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#1 |
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 30.05.2022
Beiträge: 4
Baujahr: 1993
Kilometer: 57000
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Hallo Motorradfreunde,
bei meine Motorrad (Bj. 1993) geht seit neustem nach cirka 30 Minuten Fahrzeit der rechte Zylinder aus. Davor ist alles ganz normal und sie springt auch gut an. Gestern bin ich nochmal bis zum Ausfall gefahren und habe dann die Zündkerze ausgebaut und siehe da es war kein Zündfunken da. Wenn ich dann allerdings den Hauptschalter (roter Knopf bei dem das Motorrad aus geht) betätige, kommt noch ein letzter Zündfunke. Nach meiner Überlegung müsste damit die Zündspule ok sein und es muss ein Problem am Zündgerät liegen. Habt ihr noch andere Ideen woran das liegen kann ( z.B Induktionsgeber)? |
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#2 |
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Super-Moderator
Registriert seit: 16.08.2006
Ort: Schifferstadt/Pfalz
Alter: 63
Beiträge: 10.721
Baujahr: 1995
Kilometer: 66666
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Ja, liegt wahrscheinlich am Pickup (Zündinduktionsspule). Kann aber trotzdem auch an der Zündspule, am Kerzenstecker, am Kabel oder der Kerze selbst liegen.
Die Spulen gibt es nicht einzeln als Ersatzteil. Entweder eine komplette, gebrauchte Zündgeberplatte oder eine einzelne Spule von einer defekten Zündgeberplatte. Muss man dann aber umlöten. Eine neue Zündgeberplatte kostet etwa 200 - 250 €. Wenn der Fehler auftritt, müsste man die Zündinduktionsspule, die Zündspule, das Kabel und den Kerzenstecker auf Durchgang prüfen, um sicher zu gehen.
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#3 |
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 30.05.2022
Beiträge: 4
Baujahr: 1993
Kilometer: 57000
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Danke berndy für die schnelle Antwort.
Stimmt eigentlich meine Vorstellung von der Funktionsweise des Zündungsprozesses? Vereinfacht stelle ich mir das so vor: Durch die Batterie fließt ein konstanter Strom durch die Primärspule der Zündspule. Durch den Pickup an der Induktionsspule wird ein Strompuls erzeugt, welcher den Stromfluss in der Primärspule abschaltet. Durch diese Stromänderung wird dann in der Sekundärspule (Zündspule) eine hohe Spannung induziert, was dann in der Zündkerze in einem Zündfunken resultiert. Also kurz gesagt: schaltet der Strompuls vom Pickup den Strom in der Primärspule (Zündspule) an oder aus? Denn wenn er den Strom ausschaltet, dann kann ich mir sehr gut Vorstellen, dass mit dem Induktionsgeber etwas nicht stimmt, da ja wenn ich den Zündschalter betätige noch ein letzter Funke kommt. Hab auch gerade nochmal getestet, im kalten Motorzustand ist der Zündfunke auf der rechte Seite regenmäßig da. |
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#4 |
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Super-Moderator
Registriert seit: 16.08.2006
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Beiträge: 10.721
Baujahr: 1995
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Ja. Durch die Induktionsspule wird ein Signal generiert, welches über die CDI die Zündspule "ansteuert" und dort durch plötzliches Verändern des Stromflusses in der Primärwicklung einen Hochspannungsfunken in der Sekundärwicklung erzeugt. Die Induktionspule ersetzt praktisch den Unterbrecher und die CDI die drehzahlabhängige Zündzeitpunktverstellung. Über die Elektronik ergeben sich noch weitere Möglichkeiten die Zündung zu optimieren.
Wenn eine Induktionsspule defekt ist, generiert diese kein Signal und dann kann die CDI auch keinen Funken produzieren. Temperaturabhängige Defekte können aber auch in der Zündspule auftreten. Auch im Kabel, dem Stecker und der Kerze ist so etwas denkbar. Deshalb würde ich, bevor ich viel Geld für eine neue Zündgeberplatte ausgeben würde, alles andere ausschließen.
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#5 |
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 30.05.2022
Beiträge: 4
Baujahr: 1993
Kilometer: 57000
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OK, vielen Dank schonmal. Die Zündspule kann ich als Fehlerquelle eigentlich ausschließen, da sie auch im warmen Zustand noch eine Funken erzeugt, wenn ich den Ausschalter betätige.
Ein Defekt in der CDI ist vermutlich dann auch eher unwahrscheinlich, da diese doch relativ weit vom Motor entfernt ist. Glaub ihr man hat noch die Möglichkeit die Zündgeberplatte auszubauen und dort nach einer defekten Isolierung zu suchen? |
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#6 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.11.2005
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Beiträge: 5.317
Kilometer: 1.1mio
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Der "Pickup" ist ein Hallkontakt - da wirst du bez. Isolation nichts finden - das ist ein el. Bauteil, das nur ganz getauscht werden kann.
CDI: Die ganze Zündung ist schon wesentlich komplexer als oben gesagt. Die CDI macht sehr viel mit dem Pickup-Signal, bevor sie den Impuls auf die Zündspulen legt. Die CDI ist ein kleiner Computer (deswegen eigendlich eine MPU und keine CDI) und sie unterliegt damit genauso wie alle el. Bauteile der Wärmedrift. D.h. man kann einen nach einer best. Betriebszeit auftretenden Temperaturdefekt auch nicht ausschließen (wenn auch bei der CDI sehr selten, da ziemlich robust). Das hat nichts mit Motorabwärme, etc. zu tun. |
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#7 |
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Super-Moderator
Registriert seit: 16.08.2006
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Defekte an den Pickups sind meistens Risse im Innern der Spule. In kaltem Zustand sind die Risse noch so eng, dass die Spule intern noch Kontakt hat. Bei Wärme dehnt sich alles aus und die Spule verliert ihren Kontakt. Kann sein, dass man außen an der Spule gar nichts sieht. Man muss die Spule messen, wenn der Fehler auftritt.
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#8 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 30.06.2008
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Sie ist Bj 1993, AmigaHarry hat mal geschrieben, dass dort nur ein Hallgeber verbaut ist. Wenn der defekt wäre, ginge nach der beschriebenen Fahrtstrecke gar kein Zylinder mehr?!
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#9 |
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Super-Moderator
Registriert seit: 16.08.2006
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Nö, die 93er hat zwei Induktionsspulen.
Erst ab 2003 gibt es den einen Hall-Sensor.
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#10 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.11.2005
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Ja, so ist es: ab der K3! Sollte ich wirklich wo 1993 geschrieben haben, ist das falsch.
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#11 |
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 30.05.2022
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Baujahr: 1993
Kilometer: 57000
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So ein kleine update:
Hab jetzt Mal im kalten Zustand den Widerstand an den zwei Pickupspulen gemessen und diese hatten beide 320 Ohm, so wie es sein soll. Dann habe ich nochmal eine kleine Runde gedreht, bis der Zylinder wieder ausgefallen ist und habe. Beim selbigen Messvorgang zeigte die Spule für den linken Zylinder ca 420 Ohm und der die Spule für den rechten Zylinder hatte einen unendlichen Widerstand. Somit ist der Schuldige gefunden Danke nochmal für die Hilfe |
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| zylinderausfall, zündfunken, zündgerät, zündsystem, zündung |
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