Nun ja, ich merk schon, dass ich wohl etwas ausführlicher begründen muss, warum mich der Ladestrom interessiert.
Zunächst mal halte ich dievon Suzuki als Sollwert angegebene Ladespannung von 13,5 - 15,5 Volt bei geladener Batterie und 5000 1/min für fragwürdig.
Gesetzt der Fall, ich bewege mich im oberen Sollbereich und traktiere mithin eine bereits vollgeladene Batterie mit 15,5 Volt (die Ladeendspannung einer Bleibatterie beträgt 13,6 V), wird diese anfangen zu gasen und nach 1 - 2 Stunden hinüber sein. Auch auf die Beleuchtung, die ja als Verbraucher parallel zur Batterie liegt, dürften 15,5 V nicht eben lebensverlängernd wirken.
Ich gehe daher davon aus, dass die genannte Spannung die ist, welche man mit dem von Suzuki benutzten Taschentester ermitteln würde. Andere Voltmeter können zu anderen Ergebnissen führen, abhängig davon, wie frequenzkonstant sie sind.
Hier mal das Ladesystem wie von Suzuki beschrieben:
http://forum.gs-500.de/attachment.ph...1&d=1336131982
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Wie gut zu erkennen ist, wird die Spannung im Drehstromgenerator links erzeugt, gelangt dann über drei Widerstände in den Gleichrichter/Regler und von da aus zur Batterie und (über den Zündschalter) zu den parallel zur Batterie liegenden Verbrauchern. Der Gleichrichter besteht aus sechs Dioden, die Regelschaltung aus drei Thyristoren, welche von der Steuereinheit je nach Bedarf gezündet werden. Hinter dem Regler liegt die Batterie, parallel zur Batterie die gesamte Elektrik einschl. Zündanlage - sonst könnte man die GS bei (so gut wie) entladener Batterie nicht durch Anschieben zum Laufen kriegen. Im Falle der entladenen Batterie wird mithin die Zündung direkt aus dem Generator gespeist (weswegen man auch ganz ordentlich schieben muss, damit es klappt). Denn aus der Batterie kann der Saft ja nicht kommen... Leider hab ich nirgendwo was zur Leistung der Lichtmaschine finden können, sie müsste aber mindestens das Fahrlicht und die Zündung versorgen UND dann noch die Batterie laden können, sonst wäre letztere ja dauernd leer.
Das alles bedeutet aber schon mal: hinter dem Regler liegt keine "echte", sondern eine "pulsierende" (ungesiebte) Gleichspannung an, deren Frequenz (bzw. genauer gesagt: Restwelligkeit) sich mit steigender Drehzahl erhöht. Dazu kommt, dass die Thyristoren je nach Bedarf mal durchschalten und mal nicht, um die Sollspannung zu generieren. Das verändert den Charakter dieser pulsierenden Gleichspannung noch weiter. Billige Voltmeter tun sich mit solchen ungesiebten Gleichspannungen sehr schwer - wo Voltmeter A den Wert x anzeigt, kann Voltmeter B den Wert y anzeigen. Daher müsste man meines Erachtens, um das Ladesystem anhand der Ladespannung zu beurteilen, auch das Messinstrument benutzen, welches auch von Suzuki benutzt wurde - alles andere ist mehr oder weniger Spökenkiekerei, wie wir Norddeutschen sagen...
Ich wollte aus diesem Grund den Ladestrom messen: wenn dieser, bei unterschiedlichen Drehzahlen, stets gleichbleibend ist und maximal im Bereich von 1/10 der Batteriekapazität liegt (also bei ca 1 A), würde ich mal sagen alles tutti. Anders ausgedrückt halte ich die Kontrolle des Ladestroms für aussagefähiger als die der Ladespannung.
Nun zum kurzfristigen Abklemmen der Batterie: wie beschrieben besteht der Gleichrichter aus sechs Halbleiterdioden. Solche Dioden erzeugen im Moment des Leitendwerdens ("Durchschaltens") Spannungsspitzen (sog. Peaks), die um ein Vielfaches höher sind als die normale Bordspannung (in etwa vergleichbar einem Blitzeinschlag ins Stromnetz) und welche im Normalfall von der Batterie glattgebügelt werden. Ist die Batterie abgeklemmt, werden diese Peaks direkt an die elektrische Anlage und damit auch an die Zündbox weitergereicht. In der Zündung sitzen aber nun auch wieder Halbleiter welche diese Peaks überhaupt nicht mögen. Daher meine Frage, ob man das nun mal kurzfristig darf oder nicht...
Nun werdet ihr möglicherweise denken: wenn du so schlau bist, warum fragst du dann überhaupt? Aber alles was ich hier geschrieben habe sind Überlegungen, die ich aufgrund mir bekannter Tatsachen angestellt habe. Das heißt aber nicht, dass sie vollständig oder richtig sein müssen. Für Ergänzungen und Korrekturen bin ich daher mehr als dankbar!
@ White: So wie Du's vorschlägst hatte ich mir das auch schon überlegt: Amperemeter schon mal anklemmen und dann die Verbindung auftrennen. Hab nur Schiss dabei irgendwie abzurutschen und nen Kurzen o. ä. zu bauen...