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Alt 31.10.2009, 08:09:38   #6
berndy
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Das Thema Blei-Batterie ist ein ziemlich kompliziertes.

Die Bleibatterie setzt elektrische Energie, die beim Laden zugeführt wird, in chemische Verbindungen um. Diese können wiederum bei Bedarf die Elektronen wieder abgegeben und setzen sich dabei wieder in andere, die ursprüngliche, chemische Verbindungen um.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bleiakkumulator

Beim Laden entsteht durch die Elektrolyse Knallgas (Wasserstoff/Sauerstoff-Gemisch), deshalb sollte man Zündquellen auch fernhalten. Bei höheren Strömen mehr als bei niedrigen.

Bei der chemischen Reaktion entsteht etwas Wärme, je mehr sich umwandeln muss, um so mehr Wärme entsteht. Außerdem entsteht durch den Stromfluss zusätzlich Wärme, je höher der Ladestrom, um so mehr Wärme entsteht, die chemische Reaktion läuft dabei aber auch schneller ab, was wieder Wärme freisetzt.

Also, bei geringen Strömen, unterhalb von 1/10 der Akku-Kapazität, hält sich die chemische Reaktion noch etwas zurück, es entsteht nicht sehr viel Wärme, jedenfalls nicht so viel, als dass sich die Batterie stark erwärmen würde.

Bei Ladungen mit 1/10 der Akku-Kapazität spricht man allgemein von Normalladung im Gegensatz zu einer Schnellladung mit einem Vielfachen von 1/10 Kapazität. Bei der Schnellladung entsteht mehr Wärme, mehr Gas, deshalb ist die auch nicht unbedingt gut für die Batterie und die Ladezeit muss unbedingt überwacht werden.

Es ist völlig normal, dass die Batterie bei einem Ladestrom von unter 1/10 der Nenn-Kapazität des Akkus nicht warm wird.

Eine defekte Batterie kann u.U. aber schon bei einer Normalladung stark gasen und warm werden, Z.B. wenn eine oder auch mehr Zellen einen Zellenschluss haben und der gesamte Ladestrom auf die übrigen Zellen aufgeteilt wird. Dabei fließen erheblich höhere Ströme je Zelle.

Wenn du weiterhin Probleme mit der Batterie hast, würde ich zunächst mal den Regler/Gleichrichter nachmessen, wenn da kein Fehler vorliegt, hängts vermutlich an der Batterie.

Wenns die Batterie im Stand leer zieht, kann es daran liegen, dass irgendwo ein Kriechstrom auftritt. Dabei liegt eine (schlecht) leitende Verbindung zwischen Plus- und Minus-Pol vor. Das kann z.B. Schmutz, eine durchgescheuerte Isolierung, ein Wassertropfen, eine Salzkruste oder was auch immer leitfähig ist sein.

Das kann man aber leicht selber mit einem Multi-Meter nachmessen. Einfach Minus-Kabel von der Batterie abschrauben und zwischen freiem Anschlusskabel und Minus-Pol der Batterie ein Multi-Meter mit der Einstellung für Ampere anschließen. Idealerweise sollte bei ausgeschalteter Zündung gar kein Strom fließen.

Fließt Strom muss man die Ursache dafür finden.

Eventuell ist ein zusätzlicher Verbraucher angeschlossen, z.B. eine Uhr.

Eine Batterie besitzt auch eine gewisse Selbstentladerate. Das bedeutet, dass eine Batterie nicht ewig stehen kann ohne leer zu werden. Vielmehr ist es so, dass sich die hineingeladene Lasdungsmenge mit der Zeit ausgleicht und die Batterie irgendwann leer ist.

Bei guten Batterien dauert das länger, bei schlechten gehts schneller.

Bei älteren Batterien kann das auch recht schnell gehen.

Durch das ständige Laden/Entladen und die Erschütterungen, der die Batterie ausgesetzt ist, bröseln immer wieder winzige Teilchen der Bleiplatten heraus und sammeln sich am Boden der Zellen. Irgendwann ist da unten soviel von dem Schlamm, dass es eine Verbindung zwischen der Minus- und der Plus-Platte gibt. Das ist der Zellenschluss.

Je leitfähiger diese Verbindung ist, um so schneller geht das mit der Selbstentladung.

Geändert von berndy (31.10.2009 um 08:11:55 Uhr)
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