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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fehlersuche im Ladesystem


Morgoth
11.01.2014, 15:30:27
Servus,

nachdem meine Winter-GS letzte Woche unter dem Fahren plötzlich ausgegangen ist und ich bei der Suche nach der Ursache feststellen musste dass die Batterie nicht mehr geladen wird bin ich nach der FAQ vorgegangen und habe LIMA und Regler durchgemessen:

-Lima-Ausgangsspannung: 20 V im Standgas, 80 V bei 5000 upm auf allen 3 Phasen
-Durchgang zwischen den Phasen, keiner auf Masse
-Regler: Stark erhöhte Widerstände, kein Durchgang von Schwarz auf Rot

Das sah mir alles eindeutig nach einem defekten Regler aus, also hab ich mir ein gebrauchtes Ersatzteil geholt.
Ergebnis: Weiterhin schlechte bis gar keine Ladung, Spannung sinkt mit steigender Drehzahl ab. Daraufhin die Ausgangsspannung des Ladereglers gemessen: 6-7V, Tendenz leicht fallend bei steigender Drehzahl.
Hat jemand eine Idee wo das Problem liegen könnte, abgesehen davon dass das Ersatzteil ebenfalls defekt ist?
Eine funktionierende GS von der ich mir Versuchsweise den Regler leihen könnte hab ich leider nicht zur Verfügung.


PS: Der Ersatzregler (angeblich BJ 90) ist nicht komplett identisch mit meinem alten Regler ( BJ 93), das Gehäuse ist gleich, die Kabelführung aber anders:

alter Regler ( von links nach rechts): Rot-Gelb-Schwarz-Gelb-Gelb
Ersatz-Regler: Schwarz -Gelb-Gelb-Gelb-Rot

Nummerierung des Ersatzreglers ( falls jemand damit etwas anzufangen weiß): 30 B0 - RS 21 -9 B24- 97

Ist mir da möglicherweise ein ähnlicher Regler eines anderen Modells ( möglicherweise mit 6V-Anlage) verkauft worden?

Danke schon mal!

AmigaHarry
11.01.2014, 16:53:30
Die Werte der Lima scheinen mal i.O. zu sein.

Regler:

Von SW auf R darf er auch keinen Durchgang haben, nur umgekehrt......
Was heist stark erhöhte Widerstände?

Ersatzregler:

Scheint mir kein passender zu sein, da erst ab 2003 ein anderer Regler verbaut wurde und auch erst ab da die Kabelfarben geändert wurden. Aber auch der wäre zum Alten kompatibel. Einen 6V-3-Phasenregler von Suzuki gibt es seit 1977 nicht mehr - und einen so alten wird man dir wohl kaum angedreht haben.
Es könnte aber ein Regler einer anderen GS sein davon gibts ja genug. Mach mal ein Bild. Ist es überhaut ein Suzuki-Regler?

Morgoth
11.01.2014, 17:51:01
Das Foto ist noch von der Ebay-Auktion, ist definitiv der Regler der geliefert wurde.
"Stark erhöht" heißt dass der Widerstand 20-40 Ohm betrug wo eigentlich nur 6 sein sollten. Der alte Regler hatte in beide Richtungen keinen Durchgang zwischen Schwarz und Rot.

edit: Was die Ausgangsmessung des Reglers angeht: Der Wert wurde am abgeklemmten Stecker gemessen, kann es sein dass der Regler nur unter Last richtig arbeitet?

AmigaHarry
12.01.2014, 12:14:48
Wenn er in beiden Richtungen sperrt ist er definitv defekt. Die 20Ohm hätten mich weniger geschreckt - das kommt vor (solange alle Pfade ungefähr gleich sind).

Der Regler wird immer im ausgebautem Zustand gemessen (Widerstand und Durchgang). Warum dein neuer Regler nicht will ist seltsam. Miss von dem auch mal die Durchgänge - villeicht ist er auch defekt.

