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Alt 29.05.2017, 15:23:49   #1
Düser
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Standard Ventilspiel 0,7mm - Tassenstößel / Ventil klemmt

Hallo zusammen,

bei meiner GS war eine Ventilspielkontrolle nötig und die Shims an beiden Auslassventilen mussten getauscht werden. Nachdem ich mit dem Inbusschlüssel beim Plättchentausch gescheitert bin, habe ich mir das Spezialwerkzeug gekauft und damit die Shims getauscht.

Beim erneuten Messen nach Austausch der Shims fiel mir auf, dass das Ventilspiel am rechten Auslass nun deutlich zu groß ist, die 0,7mm sind kein Schreibfehler, beinahe mein kompletter Fühlerlehrensatz passt zwischen Shim und Nocke.

Der Tassenstößel kehrt nicht mehr in seine Ausgangslage zurück, sondern scheint festzuklemmen, daher schließt das Auslassventil nicht mehr vollständig.

Die Suchfunktion hat leider nicht viel ergeben, lediglich diesen Thread habe ich gefunden.
Cherry erwähnt dort, dass das Ventil verbogen sein könnte. Nun weiß ich nicht, ob ich beim Austausch der Plättchen in irgendeiner Art und Weise das Ventil verbogen haben könnte, so richtig kann ich mir das nicht vorstellen.

Heute hab ich gesehen, dass ich mit dem Inbus oder dem Spezialwerkzeug anscheinend die Oberfläche links neben dem Tassenstößel beschädigt habe.
Dort scheint ein feiner Grat bis in die Lauffläche des Stößels zu reichen, der diesen möglicherweise behindert.

Glaubt ihr, es ist möglich, dass der Stößel an diesem feinen Grat festhängt, oder kann der Abrieb an dieser Stelle eventuell am Stößel vorbei gefallen sein und nun zwischen Stößel und der Seitenwand hängen oder unten am Ventil irgendetwas festklemmen?
Oder haltet ihr es für möglich, dass durch das reine tauschen des Shims das Ventil verbogen sein könnte?

Vorher lief der Motor einwandfrei, auch an den Steuerzeiten habe ich selbstverständlich nicht rumgespielt.
Ich wäre froh, wenn jemand von euch einen Tipp hat, wie ich bei der Fehlersuche vorgehen könnte. Ich würde ungerne den Zylinderkopf abnehmen, da das ja inkl. Kopf / Fußddichtung tauschen wahrscheinlich schon eine größere Aktion wäre.

Freundliche Grüße, Düser
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Geändert von Düser (12.09.2017 um 12:21:15 Uhr)
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Alt 29.05.2017, 17:11:02   #2
M.D.
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Ich hatte über den Winter meinen Ventildeckel 2 Monate ab, da ich einfach keine passenden Shims bekommen habe. Dabei hab ich bestimmt 50 mal die vorhandenen oder andere Shims getauscht. Mein Fazit: unter den Tassenstössel kann eigentlich nix rutschen. Verbiegen kann mit dem Tassenstösselniederhalter ( was fürn Wort!) das Ventil sicher nicht. Der Grat kann schon schuld sein das der Stössel nicht mehr hoch kommt. Auch geht von diesem scheiss teuren Werkzeug auch gern die "Chromebeschichtung" flöten, wenn du abrutschst. Ich würd versuchen den Grat zu beseitigen, Schim noch mal raus, alles mit ordentlich Druckluft auspusten und dann noch mal sehen. Kann auch sein, das die Feder unterm Stössel schwach ist, oder gebrochen. Ist aber eher unwahrscheinlich.
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Alt 30.05.2017, 09:04:05   #3
Saugwurmmensch
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Das Spiel war doch aber schon zu groß, bevor du da überhaupt mit Werkzeug beigegangen bist, oder?!
Man misst ja erst das Spiel und holt dann den Shim raus, wenn das Spiel nicht passt oder man tauschen will.

