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Alt 23.07.2023, 11:33:23   #1
Raku
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Hallo ihr Lieben,
nach nun vielleicht mehr als 8 Jahren will ich mich mal wieder mit einem Problem melden, das ich selber nicht mehr gelöst kriege. Geil, dass das Forum noch aktiv ist - habe mittlerweile ein anderes Projekt, einen alten Feuerwehr Mercedes T1 zum Camperumbau, in der ich eine ebenfalls gute Community erlebe.

Nun zum Thema:

Problembeschreibung:
Motorrad zu großen Teil elektrisch tot. Nur Kontrolleuchten leuchten, sämtliche Schalter zeigen keine Funktion, kein Starten möglich. (kein Blinker, keine Scheinwerfer, kein Klackern am Starterrelais.

Wie kam es zu dem Problem?
Vor ca. 1 Jahr wollte ich die GS wieder soweit Service-Seitig fit machen. Alles fertig -> Testfahrt. Das Zündschloss wollte nicht so richtig -> Kontatspray rein und die Maschine sprang normal an. Nach einer mehrminütigen Testfahrt hatte ich das Gefühl, dass ein Zylinder sich verabschiedete, nachdem gefühlt der runde Motorlauf für vllt. eine Minute weg war. Zylinder fiel aus --> nach wenigen Minuten fiel auch der zweite Zylinder aus. Kontaktspray hatte danach keine Wirkung mehr. Ich hab die Maschine dann 1 Jahr stehen lassen aus Unlust und jetzt wieder angehen wollen.

Wie äußert sich das Problem, was lässt sich beobachten?
Wenn Zündschloss auf ON, dann klackt das Relais neben dem Blinkerrelais (Name grad unbekannt) und die Öldruckleuchte und Neutralleuchte (weil in N) leuchten. Ansonsten ist sämtliche Elektrik nicht-funktional.

Was wurde bereits ausgeschlossen (durch Austausch bspw.)?
Batterie frisch
Starterrelais getauscht
Hauptsicherung intakt
Zündschloss testweise gg. gebrauchte getauscht
CDI gg. gebrauchte testweise getauscht
Am Kabelbaum schon ein bisschen gewackelt.
Einige Stecker auf richtigen Sitz überprüft - aber nicht alle.



Jetzt bin ich auf der Suche nach Ideen, kann mir da jemand helfen?
SuperGau wegen mangelnder Zeit wäre es, den Kabelbaum auszutauschen... Daher würde ich gerne eine Analyse mit euch machen, was es noch sein könnte, was ich versuchen könnte, statt den Kabelbaum zu tauschen und das Problem dann doch nicht behoben zu haben.

Vorhandene Diagnosewerkzeuge:
Multimeter und diverse Ersatzteile

Merci schoneinmal!!
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Alt 23.07.2023, 12:57:35   #2
berndy
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Ich denke nicht, dass du den Kabelbaum komplett ersetzen musst, vielleicht den einen oder anderen Steckkontakt oder Kabelschuh. Ich würde mal Richtung Masseanschlusskabel am Motor, Seitenständerschalter und Seitenständerrelais gucken. Vielleicht musst du auch die Schaltereinheiten an den Lenkern mal reinigen. Ich weiß ja nicht, wie deine Maschine abgestellt war (trockene Garage, feuchter Keller, im Freien unter einer Plane...).

Einfach mal alle Steckverbindungen auseinanderziehen nachgucken und reinigen.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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Alt 23.07.2023, 14:39:58   #3
Raku
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Hey Berndy,
feels like homecoming - schön von dir zu lesen.

Abgestellt wurde das Motorrad die letzten 2,5 Jahre in einer trockenen Werkstatt. Davor die vllt. 7 Jahre dem Wetter ausgesetzt.


Finde die Hinweise schonmal sehr plausibel und würde das gerne aufgreifen und weiterdiskutieren:

Meine These: Es ist 1 Fehler. Warum? Weil der Motorlauf erst gut und dann immer schlechter wurde. Feeling war wie: "Ein Widerstand wurde immer größer und hat die Glühlampe immer dunkler werden lassen."

