Re: Fragen zum RICHTIGEN Motoröl
Die Kolbengeschwindigkeit ist hier ein Schlüsselwort - genauer noch begrenzt die Trägheit der bewegten Massen, die mechanische Belastbarkeit der Bauteile sowie die thermische Ausdehnung der Metalle das Drehverhalten. Der Ölfilm wird (entsprechend belastbares Öl verausgesetzt) auch über 11k noch funktionieren - wie bei aktuellen Motorrädern, die teilweise über 16k drehen. Die Technik der GS versagt dann aber.
Die Ventile bspw. unterliegen aufgrund ihrer Masse einer gewissen Trägheit. Ab einer bestimmten Drehzahl schaffen es die Ventilfedern nicht mehr, die Ventile gegen diese Trägheit schnell genug zu schließen - im günstigsten Fall verbrennen die Ventilsitze, im Worst-Case-Scenario kollidieren die Ventile mit dem Kolben. Man könnte als Abhilfe härte Ventilfedern benutzen, die die Federn mit einer größeren Kraft und damit etwas zuverlässiger in den Sitz zurückdrücken. Diese kosten allerdings wieder Leistung, da sie von den Nockenwellen mit der zur Verfügung stehenden Motorleistung betätigt werden müssen.
In etwa das gleiche gilt für Kolben, Pleuel und Kurbelwelle. Diese Komponenten müssen ebenfalls permanent gegen ihre eigene Trägheit und die der von ihnen bewegten Massen ankämpfen. Irgendwann erreichen mechanische und thermische Belastbarkeit der Bauteile ihre Grenzen. Hierbei übersteigt z.B. die Durchbiegung des Pleuels und/oder der Kurbelwelle einen bestimmten Wert, der Kolben wird nicht mehr sauber geführt, die Lagersitze verziehen sich usw. -> Motorschaden. Kolben und Zylinder ihrerseits erreichen mit steigender thermischer Belastung größere Ausdehnungen und sprengen irgendwann die Funktionstolleranzen -> ebenfalls Motorschaden. Usw.
Die GS hat keinen Drehzahlbegrenzer, dreht also solange, wie die Motorleistung ausreicht, alle Trägheiten (auch die des fahrenden Motorrads) zu überwinden. Gerade im Sommer wird die Grenze der thermische Belastbarkeit durch die relativ geringe Luftkühlung schnell erreicht. Im roten Drehzahlbereich ist dann die Gefahr, Betriebstoleranzen zu verlassen, ziemlich hoch. Auch wenn der Ölfilm noch konsistent ist.
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