Ich denke das Ventil ist krumm.
Steuerzeiten solltest du kontrollieren, auch ein Kompressionstest kann Aufschluss geben.
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Alt 30.05.2017, 16:41:13   #4
Düser
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Danke für eure Antworten.

Den Grat abzufeilen wäre denke ich der nächste logische Schritt, nur besteht da natürlich wieder die Gefahr, dass sich die Späne verteilen. Meint ihr, mit Schleifpapier ist da was zu machen, oder wäre eine feine Feile besser geeignet?

Bevor ich mit Werkzeug ran bin, habe ich natürlich erst das Ventilspiel gecheckt, beim linken Auslass lag es bei 0,11mm, beim rechten Auslass, wo jetzt das Probleme aufgetreten ist, lag das Spiel bei 0,15mm. Das ist zwar ein gutes Stück über der Toleranz, aber vor der Kontrolle lief die Kiste sehr ordentlich.

Einen Kompressionstester habe ich momentan leider nicht, wenn ich bei geschlossenem Auslass mit dem Kompressor durch das rechte Kerzenloch puste, entweicht die Luft durch den Auspuff. Daher steht wohl das Ventil ein Stück offen.

@Saugwurmmensch: Meinst du, ich könnte mit dem Werkzeug das Ventil verbogen haben? M.D. meint ja, das würde nicht gehen.
Die Alternative wären ja die Steuerzeiten, aber hätten diese sich verstellt, wäre sie doch sicher nicht bis zuletzt problemlos gelaufen? Nichtsdestotrotz schaue ich da morgen nochmal nach.
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Alt 31.05.2017, 08:37:32   #5
Saugwurmmensch
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"Problemlos gelaufen" ist immer so´ne Sache.
Bist du denn mal auf ner anderen GS zum Vergleich gefahren?

Waren für die Kontrolle die Nockenwellen über den Kurbelwellenstumpf in die richtige Position gebracht?

Ich glaube nicht, dass du mit dem Ventilshimaushebewerkzeug das Ventil verbiegen kannst. Auch wenn der Kolben am OT steht. Dafür ist der Hebel viel zu klein.
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Alt 31.05.2017, 14:57:33   #6
AmigaHarry
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Zitat:
Zitat von Saugwurmmensch Beitrag anzeigen
".....
Ich glaube nicht, dass du mit dem Ventilshimaushebewerkzeug das Ventil verbiegen kannst. Auch wenn der Kolben am OT steht. Dafür ist der Hebel viel zu klein.
Das nicht, aber wenn man im hinuntergedrückten Zustand die KW weiterdreht ist das Ventil hinüber.......
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Alt 31.05.2017, 19:47:55   #7
Düser
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Also, die Steuerzeiten habe ich überprüft, die sind in Ordnung.
Den Grat habe ich nun mit einer Feile entfernt, das hat keine Besserung gebracht.

Zitat:
Zitat von AmigaHarry Beitrag anzeigen
Das nicht, aber wenn man im hinuntergedrückten Zustand die KW weiterdreht ist das Ventil hinüber.......
Das ist ein gutes Stichwort, wäre mir so nicht in den Sinn gekommen. Ich kann leider nicht ausschließen, das mir das versehentlich passiert ist...
Gibt es einen Weg, zu prüfen ob das Ventil verbogen ist, ohne den Zylinderkopf abzunehmen?
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Alt 31.05.2017, 20:59:47   #8
AmigaHarry
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Nein, da muss der Kopf runter.......
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Alt 05.08.2017, 16:19:24   #9
Juergen0663
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Standard Shims tauschen

Hallo Leute, ich hänge mich jetzt mal an den thread hier dran in der Hoffnung eine Antwort zu bekommen. Heute habe ich den GS Motor meines Sohnes zerlegt um dem Ölverbrauch auf die Spur zu kommen. Da Motor und Kopf abgebaut sind will ich die Ventile einschleifen und am Ende das Ventilspiel neu justieren. Auf meinen Ventilen sitzen Becher mit eingepressen shims. Alle Anleitungen die ich hier und im Netz finde zeigen wie die einzelnen Plättchen ausgewechelt werden. Diese Becher, die bei mir verbaut sind habe ich noch nirgendwo gesehen.

