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Alt 14.06.2017, 11:53:28   #8
RomanL
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Die Buchsen sind da drin, weil so die dünne Steckachse (für das 02er Lager ausgelegt) auf eine größere Lagerbohrung für das 03er adaptiert wird - absolut ok soweit. Es wird vermutlich keine Lagerauslegung geben, die ein 6302 (15x42x13) maßgleich in ein 6203 (17x40x12) verwandelt, denn die Achse verlangt den 15er Durchmesser des xx02, die Felge aber den Außendurchmesser des 62er Lagers (nur 40mm statt 42). Ich hab zumindest keine Lagerreihe für Rillenkugellager gefunden, die 17x42x13 mit annähernd brauchbarer Tragzahl enthält.

Tragzahlseitig sollten die beiden Lager sich nicht viel nehmen und somit auch in der Lebensdauer nicht wirklich was. Das 62er Lager ist zwar immer die leichtere Baureihe und hat etwa 25% geringere, dynamische Tragzahlen. Aber so gravierend ist das nicht. Statisch ist das etwa 20% schwächer, beim so leichten Bike eher irrelevant. In beiden Fällen aber sollte das Lager durch den Motorradbetrieb nicht so viel schneller aufgeben als das Originale.

Was man alternativ zu den Hülsen machen könnte, ist die Nabe 2mm ausdrehen zu lassen (d.h. 1mm ausdrehen, so daß der Durchmesser um 2mm größer wird). Dann den Rezess ggfs. noch 1mm tiefer ausstechen, schon paßt das "alte" Originallager wieder.

Ob das technisch bei der Felge geht, muß man sich halt genau anschauen. Da kommt es auf die Wanddicke der Lageraufnahme und die Bauweise der Nabe an. Ein Bild wäre hilfreich.

Die "Buchse" innen drin ist eine sogenannte Spannhülse, auf die man die Achsmutter über die Lagerinnenringe und die Distanzbuchsen stramm zieht. Dadurch wird sichergestellt, daß die Einspannung der Radlager auf einem definierten, spannungsfreien Maß erfolgt. Die beiden rundgeklopften Bundbuchsen bringen übrigens auch den erforderlichen "Spann"kragen von 1mm als Differenzausgleich mit.
Ich tippe mal, die Lager hat's u.a. auch gemetert, weil sie verspannt eingebaut waren. Aber dazu müsste man sich den Rezess in der Felge und die Maße aller Anschläge noch mal genau anschauen.

Tja, Achs-/Felgenumbau ist doch Einiges mehr als nur die Anpassung der Lagerdurchmesser allein...

Gruß
Roman


PS: Zur Genehmigungsfähigkeit des beschriebenen Prozederes am Umbau sag ich jetzt mal nix weiter. Das ist ein anderes, meist deutlich weniger einfaches Thema...speziell, weil hier die Tragzahl des Alternativlagers geringer ist als beim Original. Auch wenn das nicht wirklich eine große Wirkung hat, so ist es für einen Prüfer doch ein triftiger Ablehnungsgrund.
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