Dann würde ich das Seitenständerrelais und den Schalter ausschließen können, da auch keinerlei Leuchtmittel oder Blinker gehen. Die sollten ja davon nicht beeinträchtigt werden.

These #2: Es ist das Motormassekabel und führt dazu, dass nur noch super geringe Ströme fließen können, die GERADE EBEN noch ausreichend sind, die Kontrolleuchten glühen zu lassen, aber keinen Blinker, keine Leuchtmittel und erst recht keinen Starter.

Um die Schaltereinheiten auszuschließen, stöpsel ich einfach Ersatzteile an.

Steckerverbindungen könnten es natürlich auch sein.. Sind Kabelbrüche plausibel und kam das schonmal vor?
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Alt 23.07.2023, 16:36:48   #4
berndy
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Ausschließen kann man nichts.
Warum sollten Kabel beim stehen brechen? Die kurze Probefahrt wird das auch nicht hervorgerufen haben.
Lichtmaschine vll? Hast du wahrscheinlich noch nicht gemessen. Der Motor müsste aber trotzdem mit einer guten Batterie eine zeitlang laufen.

Die Hauptsicherung ist vermutlich neu?

Bei meiner hatte ich mal Probleme mit einer total veroxidierten Hauptsicherung. Elektrisch funktionierte eigentlich alles, nur die Blinker hatten eine komische Tendenz die Frequenz zu ändern. Die Werkstatt meinte es wäre ein Masseproblem. Ich kam erst drauf, als ich alle Steckkontakte kontrollierte und zum Schluss dann an der Sicherung angekommen war.

Die Batterie ist neu? Hast du mal eine andere probiert, testweise, kannst auch mal mit Überbrückungskabel an die Autobatterie anschließen. Nicht, dass die neue Batterie defekt ist.

Ich hatte schon öfter mal eine Batterie, die laut Ladegerät voll war, aber nur für die Kontrollleuchten taugte.

Eine defekte Batterie würde auch zu dem Motorverhalten passen. Zündaussetzer - unruhiger Lauf - aus und dann nichts mehr. Hatte ich bei meiner 150er MZ ETZ mal. Da hatte sich der mechanische Regler selbst entlötet, ist wohl heiß geworden, irgendwann war die Batterie leer. Zündaussetzer - aus, Ende.

Kann aber auch etwas anderes sein (wie immer halt).

Was kann denn während dem Motorlauf sonst noch an Elektrik kaputtgehen?
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Alt 23.07.2023, 17:32:51   #5
AmigaHarry
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Dazu passt auch komplett totes Ladesystem. Da kann die Batterie noch so gut sein - wenn die vollen Spannungsuls durchkommen, geht nichts mehr.
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Alt 23.07.2023, 20:57:07   #6
Raku
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Danke für euren super Input!!

Ich versuche das mal voreinander zu bringen:

Damals, als die Maschine verreckt war, war die Batterie relativ neu. Jetzt ist sie wegen mangelnder Pflege komplett im Eimer.
Die Batterie, die ich am Wochenende verbaut habe hab ich schon trocken 1 Jahr rumliegen gehabt.
Habe sie mit bereits vor 1 Jahr geöffneter und dann wieder verschlossener Batteriesäure befüllt und 4h mit einem sehr guten 20A Ladegerät von CTEK geladen. Das Ladegerät hat mir allerdings nicht das Feedback gegeben, dass es komplett voll ist.

Man liest: Hier könnte eine Fehlerursache irgendwo liegen und ich werde beim nächsten Mal mit ner Autobatterie Abhilfe leisten und die Motorradbatterie wird geladen sein.


Eine oxidierte Hauptsicherung kann ich leider noch nicht ausschließen. Sichtkontrolle hat aber ergeben, dass die noch intakt sein müsste.
Auch die Steckverbindungen hatten mindestens mal Patina ...

Das mit dem Ladesystem kann ich bislang auch noch nicht ausschließen. Würde ich da den Laderegler tauschen, würde ich das Bauteil schonmal ausschließen. Aber was ich sonst noch messen müsste/könnte, weiß ich noch nicht.