Muss ich dann die ganzen Becher auswechseln oder die shims aus dem Becher lösen?
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Alt 05.08.2017, 16:42:36   #10
Thom
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Die GS hat keine Becher. Die Shims liegen direkt unter den Nockenwellen. Kann man aber auch sehen.
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Alt 05.08.2017, 16:56:57   #11
Juergen0663
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Standard Shims wechseln

Also bei mir sind Becher verbaut. Vielleicht habe ich was spezielles erworben?
Es ist eine GS 500e Baujah 1995.

So mit einem Magneten hätte ich die nie rausbekommen. Da ich aber sowieso die Ventilschaftdichtungen erneuern will, habe ich die Nockenwellen runtergenommen.
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Alt 05.08.2017, 17:38:58   #12
berndy
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@Thom Die Shims liegen nicht einfach so unter der Nockenwelle. Die liegen in Tassenstößeln.


Die Bezeichnung in der Teileliste lautet tappet, zu deutsch Stößel.

Die Teile auf den Bildern passen schon zum GS-Motor.

Gut, wenn man zu den Tassenstößeln Becher sagt, dann hat man halt Becher.

Die Shims sollten aber normalerweise lose in den Tassen sitzen. Dass die Shims nicht einfach herausgehen, ist nicht normal. Eingepresst sind die nicht, die werden einfach nur eingelegt.

Die Tassen haben ja auch eine Nut, an der man die Shims heraushebeln kann.

Es kann vorkommen, dass die Adhäsion des Öls die Shims ziemlich fest in den Tassen hält. Vll. hat aber auch ein Spezialist mit Kleber nachgeholfen.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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Alt 05.08.2017, 17:47:56   #13
Juergen0663
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Dank eurer Antwort habe ich mich getraut Gewalt anzuwenden und die shims rausgpresst. Sieht so aus, als hätte da jemand mit loctite fixiert.

Danke und schönes Wochenende!
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Alt 05.08.2017, 18:00:52   #14
M.D.
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Ich hab noch nie einen Shim mit nem Magneten herausbekommen. Hab an drei Mopetten Ventilspiel gemacht, sanft mit nem kleinen Schraubenzieher anheben und dann mit Pinzette ziehen. Mit eingebauter Nockenwelle, logisch. Ach und übrigens, das Gefluche meiner besseren Hälfte, wo denn die blöde AUGENBRAUENZUPFPINZETTE ist, überhör ich mittlerweile...
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Alt 06.08.2017, 08:45:04   #15
berndy
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Zitat:
Zitat von Juergen0663 Beitrag anzeigen
Dank eurer Antwort habe ich mich getraut Gewalt anzuwenden und die shims rausgpresst. Sieht so aus, als hätte da jemand mit loctite fixiert.

Danke und schönes Wochenende!
Da hatte wohl der Spezialist Angst, dass ihm jemand die Shims während der Fahrt klaut.

Wenn ich so etwas in einem neu gekauften Fahrzeug vorfinden würde, wäre ich besonders vorsichtig. Es könnten sich noch an anderen Stellen ähnlich kreative Detaillösungen verbergen.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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Alt 06.08.2017, 11:02:35   #16
M.D.
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Miß mal den Durchmesser der Shims... Manchmal sind passende nicht zu haben, und dann kommen welche von Kawasaki rein, die sind aber nur 29mm, kann schon sein, daß ihn das Gerassel genervt hat... Nur so ne Theorie, zumal das Loctite das Spiel verfälscht...
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Alt 06.08.2017, 17:55:10   #17
Juergen0663
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Das ist ein altes Mädchen, als die auf die Strasse kam war Schröder noch Kanzler. Da kann man schon ein paar Überraschungen erwarten. Ich habe sie ziemlich verwahrlost gekauft und nach und nach die Defekte behoben. Wenn ich den Ölverbrauch in den Griff kriege, bekommt sie sogar noch eine Komplettlackierung inklusive Rahmen.