Zur Messung der Ladespannung selbst muss die Batterie angeschlossen sein und das Abblendlicht brennen. Der Regler müsste aber im Leerlauf (ohne Verbraucher) auf jeden Fall >13,5V haben. Deine 6V lassen einen fehlerhaften Regler vermuten.....

Das die Bauarten manchmal geringfügig voneinander abweichen ist möglich, da verschiedene Hersteller an Suzuki liefern. Allerdings kann ich auf Grund der Nummer keinen der großen 2 Japaner zuordnen (Denso oder Kokushan) - vermutlich ein Dritter.......gibt auch einen ital. Zulieferer.

Morgoth
12.01.2014, 13:43:02
Messwerte Austauschregler:

R-BW: 1,1 M-Ohm
BW-R: 169 M-Ohm
R -Y1,2,3: 128 K-Ohm
Y1,2,3 - SW: 126 K-Ohm
Y1-Y2,3 :95M-Ohm
Y2-Y3:95-M-Ohm
BW-Y1,2,3 : 120 M-Ohm


edit: Bedeutet "im Leerlauf ohne Verbraucher" ans Bordnetz angeschlossen, Beleuchtung ausgeschaltet oder komplett vom Bordnetz getrennt?

AmigaHarry
12.01.2014, 18:16:55
Also wenn du richtig gemessen hast ist dieser Regler toter als tot!
R(+) auf BW(-) sollte irgendwo im Bereich 30-120 Ohm liegen. 1.1 MOhm heist im Grunde: abgebrannt!
Mit dem Rest könnte man zur Not noch leben, aber auch da zeigt sich bereits das beginnende Ableben der Siliziumbrücken - die Werte beginnen leicht asymetrisch zu werden.
Dieses Bild zeigt typisch einen Regler der zu lange an einer defekten, asymetrisch abgebrannten Lima betrieben wurde - durch die extreme asymetrische Phasenbelastung ist die Gleichrichterbrücke bereits geschädigt und durch die, dieses Phänomen begleitende Überspannung der Lima, ist der Begrenzerkreislauf schon gestorben......
Ich fürchte, du brauchst einen neuen......

Morgoth
12.01.2014, 18:44:40
Danke!
Hab die Messung mehrmals wiederholt, hab mir extra ein 200M-Ohm Multimeter geborgt weil mit meinem eigenen 200 K-Ohm Teil gar kein Durchgang zu messen war.
Na dann hoff ich mal dass der Schlächter bei dem ich ihn gekauft habe sich davon überzeugen lässt und das Teil zurücknimmt, bzw. austauscht...

edit: Hab doch noch eine andere GS gefunden an welcher ich den Regler testen konnte, auch da gab´s keinerlei Ladung, somit sollte der Fall klar sein.

Saugwurmmensch
12.01.2014, 19:36:33
edit: Hab doch noch eine andere GS gefunden an welcher ich den Regler testen konnte, auch da gab´s keinerlei Ladung, somit sollte der Fall klar sein.

Haste auch gleich deren Regler an deiner GS getestet?

Morgoth
12.01.2014, 21:59:04
Ja, hat funktioniert.

Morgoth
19.01.2014, 14:30:06
So, nächster Akt des Dramas:

Der Ersatz für den Ersatzregler ist eingetroffen und zumindest eine gute Nachricht gibt es: Die Batterie bekommt wieder Strom.
Die schlechte Nachricht: Nur im Leerlauf!
Im Standgas steigt die Spannung auf gut 14 V, je weiter ich den Motor hochdrehe desto weiter fällt die Spannung an der Batterie wieder ab. Hab dann mal ( obwohl ich nirgendwo Vergleichswerte gefunden hab) die Ladespannung zwischen Lima und Regler unter Last gemessen 8 ( bei Nulllast wie oben beschrieben 20 V Standgas, 80V beim 5000 upm).
Ergeniss: Im Standgas 12,7 V auf allen drei Phasen, mit steigender Drehzahl stark fallend ( ca. 3V bei 5000 upm).
Wie kann die Lima so unterschiedliche Werte bringen? Ist sie am Ende auch hinüber? Kann man die Lichtmaschine überhaupt unter Last Prüfen? ( schließlich wird in allen Anleitungen immer nur die Nulllast-Spannung erwähnt).