Ich will an der Stelle nochmal betonen, dass wirklich nur die Kontrollleuchten leuchten. Das aber so satt, dass man es im Tageslicht sehen kann.
Und das "Zündschlossrelais?" schaltet auch.

Alle elektrischen Verbraucher bleiben tot.




Ich glaube, dass wir uns auf jedem Fall dem nächsten Arbeitspaket für mich gut nähern.

Danke euch schonmal!
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Geändert von Raku (23.07.2023 um 21:09:22 Uhr)
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Alt 23.07.2023, 20:58:36   #7
AmigaHarry
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Alt 24.07.2023, 03:54:27   #8
berndy
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Da hilft nur eine systematische Fehlersuche.

Immer vom einfachstens zum kompliziertesten und vom billigen zum teuren.

Ich würde mal, wie oben schon vorgeschlagen, die Autobatterie dranhängen und versuchen. Wenn es das nicht ist, vll. Richtung Zündschloss gehen. Das hat ja Probleme gemacht.

Ich glaube nicht, dass es die CDI ist, dann müssten zumindest die Lampen gehen.

Das Relais neben dem Blinkerrelais müsste das Seitenständerrelais sein.

Wenn das Seitenständerrelais eine Macke hätte, müssten trotzdem die Lampen funktionieren.

Kann aber auch sein, dass mehrere Defekte vorliegen, z.B. defekte Lampenfassung/durchgebrannte Leuchtmittel/Kabelbruch/Masseproblem und defektes Zündschloss.

Du findest das, du musst nur dran gehen und dran bleiben.
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Alt 24.07.2023, 10:42:18   #9
Raku
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Danke für den Link AmigaHarry und danke Berndy, für die Methode. Hab im Laufe der Geschichte ein wenig den Überblick und das Konzept verloren.

Ich werd mich dann systematisch dran machen. Komme aber erst am WE dazu.

Das Zündschloss habe ich bereits ausgeschlossen, da ich ein anderes Zündschloss schonmal dran gehangen habe. CDI habe cih auch durch zeitweisen Austausch ausgeschlossen.


Das heißt, wenn ich mal zusammenfasse, dann ist mein Ablauf:
  • Batterie ausschließen durch Autobatterie bzw. Einbau in eine andere GS
  • Hauptsicherung ausschließen (obwohl ich schon ein komplett anderes Starterrelais drangehangen habe)
  • Kontakte aller Steckverbindungen prüfen und reinigen
  • Lenkerschalter ausschließen
  • Motormassekabel prüfen
  • Laderegler tauschen
  • Lima (im Stand soweit) messen
  • Weiter an den Kabeln wackeln um einen Kabelbruch auszuschließen


Wenn euch noch etwas einfällt, gerne. Habe eine Anreise von über ner Stunde zum Bike und müsste ggf. Material & Werkzeuge vorher am Start haben. Daher würd ich gerne erstmal Inputs sammeln
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Alt 24.07.2023, 11:34:37   #10
AmigaHarry
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Würde auch zuerst einmal dei Batterie testen, bzw. eine nachweislich gute verwenden. Wenn der Starter nicht dreht, fehlt ihm schlicht und ergreifend die Spannung. Da sich zwischen dem Starter und der Batterie nur das Starterrelais befindet, muss auch dieses geprüft werden (zieht es überhaupt an, welchen Widerstand hat es zwischen den Arbeitskontakten des Relais) sowie auch die Kabel von Batterie bis Starter, bzw. wenn das Relais nicht anzieht, auch die Kabel vom Zündschloss über Notaus und Seitenständerschalter (und je nach BJ auch Kupplungsschalter) geprüft werden.
Wenn die Lampen leuchten, ist die Sicherung OK (die GS hat nur eine).
Die CDI kann, bevor der Starter nicht läuft überhaupt noch nicht beurteilt werden - ein Defekt hier ist eher unwarscheinlich.
Ladesystem: Sollte das tatsächlich einen Schuß abhaben, kann man dessen Einfluss prüfen, indem man die Lima absteckt und nur auf Batterie startet. Das Ladesystem wirkt sich aber nicht auf den Startvorgang selbst aus (der Starter muss sich immer drehen, egal wie hinüber das Ladesystem ist), allerdings kann es dann die CDI durcheinanderbringen und sie springt nicht an.
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Alt 24.07.2023, 11:58:20   #11
berndy
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Naja, das Starterrelais, das Zündschloss und die CDI wurden ja schon getauscht.