Aber das Forum hier ist ja echt Rakete. Ich habe noch in keinem Auto oder Motorradforum in Echtzeit Hilfe bekommen.
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Alt 09.08.2017, 13:31:36   #18
RomanL
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Nee, die Shims waren nicht verklebt. Die setzen sich manchmal so fest, wenn die Ölqualität so lala ist und man abgeranzte Ventilschaftsabdichtungen hat. Dann wird das Ventilende sehr heiß und die Shims brennen fest. Bist nicht der Erste, der glaubt, die wären angegossen

Zum Thema aus dem Urpost: Feile oder Schleifpapier sind am eingebauten Kopf eine ganz dumme Idee. Egal, was man macht (z.B. Lappen, fettkragen, Absaugung,...), es bleiben immer einzelne Schleifkörnchen und Späne hängen - meist da, wo man sie nicht sieht und von wo aus sie ruckzuck in die engsten Gleitspalten rutschen (z.B. zwischen Tassenstößel und Kopf oder ins NW-Lager).
Für Bearbeitungen der Stößel oder anderer Teile am Kopf, werden die Teile IMMER ausgebaut.

Noch dazu hat ein klemmender Stößel eine Ursache. Die ist meist Ölkohle oder halt Dreck, und da sollte man den Tassenstößel auf jeden Fall mal ziehen und nachschauen bzw. beseitigen, was ihn verklemmt hat. Auch ein klemmendes Ventil sollte man nicht einfach wieder freidrücken, denn auch dort hat das Klemmen eine Ursache.
So hat man jetzt zwar die Symptome erst mal beseitigt, aber im E-Fall macht es die künftige Ursachenauswirkung noch viel schlimmer...

Gruß
Roman

der nicht nur eine solche "Schnellreparatur" anschließend as Totalsanierung bei sich reinkommen sah...
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Alt 10.08.2017, 07:21:29   #19
Juergen0663
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Wie gesagt, der Motor wird zerlegt um den exorbitanten Ölverbrauch abzustellen. Gestern habe ich den Kopf komplett zerlegt.
Was mir aufgefallen ist: Als ich mit der Ventilpresse die Ventile rausgedrückt habe, haben sich alle vier Ventile erst unter Anspannung mit einem Kracks gelöst. Ich bekomme Ventile sonst immer mit einer 17er Nuss und dem Holzhammer raus.
Der eine Zylinder ist stark verkokst, der andere das Gegenteil, Kerze und Verkokung sind weiß. Die Ventilschaftdichtungen fühlen sich weich und geschmeidig an und wurden m.E. schonmal getauscht.

In den Ansaugkanälen sind Abbrandspuren! Kann es sein, dass die Einlassventile nicht ganz geschlossen haben und die Verbrennung zurückgeschlagen hat?

Gestern habe ich die Ventile eingeschliffen, die Auslassvetile haben einen schönen glänzenden klaren Rand bekommen, die Einlaßventile nicht.
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Alt 10.08.2017, 14:52:49   #20
RomanL
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Wie ich schon schrieb: Entweder sind die Ventile krumm, oder sie sind durch Kohle in den Führungen festgebrannt. Im kalten Zustand sind die Ventile in den Führungen auf Spiel und fallen quasi von allein raus. Wenn man drücken muß, dann ist Ausläppen und gründliches Polieren angesagt. Schon mal abgerollert die Ventile?