AmigaHarry
19.01.2014, 14:56:46
Ja, sie wird normalerweise nur unter Nulllast gemessen - und da wären deine 80V OK. Allerdings sinkt sie bei Last niemals so tief ab - da stimmt was nicht. Ich gehe davon aus das deine Batterie i.O. ist und nicht kurz vorm "Kurzschließen" ist....prüf die lieber auch nochmal.
Wenn dein Messgerät sehr frequenzempfindlich ist, kann es bei der Messung der Nulllast u.U. falsch Werte anzeigen. Ich würde die Lima rausnehmen und sofort einer Sichtkontrolle unterziehen. Probleme erkennt man meist an der Dunkelfärbung der Spulen.......

Morgoth
19.01.2014, 15:01:31
Batterie hab ich extra neu besorgt nachdem die alte schon stark am schwächeln war und ich sie als Fehlerquelle ausschließen wollte. Ich nehme an dass ich zur Lima-Kontrolle das Öl ablassen und mir schon mal ne neue Dichtung besorgen muss, richtig?

AmigaHarry
19.01.2014, 15:31:48
Nein, wenn du sie stark zur Seite neigst, gehts auch ohne ölablassen. Eine Dichtung ist nicht unbedingt nötig, wenn du den Deckel vorsichtig abhebelst und aufpasst. Schlimmstenfalls tuts auch ein bischen Dichtmasse. Wenn du die Dichtung aber zerreist, benötigst du nat. eine neue.....

Anbei ein paar Bilder wie es da drunter aussieht und ein Vergleichsbild einer intakten Lima zu einer sterbenden......

DonArcturus
20.01.2014, 14:12:40
Ich würde nicht unbedingt raten, eine alte Dichtung wiederzuverwenden. Auch wenn im ersten Moment alles dicht aussieht, kann bei einem heißen Motor Öl auslaufen. Und sowas dann während einer Tour zu erleben ist einfach nur :furious2:

Kauf dir bei Louis einfach diese billigen Dichtbögen, schmier auf den Deckel etwas Öl und "stemple" dir den Umriss des Deckels drauf. Dann lässt sich die neue Dichtung sehr einfach ausschneiden.

PS: Ich habe keine tatsächliche Erfahrung damit, ob man die alte Dichtung verwenden kann oder nicht. Mir selbst wurde aber mal dringlich davon abgeraten.

Goose
20.01.2014, 14:48:14
Was die Kabelfarben des Reglers angeht, die wurden in Deutschland manchmal schon ab 1997 gesichtet, die sind in der Farbkombi öfters vertreten.

AmigaHarry
20.01.2014, 19:27:39
Ich würde nicht unbedingt raten, eine alte Dichtung wiederzuverwenden. Auch wenn im ersten Moment alles dicht aussieht, kann bei einem heißen Motor Öl auslaufen. Und sowas dann während einer Tour zu erleben ist einfach nur :furious2:

Kauf dir bei Louis einfach diese billigen Dichtbögen, schmier auf den Deckel etwas Öl und "stemple" dir den Umriss des Deckels drauf. Dann lässt sich die neue Dichtung sehr einfach ausschneiden.

PS: Ich habe keine tatsächliche Erfahrung damit, ob man die alte Dichtung verwenden kann oder nicht. Mir selbst wurde aber mal dringlich davon abgeraten.

Ja, das geht schon, aber man muss sehr vorsichtig sein, damit sie beim Abheben nicht einreisst. Wir musste das ein paar mal bei unseren Touren im nahen Osten machen - dort gabs ja keinen Ersatz. Mit etwas Dichtmasse ist man auf jeden Fall auf "Nummer Sicher". Im schlimmsten Fall Dichtung ganz weg und nur Dichtmasse - geht auch. Wenn die Dichtung schon sehr alt (hart) ist, relativiert sich das sowieso - die kriegt man so gut wie nie ohne Zerstörung runter....
Wenn er genug Zeit hat, kann er sich ja eine Bestellen........