Re: Ölverbrauch bei Vollgas
Hallo,
von mir auch noch ein paar Erfahrungen:
Wer mal die Hand vor die Entlüftung auf dem Ventildeckel bei laufendem Motor halten konnte, merkt, wieviel Verbrennungsgase auch bei intakten Motoren an den Kolben vorbei ins Kurbelgehäuse wandern, bei PKW spricht man vom Normalfall von 70l/min. Dabei wird bei der GS immer etwas Öl(dampf) aus dem Nockenwellenraum mitgerissen. je schneller der Motor läuft, umso mehr.
Öl "dampft" wie schon von berndy beschrieben- einfach mal beim heißen Motor den Messtab rausdrehen (Vorsicht, Lappen nehmen wegens die Fingers). Der Öldampf wandert in die Airbox und wird verbrannt - je höher die Drehzahl und der Unterdruck im Ansaugtrakt, umso schneller.
Zum Öldruck: Der aufgebaute Öldruck ist auch vom Verschleisszustand der Gleitlager (Pleuel/Kurbelwelle) abhängig. Ein ausgelutschtes Lager läßt das Öl entweichen, der Druck steigt nicht weiter an.
Öl wird schon dünnflüssiger bei hoher Temperatur, Mehrbereichsöl wenig, Einbereichsöl deutlich. Das mit dem Mehrbereichsöl klappt aber nur zeitlich begrenzt. Abhängig von der Belastung und der Alterung des Öls werden die zugefügten Viskositätsverbesserer (langkettige Moleküle) mit der Zeit zerschlagen, die Viskosität bei hohen Temperaturen sinkt. Dann:
Habe ich (bei der Dose) die Erfahrung gemacht, dass der Öldruck deutlich zurückgeht. Sofern man einen Öldruckmesser hat, kann man das deutlich über die Laufzeit bemerken. Altes Öl baut keinen vollen Druck mehr auf. In den 80ern mit einem Golf GTI ging nach 500km Autobahn und zügiger Fahrt die Öldruckleuchte im Leerlauf an.
Alles in allem: Es hilft nur regelmäßige Kontrolle.
Groß, Hans-Werner
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