Also, hier nochmal für alle die das Interessiert:
Ich habe gestern Abend ne gute Stunde mit einem Bekannten telefoniert, der einige Jahre als Entwicklungsingenieur bei MB gearbeitet hat. Er hat dort zwar mehr am Thema Zündanlage gearbeitet, konnte aber auch zu der Frage inwieweit die Höchstgeschwindigkeit vom Gewicht abhängig ist, erschöpfend Auskunft erteilen. Die ersten Sätze hab ich nicht komplett erfassen können, musste ihn erstmal bitten, das mal für normal technisch begabte zu übersetzten...
Also ich versuche das jetzt mal ganz knapp mit meinen Worten wiederzugeben, hoffe das ich nichts vergesse:
Einen direkten (Laborphysikalischen) Bezug zwischen Endgeschwindigkeit und Fahrzeuggewicht gibt es tatsächlich nicht....soweit die Theorie....
Er sagte dann aber, das es in der Praxis einfach nicht möglich ist, einen Zusammenhang in Frage zu stellen. Beispielsweise wissen wir ja alle, wie viel Motorleistung (Kurbelwelle) letztenendes auf der Straße (Hinterrad) ankommt, hier gibt es also einen Leistungsverlust durch Reibung, diese Reibung wird bei einem größeren zu beschleunigendem Gewicht stärker, der Leistungsverlust nimmt also zu, die Endgeschwindigkeit nimmt ab.
Er sagte, das sich so alle Stellen mit Reibung, also Reifen, Kette, Lager usw. soweit aufsummieren, das es einen Effekt gibt, der nicht zu vernachlässigen ist. Gerade bei Geschwindigkeiten im oberen Bereich kommt dieser Effekt zum tragen. Ein weiterer Punkt ist die höhere thermische Belastung (und damit auch wieder mehr Reibung) eines Verbrennungsmotors, wenn er durch ein größeres Gewicht auch näher an der Leistungsgrenze bewegt wird.
Es sind also zusammenfassend gesagt überall nur minimale Einflüsse, die sich aber dann doch auf die erreichbare Endgeschwindigkeit auswirken.
Berechnen kann man sowas leider nicht, dazu gibts zuviele Einflüsse.
Ich hab ihn auch noch gefragt, wie er so eine GS 500 "schneller" machen würde, da kam aber auch nichts neues:
-möglichst gute Verkleidung
-kleinstmögliche Stirnfläche
-optimaler Wartungszustand (sonst bringt alles nix...)
-Augenmerk auf Reifenluftdruck, Kette
-Zündanlage auf hohe Drehzahl optimieren
-Gute Benzinqualität (soll wohl wirklich (minimal) meßbaren Erfolg bringen)
-Ansaug und Auslass möglichst geradlinig und "frei"
-Vergaser anpassen und mit Augenmerk auf hohe Drehzahl (möglichst im Fahrbetrieb) synchronisieren (was für ein Aufwand...)
-Gewicht sparen
Das wäre sein Lastenheft, ohne Anspruch auf Vollständigkeit...
Er verspricht sich aber davon auch nicht zu viel, mehr ist nur mit ungleich mehr Aufwand möglich, deswegen auch sein Rat zum optimalen Wartungszustand, das sei seiner Meinung nach die Ausgereifteste Möglichkeit, von Dingen wie der BE mal ganz zu schweigen...