Bleibt nicht mehr viel übrig wie Kontaktprobleme, Kabelbruch, defekte Batterie, Lenkerschalter.

Starterknopf und Lichtschalter sind rechts, vll. sitzt da der Wurm drin.
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Alt 24.07.2023, 19:54:41   #12
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Zitat:
Zitat von berndy Beitrag anzeigen
Naja, das Starterrelais, das Zündschloss und die CDI wurden ja schon getauscht.
....
Naja, aber Gebrauchtteile - da kann trotzdem auch noch immer der Wurm drinnen sitzen
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Alt 24.07.2023, 20:56:35   #13
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Guter Einwand und alles gute Gedanken, Berndy und AmigaHarry. Aber ich habe beobachtet, dass die Hupe auch nicht funktioniert. Das würde den rechten Lenkerschalter "entlasten", weil der linke auch keine Funktion zeigt.

Grenzt es aber nochmal weiter ein.

Batterie war zum Zeitpunkt des Laufens vor 1 Jahr völlig intakt und die neue ist es mit einiger Sicherheit auch nochmal - nicht sicher, aber für den Moment macht es das unplausibler.

Auf dem Wahrscheinlichkeitsranking bleiben somit:

1 Oxidierte Kontakte
2 Kabelbruch / Massekabel
3 Batterie

Ich halte euch auf dem Laufenden.
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Alt 24.07.2023, 21:41:38   #14
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Den Zustand einer Batterie kann man mit Gewissheit nur durch Messung (Lastspannung) feststellen. Gibt genug Fälle, wo nagelneue Batterien nach dem ersten Startversuch zusammengebrochen sind.

Du kannst ja einmal das Starterrelais überbrücken und schauen ob der Starter was tut. Aber aufpassen: Da laufen Anfangs bis zu dreihundert Ampere drüber - am Besten mit dickem Schraubenzieher Pole kurz verbinden.

Wenn es da geht, dann liegt der Wurm im Kupfer.
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Alt 25.07.2023, 06:54:35   #15
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Der Anlasser hat 3,6KW??
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Alt 25.07.2023, 07:14:48   #16
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Der Anlasser kann(!) beim Losreissen im kalten Zustand kurzzeitig bis zu 320 Ampere ziehen. Im Lauf benötigt er dann ja nach Motoröl und Temperatur mindestens 50A. Wir haben aber auch schon über 80A im Lauf an div. Motoren (große Trude, 1100F, etc.) gemessen und z.B. eine Cavalcade (https://en.wikipedia.org/wiki/Suzuki_GV1400_Cavalcade) benötigt noch einiges mehr.

Das Bild unten stammt aus dem Manual der GS500E-4Zyl. Heute stehts in neueren WHB nicht mehr drinnen, weils für die Werkstätten mittlerweile Basiswissen (State-of-the-art) ist. Nur bei Ausnahmen gibts dann noch so einen Werkstätten-Builletin-Wisch, den dann aber oft keiner liest....
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Alt 01.08.2023, 11:28:14   #17
Raku
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Problem solved!

Ich habe das Motormassekabel per Messung ausgeschlossen und alle Steckverbindungen mit Kontaktspray behandelt, mit Druckluft ausgeblasen und neues Kontaktspray drauf. Hat alles nichts gebracht.

Dann habe ich an allen Kabeln gewackelt, um zu schauen, ob sich irgend ein elektrischer Kontakt wieder ergibt und tatsächlich habe ich dann direkt an der MINUS-Leitung den zusätzlich mit eingepressten Leiter, der direkt im Kabelbaum verschwindet.

