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Alt 01.04.2014, 12:08:38   #5
berndy
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Zitat:
Zitat von 8-O-Glock Beitrag anzeigen
Hallo zusammen!
Ich bauche Hilfe der technisch versierten hier.

Es handelt sich um:
Baujahr 2002, gedrosselt 34 PS Version, ca. 17500 km gelaufen.

Was ist das Problem?

Sie springt problemlos bei vollgezogener Dekompression an und dreht auch gleich bis auf 4000 U/min hoch. Drehe ich aber am Gas, verschluckt sie sich und geht wieder aus. Lasse ich sie ohne Gas warmlaufen und drücke dann die Dekompression zurück, geht sie auch aus. Lasse ich ich die Dekompression gezogen und fahre mit sehr wenig Gas (so dass sie sich nicht "verschluckt") los. Läuft sie sehr unruhig und hoppelt geradezu. Fühlt sich an, als ob man ein Känguru reitet. An der nächsten Ampel, also im Leerlauf dreht sie sehr hoch, weit mehr als 4000. Regele ich die Dekompression zurück, geht sie aus. Und selbst nach warmgefahrenen 40 km ist mehr als 85 km/h nicht drin.

Was habe ich versucht?
Sie hat lange gestanden. Mein erster Verdacht war also ein verharzter Vergaser. Ich habe also von Louis dieses Zeug hier ausprobiert. Erfolg = Null. Dann dachte ich, dass sie vielleicht zuwenig Luft kriegt. Es ist doch richtig, dass die Dekompression dem Motor mehr Luft zukommen lässt, oder? Also habe ich den Luftfilter ausgebaut und sie ohne laufen lassen. Leider hat das auch nichts gebracht. Zu guter letzt habe ich mir noch die Kerzen angesehen. Linker Zylinder normales Kerzenbild. Rehbraun bis gelblich und trocken. Rechter Zylinder etwas schwarze Schmiere am Gewindeansatz aber die Elektroden auch gelblich und trocken. Ich habe sie dann mit abwechselnd gezogenen Zündkerzensteckern laufen lassen. Mit dem linken läuft sie relativ gut, mit rechten nahm sie fast kein Gas an. Also scheine ich das Problen auf die rechte Motorhälfte eingegrenzt zu haben.

Was kann ich tun?
Sollte das Problem mit zwei neuen Kerzen zu lösen sein?
Kann mir jemand helfen?
Bist du dir sicher, dass du eine GS500E hast?

Die GS hat keine Dekompressionsvorrichtung. Die hat nur einen Choke.

Eine Dekompressionseinrichtung öffnet im Zylinderkopf ein Ventil um die Kompression herabzusetzen, damit man den Motor überhaupt durchdrehen kann. Viele großvolumige Einzylinder wie z.B. die Yamaha SR 500 oder die Suzuki LS 650 haben so etwas bei letzteren sogar automatisch. Bei Mehrzylindern ist das aber unüblich.

Der Choke reichert das Kaltlaufgemisch eines Motors an, sofern das nicht elektronisch geregelt wird. Entweder wird dazu eine Klappe im Ansaugtrakt bewegt, wodurch der Luftdurchlass geringer wird oder ein zusätzliches Ventil geöffnet, damit mehr Benzin in den Ansaugtrakt kommt.

Nach langer Standzeit kann es, so wie es SWM vermutet, vorkommen, dass der Vergaser verharzt ist. Man kann den Kraftstoffsystemreiniger versuchen, schaden tut es jedenfalls nicht, allerdings muss das Zeug schon ziemlich lange einwirken. Also reinschütten, den Motor kurz laufen lassen und denken, damit ist es erledigt, funktioniert leider nicht.

Das Zeug ist eher etwas für eine vorbeugende oder dauerhafte Anwendung aber kein akuter Problemlöser.

Du kannst versuchen, den Tank leerzufahren, vll. wird es besser oder die Vergaser ausbauen und reinigen.

Es kann aber auch etwas anderes sein. Z.B. ein spröder, gerissener Schlauch, O-Ring, Anschlussstutzen oder ähnliches.

Muss man gucken.

Übrigens, ein kalter Motor braucht nicht mehr sondern weniger Luft. Das Kaltlaufgemisch muss fetter sein.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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