfahrt hältst, wird die Ausbrechneigung - objektiv betrachtet - sehr gering sein. Dir auf der Mopete sitzend kann es - subjektiv wahrgenommen - wie ein Rodeoritt vorkommen.
Noch einmal: diese Bremsweisheit ist nur für Geradeausfahrt gedacht. Für andere Situationen gibts andere Bewegungsabläufe. Ferner rate ich entschieden, das Bremsen bei einem Sicherheitstrainingsanbieter zu verbessern. Das Geschriebene hier allein dürfte nicht ausreichend sein um das komplexe Thema des Bremsens ausreichend beleuchtet zu haben!
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Zitat von Eleven7
Wenns hinten so doll zur Seite geht, das es arg wird, macht man aus Reflex schon wieder auf.
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In dem Fall ist der Highsider vorprogrammiert. Wenns hinten blockiert, sollte es auch so bleiben, bis die Kreiselkräfte zu gering sind um einen Highsider zu produzieren.
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Zitat von verbali
Auch wenn ich der letzte bin, der das schreiben sollte, aber so schnell bekommt man keinen Highsider hin.
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Highsider in 5 einfachen Schritten:
1.) Beschleunige auf einer Geraden auf ca. 70 km/h
2.) Kupplung ziehen
3.) Hinterrad blockieren
4.) in eine Richtung lenken
5.) Hinterradbremse lösen
DAS IST NICHT WIRKLICH ZUM NACHMACHEN GEDACHT!
Die Bremsweisheit "Hinten blockieren - vorne dosieren" ist meiner Meinung nach nicht die Optimalste, dafür aber die Einfachste. Dazu gibts noch mehr Input, aber nicht in Theorie und nicht hier.
Moppedfahren ist so viel mehr. Man sollte sich auch mit den anderen Seiten befassen, die nicht bloß aus Schrauben und Fahren bestehen.