Dort in der Nähe wird dieses Diodenbauteil (2-in-1-out??) herausgeführt. Diese Kontakte waren massiv oxidiert. Das war es aber nicht final. Es stellte sich heraus, dass der mit dem Motormassekabel verpresste Leiter an einigen Litzen gebrochen war.

Etwas Kontaktspray da rein und es lief einigermaßen.
Ich habe dann diese Pressstelle "erneuert", bzw. ein Loch in den Aufleger des Minus-Pols gebohrt und dort einen mit dem Minus-Kabel verpressten Kabelschuh verbunden.

Seitdem habe ich 100km gefahren und keine Probleme mehr.

Kann mir jemand sagen, wozu dieser kleine Minus-Leiter und dieses Diodenbauteil gut waren?

Danke für eure systematische Fehlersuche!!!!


PS: vllt. kann man den Thread umbenennen in etwas, was hilfreich für andere ist? Bei Erstellung stocherte ich ja noch recht viel im Dunklen.
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Alt 01.08.2023, 13:19:26   #18
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Ich bin kein Kfz-Elektronik-Experte.

So wie ich den Schaltplan verstanden habe, ist das Massekabel, das ins Nichts führt, entbehrlich.

An der Diode sind Kabel von der Leerlaufkontrollleuchte (blau/schwarz), dem Seitenständerrelais (grün) und dem Leerlaufschalter (blau) angeschlossen. Die Diode sperrt in Richtung Kontrollleuchte bzw. in Richtung Seitenständerrelais und lässt in Richtung Leerlaufschalter durch. Ich denke mal, das soll gewährleisten, dass der Zündstrom/Anlasserstrom unterbrochen wird, wenn der Seitenständer ausgeklappt ist und ein Gang eingelegt wird. Wenn du die Diode überbrückt hast, solltest du vll. kontrollieren, ob der Motor noch bei ausgeklapptem Seitenständer ausgeht, wenn du einen Gang einlegst.

Sonst solltest du das in Ordnung bringen.
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Alt 03.08.2023, 07:03:25   #19
seife
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Naja, das Massekabel das in den Kabelbaum geht gibt die Masse an alle Bauteile, die sie nicht direkt vom Rahmen bekommen.

Direkt vom Rahmen bekommen sie laut dem Schaltplan den ich hier habe nur:
* der Anlasser
* Neutralschalter
* Öldruckschalter
* Die Zündkerzen

Alles andere bekommt Masse / "Minus" über das Schwarze Kabel mit Weißen Ringen, welches hier kaputt war.

Das erklärt auch das Verhalten: Die Kontrolleuchten für Öldruck und Leerlauf funktionierten aber sonst nichts.

Hätte man gleich zu Beginn den Schaltplan konsultiert wäre das eigentlich klar gewesen

Wenn die Dioden komplett überbrückt wären, dann würde meinem Verständnis nach die Leerlaufkontrolleuchte immer leuchten, wenn der Seitenständer oben ist (weil dann Leerlauf- und Seitenständerschalter direkt parallelgeschaltet würden).
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Alt 04.08.2023, 08:44:13   #20
Raku
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Tatsächlich hatte ich sowieso Ersatz für die Diode, habe die alte aber auch wieder "gängig" gemacht.

Ob es aber jetzt an dem schlechten Kontakt des Massekabels oder an den oxidierten Kontakten der Diode gelegen hat, kann ich nicht eindeutig auseinander halten.

Mein Eindruck war: Es ist beides mitverantwortlich gewesen. Als ich an der Diode gewackelt habe, kam manchmal Kontakt zustande und wenn ich am Massekabel gewackelt habe, ist auch manchmal Kontakt entstanden.

Scheint mir aber ein eher unübliches Problem gewesen zu sein.
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Alt 04.08.2023, 10:01:21   #21
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Vergammelte Kontakte sind nicht so unüblich, gerade wenn Motorräder oft bzw. lange im Freien stehen. Die Feuchtigkeit sucht sich ihren Weg.
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