Übrigens, wenn die Ventile so verkokst sind, dann mein Beileid! Für Ventile kriegst Du keinen Platz in der Suchtklinik, also bleiben die auf Koks bis zum Sanktimmerleinstag

Na Scherz beiseite... Beim Einschleifen sollte der Rand niemals glatt werden, sondern seidenmatt grau - und auch nur im vorgegebenen Breitenbereich, nicht über die ganze Fläche. Die Oberfläche wird dabei nicht poliert, sondern gezielt aufgerauht, damit das Ventil auf allen Anlagen sauber abdichtet. Eine zu glatte Oberfläche wird niemals dicht. Zudem überträgt sie deutlich weniger Wärme - etwas, was das Ventil sehr schnell "altern" läßt.
Womit hast Du eingeschliffen und wie schnell? Bohrmaschine + Polierpaste???

Zum Zylinderbild: Verkokungen sind immer schwarz, denn verkokt heißt, mit Kohleablagerungen versaut. Wenn es richtig harte, weiße Krusten sind, dann lief der betreffende Zylinder zu mager. Original ist das Zylinderbild der GS hell bis hellgrau aber nur mit leicht ablösbaren Placken drauf. Im Bereich der ZKD ist es eher schwarz, da dort die kühlere Kante ein Verbrennen der Ölkohle verhindert.
Ganz schwarz heißt zu fett gelaufen, ganz weiß zu mager. Irgendwie beides nicht so toll.
Und ja, Deine Rückbrandspuren im Ansaugkanal deuten auf falsches Gemisch + Nachzündung in den Ansaugtrakt hin. Durch die leichte Ventilüberschneidung kann es dazu kommen, daß sich einströmendes Gemisch an Nachbrabnd entzündet, der noch nicht weit genug ausgeschoben ist. Das führt dann zu so einem Flammbild im Ansaugtrakt - und verbrennt Dir natürlich die Ansaugventile, die dafür nicht ausgelegt sind.

Gruß
Roman
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Alt 16.08.2017, 20:41:56   #21
Juergen0663
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So ist jetzt alles komplett, Ventile eingeschliffen, Schaftabdichtungen neu, Kolbenringe neu. Alles poliert und zusammengebaut. Heute sind die neuen shims gekommen, Spiel ist jetzt überall 0,05mm.

Eine Frage zum Kettenspanner. Wenn ich nach Anleitung einsetze hat die Kette m.E. ordentlich Spiel. ca 0,5mm noch oben und unten. Ich kann den Spanner noch etwas Spannung mitgeben, dann wird es straffer, aber was ist OK?

Die Spanner die ich bisher eingesetzt habe, wurden immer aufgespannt, reingeflitscht und gut ist. Das waren aber bisher immer nur Einzylinder (GN400,GN125, WR125,WR450, SR500).
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Alt 17.08.2017, 05:18:21   #22
gsmattis
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ORDENTLICH Spiel bei 0,5mm (Millimeter)??? Meinst du vlt 5mm oder 0,5cm? Das Ding soll nicht so stramm sein dass die Bolzen wimmern.
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Alt 17.08.2017, 08:14:53   #23
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Ein Abspringen der Kette ist bei Einsatz der Serienspanner kaum möglich. Das wirkt zwar ziemlich labbering, aber wenn die Ritzel nicht gerade Nadelspitzen sind und die Kette nicht schon lose klappert, dann hält der "schwache" Spanner das locker am Platz. Zu stramm hingegen ist schnell der Tod für die Kette, da die Rollen dann nicht mehr in Mischreibung, sondern Stahl auf Stahl laufen.
Wenn der Spanner schön leichtgängig geht, dann vertrau dem mal

Gruß
Roman
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Alt 17.08.2017, 08:30:26   #24
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Er meint wohl die Steuerkette


Der GS Steuerkettenspanner funktioniert so wie du es kennst.
Vorspannen/arretieren, einbauen, Arretierung lösen und schon spannt der automatische Spanner automatisch die Kette.
Hast du an der Kurbelwelle schon gedreht? um die Kette zwischen den Nockenwellenrädern zu spannen braucht es ggfs etwas Bewegung, wenn der Spanner sonst nur an der Nockenwelle zieht.
Also ruhig mal 2 Runden durchkurbeln und dann die Steuerzeiten nochmal checken.
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Alt 17.08.2017, 18:21:33   #25
Juergen0663
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Also ich mach das so wie Ihr das empfehlt

