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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgefallen -> Benzin im Luftfilter?


Verd42
03.06.2020, 11:46:32
Servus Leute,

mir ist was richtig dummes passiert. Und zwar ist mir die GS im Stand auf die rechte Seite gefallen, nachdem ich sie aus der Garage geholt hatte. Wurde auch direkt wieder aufgehoben, lag also nicht länger da rum und auf den ersten Blick hatte sie auch nur 2 kleine Kratzer abbekommen. Bin dann losgefahren auf die Autobahn ca. 30km. Da hatte sie schon etwas geruckelt, aber hatte mir nix schlimmes dabei gedacht, weil auch viel Wind war. Auf jeden Fall hat sie dann nach 30km kein Gas mehr genommen und ausgegangen.
Auf die nächste Tanke gefahren und geschaut was los ist. Bei laufendem Motor (säuft dann auch schnell wieder ab) und Benzinhahn auf ON tropft ziemlich stark Benzin am Vergaser runter und auch am Luftfilterablassschlauch läuft Benzin raus.
Hab sie dann mal auf PRI gestellt und es passiert genau das Gleiche, Benzin läuft dort raus (Motor nicht gestartet).

Momentan säuft sie nach dem Start immer wieder ab, sobald man kein Gas gibt.

Könnte da was bei dem Umfaller passiert sein?
Evtl. hat sich ja die Schwimmerkammernadel verklemmt?
Sollte ich evtl. einfach mal die Schwimmerkammer entleeren und drauf klopfen?

Habe mal den Tank runtergenommen um alles besser zu sehen, allerdings bin ich auch kein Schraubprofi.

Danke für eure Hilfe!

Merle
03.06.2020, 14:42:46
Da hat sich im vergaser wohl was verklemmt. Die Schwimmernadeln schließen nicht mehr. Den musste wohl mal rausholen.

duff500
04.06.2020, 10:36:51
Alternativ die Vergaserwannen abschrauben. Dann hast du Zugriff auf Schwimmer und Nadelventile. Das geht mit etwas Geschick auch im eingebauten Zustand. Vorher allerdings den Benzinhahn direkt unterm Tank schließen, damit bei ggf. defektem Benzinhahn nicht alles komplett rausläuft. Den Hahn unterm Tank erreicht man mit einem großen Schlitzschraubendreher wenn man den Tank etwas anhebt.
Viel Erfolg!

Kay73
04.06.2020, 12:10:16
halte ich für ne blöde Idee.

Die Schrauben sind weich, um die vernünftig rauszubekommen, hat man besser direkten Zugriff und direkte Sicht darauf beim Lösen.
Nix mit "Geschick" und "um 3 Ecken".

Zudem dann auch immer noch nicht zu sehen wäre, wie die Nadelventile auf den Schwimmerzungen sitzen- und ob sie das überhaupt noch tun.

duff500
04.06.2020, 12:35:44
Ich finde eigentlich das klappt sehr gut, ich hatte gestern noch die Wanne abgemacht, da ich das Gefühl hatte die falsche Hauptdüse in meiner entdrosselten GS500 zu haben. Vernünftiges Werkzeug vorausgesetzt, dann geht auch keine noch so weiche Schraube zu Bruch. Da man den Schwimmer samt Nadelventil und Ventilsitz anschließend einfach abziehen kann ist sogar ein einfaches Auswechseln der Benzinfluss steuernden Komponenten samt Dichtungen möglich.
Ich kann gerne eine Fotostrecke dazu machen.

Aber im Grunde hast du schon recht, die komplette Demontage ist besser, aber auch deutlich aufwendiger.

