Zitat:
Zitat von DonArcturus
Zur Drehzahl bei kaltem Zustand:
Mir wurde mal erklärt, auch von Professoren in Materialkunde, dass eine hohe Drehzahl im kalten Zustand gar nicht schlecht für den Motor ist. Was sehr wohl vermieden werden sollte, ist jedoch eine hohe Last! Soll heißen:
- hohe Drehzahl -> gut (allerdings habe ich keine Ahnung, ob es eine Drehzahlgrenze dafür gibt, da auch hohe Drehzahlen alleine eine hohe Belastung des Motors sind)
- hohe Be- und Entschleunigung (per Motorbremse)-> schlecht
Hintergrund ist, dass hohe Drehzahlen eine schnellere Verteilung der Schmierstoffe verursacht, während eine starke Belastung den Kontakt von Metall auf Metall provoziert.
Habe auch mal etwas davon gelesen, dass Neuwägen, die schon Anfangs (nicht bei kaltem Motor, sondern in den ersten Kilometerständen) ausgefahren werden (also eben nicht mit niedriger Drehzahl etc.), besser aussehende Verschleißspuren hinterließen als schonend eingefahrene Autos.
Ich will hiermit keine Behauptung aufstellen, sondern nur mal in den Raum werfen, was ich mal aufgegriffen habe. MEINE Behauptung ist jediglich, dass ich es für plausibel halte.
|
Das ist leider genau umgekehrt: Der Schmierfilm reisst bei hoher Schergeschwindigkeit (Drehzahl) und hoher Viskosität (Kalt) früher als bei niederer Viskosität (warm). Deswegen: Warmfahren mit moderaten Drehzahlen. Demgegenüber sind die Gleitlager der Last gegenüber weit toleranter, solange sich ein Schmierfilm hält.....
Das Öl selbst verteilt sich im ganzen Motor innerhalb der ersten 1-3 Sekunden nach dem Starten. Nicht vergessen: Die Ölpumpe beispielsweise der GS schafft bei Höchstdrehzahl auch schon 40-50l/min! Abgesehen davon sind die relevanten Bereiche auch nach Abstellen des Motors noch immer mit ÖL benetzt. Zudem haben moderne Gleitlager auch Notlaufeigenschaften.
Das Märchen vom Einfahren eines neuen Motors mit vollen Drehzahlen hält sich auch noch immer: Das war villeicht mal für rennmäßige 2takter ein Thema - dem 4-Takter mit Gleitlagern schadet es und geht auf die Lebensdauer. Auf Grund der immer noch vorhandenen Fertigungstoleranzen muss ein Motor eingefahren werden (das muss nicht immer extrem schonend sein - kommt auf die Konstruktion an - der Hersteller gibt das ja vor). Allerdings werden die Materialien immer besser, sodaß heute auch schon Motoren, die brutal eingefahren wurden, zumindest bis zum Besitzerwechsel überleben (und der Nächste weis ja nicht was der Vorbesitzer gemacht hat.....)
Ich kenne eigentlich keinen GS oder GSX (oder auch anderen 4T-Motorradmotor), der wegen einer solchen Einfahrprozedur besser gelaufen wäre......