Erst muss ich noch eine Dichtung basteln, die hintere am am Deckel hats nicht überlebt, aber am Wochenende ist die Kleine wieder auf der Straße.
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Alt 12.09.2017, 13:32:53   #26
Düser
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So liebe Leute,

um zum ursprünglichen Problem zurückzukehren und den Thread sozusagen abschließen zu können, melde ich mich nochmal zu Wort.
Ich habe nun endlich die Zeit gefunden, den Zylinderkopf abzubauen und diesen zu inspizieren.

Wie auf den Bildern ersichtlich, hat das Ventil tatsächlich nicht mehr vollständig geschlossen, da ich es durch Unaufmerksamkeit verbogen habe. Man lernt ja für die Zukunft, daher wird der 19er Schlüssel von nun an erst von der Kurbelwelle entfernt bevor ich das Spezialwerkzeug für die Shims verwende.

Jetzt wo ich schon mal an der Sache dran bin, ersetze ich alle Ventilschaftdichtungen, in der Hoffnung dass der GS typische Ölverbrauch dann abnimmt. Die Ventilführung des krummen Ventils scheint in Ordnung zu sein, der Ventilschaft hat darin nur ganz minimales Spiel, was beim linken Auslass auch der Fall ist.

Würdet ihr mir empfehlen, das neue Ventil mit einem Saugnapf Ventilläpper manuell einzuschleifen, oder kriegen die Profis das in der Werkstatt besser hin? Allzu teuer dürfte das dort ja nicht sein, zumal ich das Läppwerkzeug auch erst noch kaufen müsste.

Viele Grüße
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Alt 12.09.2017, 15:27:16   #27
AmigaHarry
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Wenn du es noch nie gemacht hast lass es in der Werkstatt machen. Prüfe auch ob die Ventilsitze noch OK sind.
Und überlege dir ob du nicht auch gleich die Kolbenringe mittauscht....jetzt ist die Kiste gerade offen......
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Alt 12.09.2017, 21:50:15   #28
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Nur Mut.
Ein Kit zum Ventile einschleifen gehört in jede gute Werkstatt. Dichtigkeit kannst du übrigens wie folgt prüfen: Setze den Zylinderkopf komplett zusammen, mache alles blitzsauber, lege den Kopf umgedreht auf ein paar Blätter sauberes Zeitungspapier und fülle die Brennräume mit Öl. Nach einer halben Stunde inspizieren ob das Öl durchgelaufen ist. Wenn kein Ölfleck auf dem Papier ist, hat Du gut gearbeitet.
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Alt 13.09.2017, 05:12:24   #29
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Zitat:
Zitat von Juergen0663 Beitrag anzeigen
Nur Mut.
Ein Kit zum Ventile einschleifen gehört in jede gute Werkstatt.
Dafür, dass man das in der Regel selten bis nie machen und es können muss, finde ich das nicht unbedingt lohnenswert.
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Alt 13.09.2017, 08:50:15   #30
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Das Hölzchen mit Saugnäpfen kostet 2-3€...das kann man auf Halde haben
Das automatisierte Gerät für die Bohrmaschine kostet keine 30€.
Für unter 20€ bekommt man auch schon Ventilfederpressen.
Da gibt es teurere Spezialwerkzeuge die man ähnlich selten braucht.

btw:
Für diesen Dichtheitstest nimmt man kein Öl sondern Benzin.

Allerdings auch nicht 100% Aussagekräftig.
Gute Werkstätten/Motorinstandsetzer haben Prüfstände mit Über- und Unterdruck.
Dann weiß man, woran man ist.
__________________
Wer hat noch keinen Organspendeausweis ?

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