Verd42
04.06.2020, 21:51:24
Kleines update, habe heute den Vergaser ausgebaut. Luftfilter hatte sich wie schon erwartet mit benzin vollgesaugt. Den trockne ich erstmal bis morgen.
Den rechten Schwimmerablauf hab ich kaum aufbekommen, war so fest und habe fast die Schraube noch abgerissen :-?
Kam sehr viel Benzin raus für so eine kleine Schwimmerkammer.
Dann das Teil umgedreht und aufgeschraubt... Die Schwimmernadeln haben meiner Meinung nach normal drin gesessen. Dichtungen auch ok. Dreck auch nicht drin, da der Vorbesitzer den Vergaser erst vor kurzem Ultraschall gereinigt hat.
Vielleicht haben sich die Nadeln ja durch den ganzen Ausbauprozess auch wieder gerichtet, wer weiss.
Morgen schaue ich ob sich das Problem gelöst hat, wenn nicht weiss ich auch nicht weiter...
Ölwechsel wurde vor kurzem auch erst gemacht. Hatte allerdings gedacht es wäre besser nochmal einen zu machen, falls Benzin reingelaufen war, obwohl der Ölstand noch gleich ist, riecht es etwas nach Benzin, meine ich zumindest...

duff500
05.06.2020, 05:56:41
Bei so einer vergleichsweise geringen Ölmenge ist es natürlich gar nicht gut, wenn Benzin im Öl is. Allerdings ist dieses Phänomen generell auch bei Kurzstreckenfahrern öfters anzutreffen, weil sich an der kalten Zylinderwand kondensiertes Benzin an den Kolbenringen vorbeidrückt.
Wenn der Ölstand sich nicht verändert hat würde ich persönlich die nächsten paar hundert km sachte fahren und das Öl regelmäßig prüfen. Ggf einfach mal wenn der Motor warm ist in der Garage unter Aufsicht den Ölstab raus und alles flüchtige (Benzin) verzieht sich dann automatisch.
Du hast ja soweit ich den ersten Post richtig verstanden habe nicht stundenlang Benzin überall hinfließen lassen und hattest den Benzinhahn bis auf den einen Test immer auf ON.
Und wie du ja wahrscheinlich nach der Vergaserdemontage gemerkt hast, Benzin riecht man trotz waschen noch länger an den Händen.

AmigaHarry
05.06.2020, 08:22:19
Wenn sich der LuFi mit Benzin vollgesaugt hat, wird er höchstwahrscheinlich verfilzen und möglicherweise jetzt einen anderen Strömungswiderstand haben. Dadurch kann es sein, daß du dann ein Leistungsloch im mittleren Drehzahlbereich hast, oder die Spitzenleistung nicht mehr erreichst. Achte darauf beim nächsten Ausfahren.

Bitte mach mal ein hochauflösendes Bild von den Schwimmernadelkonen! Da genügt schon die feinste "Einarbeitung" in den Sitz um nicht mehr zu dichten. Durch den Umfaller können sich die Nadeln leicht gedreht haben und kommen jetzt nicht mehr an der selben Stelle wie vorher auf den Sitz - das reicht oft schon.

Verd42
05.06.2020, 22:58:24
Danke erstmal für eure Antworten!
Habe heute alles wieder eingebaut und mal im Stand für ne Viertelstunde laufen lassen. Soweit stimmt alles, allerdings hab ich das Gefühl, dass am rechten Vergaser immer noch etwas undicht ist. Zumindest bildet sich noch eine kleine Benzinschicht aussen zwischen Schwimmerkammer und Vergaser. Sieht aus als wäre die Schwimmerkammer etwas undicht. Zwar tropft nichts mehr raus, hab aber etwas Schiss, dass es schlimmer wird, wenn ich etwas fahre. Sollte ja schon 100 Prozent trocken bleiben.

Denke ich tausche morgen die Dichtung der Schwimmerkammer, die Nadel und die Fassung der Nadel. Und ein Ölwechsel schadet auch nicht...

Hier nochmal ein Bild.
Wisst ihr wo und ob man die Ablassschraube einzeln kaufen kann?

https://i.ibb.co/HHXFCTX/IMG-20200605-163725.jpg (https://ibb.co/ZMNLSzN)

AmigaHarry
05.06.2020, 23:38:05
Gibt es bei Suzuki direkt, oder bei Mikuni-Topham.

Verd42
07.06.2020, 11:52:22
Also die Dichtung vom Nadelventil in der Schwimmerkammer war hin. Gewechselt und Jetzt läuft endlich kein Benzin mehr aus.

Aber ein Problem bleibt bestehen. Sie geht aus, wenn sie warm ist. Stottert und nimmt kein Gas mehr und geht dann schliesslich aus und sehr schwer wieder an.

Könnte mir vorstellen, dass es am Choke liegt, weil der hängt...
In dem Sinne dass ich ihn nicht reinmachen kann. Auch beim aushängen hatte ich das bemerkt. Habe ihn erst gar nicht raus bekommen, allerdings weiss ich nicht ob es der Zug ist oder der Dchlitten, weil von Hand am Vergaser lässt der sich auch nicht schieben. Was könnte man da machen? Hatte überlegt einen neuen Zug einzubauen, aber wenn es am Schlitten hängt, wie behebt man das?

Und sonst könnte es auch noch das typische Benzinhahn problem sein, auf PRI bin ich auch noch nicht gefahren...

duff500
07.06.2020, 11:56:41
Das scheint wohl wirklich ein hängender Choke zu sein. Am besten hättest du den mal zerlegt und gereinigt als du den Vergaser draußen hattest. Der Chocke neigt dazu sich festzusetzen mit der Zeit. Ansonsten kannst es erstmal mit ölen des Zuges versuchen oder vllt an die stellen wo du drankommst mit Ballistol oder etwas anderem was Dichtungen nicht angreift versuchen das Gestänge und den Choke an sich gängig zu machen.
Beste Lösung wäre allerdings: Vergaser raus und Choke reinigen und das Gestänge etc reinigen und leicht fetten.

Merle
07.06.2020, 11:58:59
Auch der Bowdenzug vom Choke kann beschädigt sein. Daher diesen bitte mal aushängen und auf Leichtgängigkeit prüfen. Der kann sich mit der Zeit auch längen.

Verd42
11.06.2020, 12:20:24
So leute,

habe den Choke schlitten etwas geschmiert und den Chokezug gegen einen neuen ersetzt.
Der Choke funktioniert wieder, allerdings tritt folgendes Problem auf.

Mit Choke dreht die GS im Stand auf 6000!
Ohne Choke und kalt läuft sie ziemlich normal und ruhig. Aber sobald sie warm ist, muckt sie rum stottert und geht während der Fahrt aus.
Das Problem bleibt also nach wie vor bestehen, PRI hilft auch nicht.

Nochmal geschaut, ob alle Schläuche i.O. sind, ob Airbox <-> Vergaser <-> Motor richtig verbunden sind. Scheint alles in Ordnung.

An was könnte es liegen? (Leerlauf)Einstellung des Vergasers, Zündkerze...?

Habe seit dem ich sie gekauft habe, echt nur Probleme mit der Maschine.

Merle
11.06.2020, 13:01:34
Das sie mit Choke hochdreht ist völlig normal. Es klingt aber so als laufe sie zu fett. Welche Kerzenfarbe hast du aktuell?

Verd42
12.06.2020, 00:13:13
Habe mal ein Bild gemacht...

berndy
12.06.2020, 04:49:28
Hast du eventuell Benzin im Motoröl?

Hatte ich vor kurzem an meiner LS650, als ich sie nach 13 Jahren Stillstand wieder zum Laufen bewegen wollte. Der Motor lief ganz gut, bis er warm wurde. Dann überfettete er und ging aus.

Erklärung: Je höher die Öltemperatur wird, um so mehr Benzin dampft aus, was über die Gehäuseentlüftung in die Vergaser kommt -> das Gemisch wird fetter...

Alternativ könnte der Luftfilter nass geworden sein. Dabei können die Fasern aufquellen, was dann den Luftdurchsatz verschlechtert.